Archiv: Februar, 2012

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 29. Februar 2012

Februar 29th, 2012

Interview mit Barney Greenway von Napalm Death1. Napalm Death veröffentlichen Video-Clip

Napalm Death haben einen neuen Video-Clip zu “Analysis Paralysis” veröffentlich.

2. Overkill bieten Appetizer an

Overkill haben ihren brandneuen Song “Electric Rattlesnake” in voller Länge zur Verfügung gestellt.

3. Mnemic präsentieren Studio-Report

Mnemic haben sich gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Tue Madsen in die Antfarm Studios im dänischen Aabyhøj begeben, um ihr fünftes, bis dato unbetiteltes Studioalbum einzuspielen.

4. Paradise Lost präsentieren Teil 2 des Studio-Reports

Paradise Lost haben inzwischen den zweiten Teil ihres Studio-Reports veröffentlicht, welcher hinter die Kulissen der Arbeiten an ihrem kommenden Album “Tragic Idol” blicken lässt.

Feuerfrei: Die Metalnews des Tages – 28. Februar 2012

Februar 28th, 2012

Interview mit Wolf Hoffmann (Accept)1. Accept mit Hörprobe

Accept haben einen vollständigen Clip zum Titelstück des neuen Albums “Stalingrad” zur Verfügung gestellt. Das Album wird am 06.04.2012 über Nuclear Blast veröffentlicht.

2. Elis lösen sich auf

Die ursprünglich aus Liechtenstein stammende Gothic-Metal-Band Elis hat ihre Auflösung verkündet. Vor acht Monaten stieg bereits, die aus der Schweiz stammende Sängerin der Band, Simone Christinat aus.

3. Carach Angren: Neues Album im Mai

Die niederländischen Symphonic Black Metaller Carach Angren werden am 18. Mai 2012 ihr neues Album namens “Where The Corpses Sink Forever” veröffentlichen. Erscheinen wird der dritte Langspieler über Season Of Mist, aufgenommen wurde im Tidal Wave Studio in Karlsruhe.

Thematisch verspricht das Trio ein weiteres Konzeptalbum, das “noch düsterer und epischer werden wird, als alles andere zuvor.”

4. Meshuggah präsentieren Album-Trailer

Meshuggah  haben für ihre kommende Scheibe “Koloss” einen neuen Album Trailer hochgeladen. Es erscheint am 23. März 2012 über Nuclear Blast.

5. Slash-Song online

Das zweite Solo-Album von Slash nimmt immer konkrete Formen an.  Nun gibt es auch mit “You’re A Lie” den ersten Song zu hören.

 

METAL MIRROR #63 ist online

Februar 26th, 2012

METAL MIRROR #63 - Cannibal Corpse, Asphyx, Xandria, Desaster, Black Messiah, Ketzer, Running Wild, Rage uvm.Das Frühjahr naht und traditionellerweise überhäufen uns die Labels in dieser Zeit des Jahres mit ihren Neuerscheinungen. Dabei zu selektieren, was man diesen Monat näher unter die Lupe nimmt und was nicht, war durchaus eine Herausforderung. Als Hauptgeschichte haben wir uns diesmal für eine extreme Legende entschieden, die zuletzt 2009 den Titel unseres Magazins zierte: Cannibal Corpse. Nicht etwa, weil deren neues Album eine Sensation sei, sondern weil die Sensation hinter dieser Band ist, dass sie sich seit zwei Jahrzehnten ohne jede musikalische Veränderung auf dem Death-Metal-Thron halten kann. Wie kann das funktionieren? Und ist das nicht eigentlich totlangweilig für die Musiker hinter der Band? Diese und noch viele andere Fragen stellten wir Paul Mazurkiewicz, dem Schlagzeuger und Mitgründer der Ami-Deather. Das Geheimrezept der Unverändung, Paul versucht es für uns und mit uns zu lüften. Zudem haben wir uns ein für alle Mal der Frage gestellt, wer der beste Mann für die Kannibalenfront ist: Chris Barnes oder George „Corpsegrinder“ Fisher. Das Ergebnis findet ihr im Anschluss an den Hauptartikel.

In weiteren Gesprächen begutachten wir mit Musikern von Xandria, Rage, Desaster und Ketzer deren Neuerscheinungen. Mit Zagan, dem Fronter der Pagan-Metaller Black Messiah, unterhielten wir uns über das Ende eines jahrelangen Viking-Hypes und außerdem hörten wir in das neue Album von Running Wild herein. Wie das klingen wird und vieles mehr, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Viel Spaß!

Hier geht es zu allen Infos und zum kostenlosen Download.

Die Samstags-Kolumne: Metal from Hellas

Februar 25th, 2012

Kolumne von Benedikt F.

Der Kolumnist: Benedikt F. arbeitet als freier Journalist und war früher selbst als Musiker aktiv.

Als Dorian mich fragte, ob ich mir vorstellen könne, eine monatliche Kolumne im Metal Mirror zu machen, begründete er dies damit, dass ich „meinungsstarker, aneckender Retro-Typ“ sei. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher gewesen, ob dies als reines Kompliment zu verstehen war, habe aber dennoch zugesagt. Dann also die Frage: Womit einsteigen? Worüber schreiben? Und: Was wird von mir erwartet? Ein Retro-Kolumnist in einem Magazin, dessen aktueller Titel Blind Guardian zeigt und ein Interview mit Wolfgang Hohlbein beinhaltet. Ja, da hätte ich eine starke Meinung zu. Die Metal-Szene an und für sich schreit ohnehin danach, eine Polemik nach der nächsten abzufeuern. Das wäre wohl ein einfacher Job gewesen.

Nun ist es aber so, dass wir uns seit einigen Jahren in einem Zustand einer umfassenden Dauerkrise befinden. Und wenn es in Krisen an einem nicht mangelt, dann ist das wohl Polemik. Zum Beispiel in der Griechenland-Frage. Zumindest auf dem Boulevard-Sektor scheinen griechische Redaktionen mit ihren deutschen Kollegen in einen gnadenlosen gegenseitigen Unterbietungs-Wettbewerb getreten zu sein. Ginge es danach, müsste man etwas vereinfacht ausgedrückt davon ausgehen, dass alle Deutschen alle Griechen für stinkfaul und alle Griechen alle Deutschen für Nazis halten

Ich habe für diese Kolumne eine Untersuchung angestellt. Ein absolut nicht empirischer, höchst subjektiver, aber dennoch natürlich unfehlbarer Erklärungsansatz. Ich möchte ihn die „High Fidelity“-Methode nennen. Wenn Rob, der Held aus dem Kultbuch von Nick Hornby, eine Trennung zu verarbeiten hat, sortiert er seine Plattensammlung neu. Meine deutsche Plattensammlung hat ganz eindeutig eine Beziehung zu Griechenland. Eine, die über ein flüchtiges Verhältnis hinausgeht. Die Ergebnisse dieser musikalischen Introspektion lassen sich in drei Punkten zusammenfassen.

Zum Vorschein kam zunächst ein mittlerweile zwar durch Aussortierung kleiner gewordener, aber immer noch vorhandener Stapel an Bootlegs griechischer Herkunft. Eine Zeit lang schien es dort Volkssport gewesen zu sein, jede musikalisch noch so irrelevante, aber als Original unbezahlbare Rarität als billig aufgemachte CD auf den Markt zu schleudern und sich so zumindest eine halb vergoldete Nase zu verdienen.

Eine bessere Geldanlage sind da die vielen großartigen offiziellen Veröffentlichungen griechischer Plattenfirmen, die auf lizensiertem Wege die obskursten Schätze der Metal-Historie zugänglich gemacht haben. Was mir alleine aus dem Hause Arkeyn Steel alles an völlig großartigen Platten in die Hände gefallen ist, spottet jeder Beschreibung. So etwas ist nur möglich mit einem positiven Metal-Wahnsinn, mit Engagement und mit Leidenschaft.

Last, but not least: Niemand, der sich ernsthaft für traditionellen Heavy Metal interessiert, kommt an den griechischen Bands vorbei. Ob nun die absoluten Klassiker wie RUST, SPITFIRE, CRUSH oder neuere Gruppen wie BATTLEROAR, deren 2009er Album „To Death And Beyond“ für mich ohne wenn und aber zu den besten europäischen Heavy Metal-Alben der letzten 20 Jahre gehört.

Fazit: Mit der „High Fidelity“-Methode gelange ich zu einer 2:1 Wertung. Um die deutsch-griechischen Beziehungen in meinem Plattenschrank ist es also weiterhin gut bestellt. Ein Heavy Metal-Europa ohne Hellas scheint mir schwer vorstellbar und wenig sinnvoll. Es bleibt der Wunsch, dass deutsche und griechische Heavy Metal-Fans auch in diesem Jahr auf dem „Keep It True“ in Lauda-Königshofen und dem „Up the Hammers“ in Athen friedlich zusammen feiern. Das wäre das eindrucksvollste Zeichen dafür, dass zumindest wir uns von den politischen wie medialen europäischen Irrwegen nicht irritieren lassen, weil wir wissen, dass uns immer noch viel mehr verbindet als uns trennt. In diesem Sinne:

All hail, here we rise again!
Metal from Hellas!
Gods sing, in the land of pride!
Metal from Hellas!

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 24. Februar 2012

Februar 24th, 2012

Interview mit Six Feet Under | Chris Barnes1. Six Feet Under haben neuen Bassisten

Nur wenige Tage nach dem Abgang vom Bassisten Matt DeVries, hat die Band Six Feet Under schon den nächsten Kanidaten aus dem Hut gezaubert. Jeff Hughell ist der neue Mann an den tiefen Tönen.

2. Autopsy stellen neues Video vor

Die Dreharbeiten von Autopsy  sind beendet und ab sofort könnt ihr das Musikvideo “All Tomorrow´s Funeral” aus dem gleichnamigen Album sehen.

3. The Devil Wears Prada trennen sich von ihrem Keyboarder

Vor kurzem hat die Band The Devil Wears Prada die Trennung von Keyboarder James Baney bekannt gegeben.

4. Pestilence mit zwei Line-Up-Änderungen

Die niederländischen Deather Pestilence, die vor kurzem den Ausstieg von Bassist  Jeroen Paul Thesseling  und Drummer Yuma van Eekelen verkündeten, haben nun jeweils einen Errsatz gefunden. Die Herren um Shouter und Bandkopf Patrick Mameli haben Bassist Stephan Fimmers und Schlagzeuger Tim Yeung  nun gefunden.

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 22. Februar 2012

Februar 22nd, 2012

Interview mit Axel Rudi Pell1. Axel Rudi Pell: Neues Album und Tour-Daten

Nach dreiundzwanzig Jahren sind die Herren um Axel Rudi Pell noch lange nicht müde und bringen zum 23.03.2012 ihr neues Album, namens “Circle Of Oath” heraus.

2. 3 Inches Of Blood präsentieren neuen Song

Jetzt kann man den ersten Song aus dem neuen “Long Live Heavy Metal”-Album anhören. “Dark Messenger” ist eins von insgesamt zwölf Liedern und erscheint am 23.03.2012 im Handel.

3. The Black Dahlia Murder präsentieren neuen Clip

Jetzt gibt es das Video zu “Moonlight Equilibrium” der Band The Black Daliah Murder zu sehen.

4. Overkill präsentieren zweiten Studio-Report

Hier gibt den zweiten Teil einer Serie von Studio-Reports zu den Aufnahmen des neuen Overkill-Albums, “The Electric Age”, das am 30. März 2012 via Nuclear Blast Records erscheinen wird.

5. Dark Tranquillity präsentieren neuen Video-Clip

Dark Tranquillity haben das mittlerweile fünfte Video aus ihrem immer noch aktuellen Album, “We Are The Void”, ausgekoppelt, das bereits Anfang 2012 erschienen ist.

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 21. Februar 2012

Februar 21st, 2012

1. Twisted Sister auf dem Graspop Metal Meeting

Twisted Sister werden sich beim diesjährigen “Graspop Metal Meeting” die Ehre geben.

2. Paradise Lost: Studio-Report Teil 1

Paradise Lost haben den ersten von zwei Studio-Report-Clips hochgeladen, in denen sie Einblicke in das kommende Album, „Tragic Idol“, bieten.  Die Band hatte sich in den “The Chapel Studios” in Lincolnshire, England verkrochen, um das neue Album aufzunehmen.

3. Korpiklaani haben neuen Geiger

Korpiklaani befinden sich derzeit im Studio, um den Nachfolger ihrer 2011er-Veröffentlichung “Ukon Wacka” einzuspielen. Auf dem bis dato unbetitelten neuen Album wird zudem ihr neuer Geiger Tuomas Rounakari seinen Einstand feiern.

4. Rage präsentieren neuen Video-Clip

Es sind nur noch wenige Tage bis Rage ihr neues Album veröffentlichen. Vorab gibt schon den Clip zum Titelsong „Twenty One“.

5. Municipal Waste veröffentlichen ersten Song

Municipal Waste haben nun den ersten Song ihrer kommenden Platte „The Fatal Feast“ veröffentlicht. Den gleichnamigen Titelsong „The Fatal Feast“ gibt es auf der Facebook-Seite der Band zu hören.

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 20. Februar 2012

Februar 20th, 2012

1. Black Sabbath müssen Tour absagen

Jetzt wurde bekannt, dass die Welttournee von BLACK SABBATH, die ab 18.05.2012 stattfinden sollte, abgesehen von einem einzigen Konzert abgesagt wurde. Grund für die Absage ist die Krebserkrankung von Tony Iommi. Anstelle von Black Sabbath wird eine Performance unter dem Namen Ozzy & Friends stattfinden. Ozzy Osbourne wird dabei von Special Guests wie Zakk Wylde und Geezer Butler unterstützt. Außerdem soll Slash  an ausgesuchten Terminen am Start sein.

2. Ensiferum im Studio

Die finnischen Pagan-Metaller Ensiferum haben sich ins Studio begeben, um ihr fünftes Werk aufzunehmen. Erscheinen soll es im späten Frühjahr oder im Frühsommer 2012 via Spinefarm Records.

3. Dragonforce bieten ersten Höreindruck

Dragonforce gewähren einen Höreindruck in das Stück “Fallen World”. Das neue Album “The Power Within” wird am 16.04.2012 über die bandeigene Plattenfirma Electric Generation Recordings erscheinen.

4. Angel Witch bieten erste Hörprobe

Das Studio-Comeback der NWoBHM-Veteranen von Angel Witch wirft lange Schatten voraus. Wer nicht mehr bis zur Veröffentlichung des Albums “As Above, So Below” am 12.03.2012 warten kann, der kann sich die Wartezeit mit einem Vorab-Videoclip zum Song “Dead Sea Scrolls’“versüßen.

5. With Full Force: Soulfly als Headliner

Das “With Full Force“-Festival hat bekannt gegeben, dass mit Soulfly eine der Wunschbands der Besucher als Headliner gebucht werden konnte. Das Festival findet vom 29. Juni bis 01. Juli 2012 statt, Soulfly werden daher bereits ihr neues Album, „Enslaved”, im Gepäck haben.

Die Samstags-Kolumne: Dave Mustaine und die Homoehe.

Februar 18th, 2012

Kolumne von Dorian Gorr

Der Kolumnist: Dorian Gorr ist seit 2004 Herausgeber vom Online-Magazin METAL MIRROR.

Diesmal hat er sich mal wieder selbst übertroffen, der gute Dave. Seitdem Dave Mustaine wiedergeborener Christ ist, dreht der Megadeth-Chef und ex-Metallica-Gitarrist zunehmend am Rad. Erst drohte er an, keine Auftritte auf Festivals zu spielen, auf denen auch antichristliche Bands auftreten. Jetzt äußerte er sich in einer Radio-Talkshow zum Thema Homoehe und – ganz im Sinne seiner Auslegung des Christentums – fand natürlich, dass das so gar keine dufte Idee ist. Im Wortlaut liest sich der Dialog wie folgt:

Do you support gay marriage?

I’m very conservative. So, take it for what it’s worth.

Washington State, just this week, the governor signed gay marriage into law. Do you support gay marriage, or is that something you oppose?

Well, since I’m not gay, the answer to that would be no.

OK. What about for people who are gay?

Since I’m not gay, the answer to that would be no.

Would you support legislation to make marriage between a man and another man legal?

I’m Christian. The answer to that would be no.

Und das aus dem Mund eines Musikers, der einst als einer der wichtigsten Köpfe einer Szene galt, die dem Grundgedanken nach eigentlich liberal, rebellisch und alles andere als konservativ sein sollte. Doch – und das ist das Traurige an der heutigen Szene – mit seiner Anti-Homosexuellen-Einstellung (oder deutlicher gesprochen: Anti-Schwulen-Einstellung) steht Mustaine gar nicht mal so alleine im Heavy-Metal-Sektor dar. Nein, keine Sorge, ich werde jetzt bestimmt nicht so dumm und oberflächlich sein und der gesamten Metal-Szene unterstellen, dass sie schwulenfeindlich ist, aber weite Teile sind es zumindest latent. Selbst wenn es ihnen teils nicht bewusst ist.

Der Metal-Szene haftet ein Macho-Image an. Starke Männer machen lauten Krach. In diesem Szenario scheint in den Gedanken vieler kein Platz für Schwule zu sein. Dass – oh, diese Ironie – einer der bedeutendsten Metal-Sänger aller Zeiten schwul ist, scheint da erst einmal nebensächlich zu sein. Der Aufschrei ist trotz allem immer noch groß, wenn sich dann doch mal ein Musiker outet. Das jüngste Beispiel ist nur wenige Jahre her. Es war auf dem Wacken Open Air 2008, da ging über den Pressezeltplatz bereits das “skandalöse Gerücht” umher, dass Gaahl, Sänger und Frontfinsterling der Black-Metaller God Seed (damals noch Gorgoroth), schwul und mit seinem Liebhaber nach Wacken gereist sei. In Black-Metal-Kreisen rief das damals wahre Hasstiraden hervor. In den Online-Foren wurde über “die Schwuchtel von Gorgoroth” geflucht, geschimpft, gehetzt. Und nicht nur dort: Kurze Zeit später interviewte ich den Schlagzeuger einer deutschen Black-Metal-Band (den Namen der Truppe lasse ich jetzt einfach mal unter den Tisch fallen), der von sich aus das Thema aufgriff, Gaahl als “widerlich” und “eklig” einstufte und mir anschließend noch in einer fortgeführten E-Mail-Diskussion mitteilte, dass er sich schäme, wenn man diesen Sänger noch immer mit der Black-Metal-Szene assoziieren würde. Gaahls Outing würde der Szene nur schaden.

Plötzlich sind sich Antichristen und christliche Fundamentalisten gar nicht so unähnlich. Oh, diese Ironie…

Das mag ein Einzelfall sein? Von wegen. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich schon Interviews geführt habe, in denen der Musiker das Adjektiv “schwul” als Synonym für schlecht oder scheiße verwendete. Wahrscheinlich denken sich diese Leute nichts dabei. Wahrscheinlich würden sie sich nicht einmal offen als schwulenfeindlich bezeichnen. Aber es ist diese latente Einstellung, diese grundsätzliche Stimmung gegenüber Schwulen, die in dieser Szene herrscht und dafür sorgt, dass sich kaum einer outet. Ich persönlich kenne beispielsweise nicht einen einzigen schwulen Metal-Fan. Und wenn man bedenkt, wie viele Leute ich seit Jahren in dieser Szene auf Konzerten, Festivals und Partys kennenlerne, dann widerspricht das doch jeder statistischen Logik.

Warum schreibe ich jetzt die ganze Zeit von Schwulen und nicht von Homosexuellen? Die Antwort ist simpel: Lesben, zumindest das, was der gemeine Metaller für eine Lesbe hält, sind in der Szene gerne gesehen und dienen als Projektionsfläche für – vornehm ausgedrückt – erotische Fantasien. Ob knutschend vor der Bühne mit einer Horde Lechzender um sich herum oder fummelnd und tanzend auf der Bühne, während einer Manowar- oder Mötley-Crüe-Show – zwei Frauen gelten als erotisch, ästhetisch, sexy. Sieht ja auch nett aus, keine Frage. Aber hat einer von euch schon einmal zwei knutschende Männer vor der Bühne auf dem Wacken Open Air gesehen? Ich nicht. Und ich fahre da seit bald zehn Jahren hin. Mich macht das traurig. Nicht weil ich mir gerne knutschende Männer angucken würde, sondern weil mich diese Doppelmoral ankotzt.

Für mich verkörpert diese Musik Freiheit, von mir aus auch Auflehnung. Lange Haare galten einst als Symbol dafür, dass man sich dem verbohrten Spießertum verwehrt, liberal ist und die konservativen Werte ablehnt, zumindest aber in Frage stellt. Und wo befinden wir uns heute? Heute geht ein einstiger Vollzeittrinker, ex-Rebell und musikalisches Genie in eine Talkshow und schließt sich den hirnverbrannten Ideen derer an, gegen die er einst mit zerrissener Jeans und schmuddeliger Lederjacke protestierte. Traurige Zeiten.

Was die Homoehe angeht, habe ich übrigens eine ganz klare Meinung: Jeder hat das Recht, sein eigenes Leben zunichte zu machen. Warum sollten sich Homosexuelle nicht in das gleiche Unglück wie alle anderen Verliebten stürzen dürfen?

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 17. Februar 2012

Februar 17th, 2012

 

Sabatons neues Album heißt "Carolus Rex". Foto: Nuclear Blast

1. Sabaton enthüllen Details zum neuen Album

Die schwedischen Power-Metaller Sabaton haben bekannt gegeben, dass ihr neues Album “Carolus Rex” heißen wird.

2. Naglfar melden sich mit 7-Inch zurück

Lange hat es gedauert, jetzt ist es soweit: Die schwedischen Black-Metaller Naglfar melden sich mit einer 7-Inch-EP zurück.

3. Unheilig veröffentlichen neues Video

Die Shooting-Stars stellten heute ihren neuen Clip zu dem Song “So wie du warst” vor.

4. ICS Vortex mit neuem Bassisten

Der ex-Dimmu-Borgir-Musiker wird an diesem Wochenende seinen ersten Auftritt bestreiten. Zeitgleich hat er jedoch auch zwei Line-Up-Wechsel zu verbuchen: Gitarrist ist ausgestiegen und an den Drums wurde Asgeir Mickelson durch baard Kolstad ausgetauscht.

  • Page 1 of 2
  • 1
  • 2
  • >