Die Samstags-Kolumne: Von Eintracht Tankfurd bis Olympique Alcest

 

Online-Kolumne von Elvis Dolff

Der Kolumnist: Elvis Dolff schreibt seit den Anfängen im Jahr 2004 für den METAL MIRROR und ist in der Werbeindustrie tätig.

Begeben wir uns mal auf eine wilde, gedankliche Exkursion. Es ist EM und nicht die eigentlichen Fußballer stehen auf dem Platz, sondern die jeweils „repräsentativen“ Metal-Akteure der verschiedenen Länder. Ausgestattet mit den Fähigkeiten, die sie im Metal auch auszeichnen. Ein Vorbericht der etwas anderen Art.

Gruppe A:

Topfavorit sind die Griechen: Stars des Teams sind die Tolis-Brüder von Rotting Freistoß Athen im Mittelfeld. Vielseitige und einmalige Spielweise, schon über Jahre hinweg. Genauso Sturmtalent Gus G, der neben seinem Engagement für Ozzton Villa in England auch für Feierwind Saloniki alle Saiten im Angriff spielen kann. Dagegen halten die Polen ihren blindrohen Bolzapparat um Piotr Wiwczarek (Va-der-drin Olsztyn) und Sturmpartner Inferno-zum-Tor-egal (Lechia Behemoth). Aus dem Mittelfeld versorgt vom wiedererstarkten Spielmacher Nerg(o)al vom selben Club. Schwachstellen sind hier die oft zu verspielten Vertreter von Legia Riverside in der Viererkette. Die unterschätzten Underdogs der Gruppe sind klar die Russen, die zwar mit Abwehrbrutalo Filimontsev von Katalepsy Moskau und dem Sturmduo Scream (Spartarkona Moskau) und Hjervard, vom bei Schiris unbeliebten Club Zenit Noman‘s Hand, kampfstarke Kandidaten aufbieten können, die aber noch zu keiner größeren Ehre kommen konnten. Noch weniger weiß man nur noch von den Tschechen, die aber mit Lord Morbivod im Tor (Viktrollech Plzen) einen angeblich außergewöhnlichen Charakter stellen.

Gruppe B:

Die zweite Gruppe stellt mit den Deutschen und Niederländern wohl zwei Titelfavoriten. Letztere überrollen mit ihrer rohen Spielweise fast jedes andere System. Angefangen beim Abwehrbollwerk um Bob Bagchus (Pass-fix Oldenzaal), Ed Warby (Hail of Utrecht), Erik Fleuren (Legion Of The Geldrop) und VRDRBR (Torfaust Asten) bis zum Sturmduo Martin „Deathhammer“ van Drunen (auch Pass-fix Oldenzaal) und Sharon den Adel (Winning Temptation), das sich gerade durch seine unterschiedliche Spielweise perfekt auf jeden Gegner einstellen kann. Die Deutschen haben Stars auf jeder Position (siehe Grafik). Torhüter Frank Thorwarth und Stürmerstar Gerre sind Erfolgsgaranten des hessischen Traditionsclubs Eintracht Tankfurd. Gesetzt sind die Abwehrrecken Hansen (Gamma Play Hamburg) und Kürsch (Blind Guerdingen 05), die innerhalb der Mannschaft oft aber für zu abgehoben und wortkarg wahrgenommen werden. Die Position um Ventor und Rammbein Till Lindemann sind relativ vakant. Die offensiver ausgerichteten torgeilen Tormen-Tor (Desas-Tor Koblenz) und Mayhemic Destruc-Tor (Endstein Kiel) lauern auf ihre Chancen. Das Metalfeld ist mit den Flügelhexern Leif Jensen (Dew-Scentracht Braunschweig) und dem Stammspieler „Onkel“ Tom Eckenkicker (Sodom 04) perfekt organisiert. Die zentrale Position (momentan Hoffmann/Baltes, das Duo vom FCcept Solingen) hat viele Optionen. Speesy (Rot-Weiß Krea-Tor!) oder Bischoff und Dietz von Heaven Shall Jena sind probate Alternativen. Ebenso unklar ist die Position neben Goalgetter Gerre. Udo Anschneider hat seine besten Zeiten hinter sich und auch Pille Petrozza ist nicht mehr so aggressiv wie früher. Wieder spielberechtigt ist z.B. Marc Grewe (SSV Tor-Goth) und im Schatten der anderen stand auch immer „SG“ von SOTM Osnabrück. Bobby hat sich seit der Umbenennung von Borussia Sodom 04 zum FC Sodom 04 vom Sport zurückgezogen und Doro vom Aufsteiger Dorotuna Düsseldorf passt nicht ganz ins System.

Bei den Dänen spielt sich alles um den erfahrenen Spielmacher K.B. Petersen (Kinghagen Diamond) ab. Die Jungspunde Summer/Batten (Illhus Disposed) und Nyholm/Pepe (Hatesperehus GF) in der Offensive und Poulsen/Larsen/Kjolholm (Vollspann Volbeathagen) auf den Flügeln bzw. in der Defensive ergänzen den Chef perfekt. Gefährliches Team. Eher Außenseiter sind die Portugiesen, die hauptsächlich mit den Spielern des Meisters Sporting Moonspell um Diva Ribeiro auflaufen werden. Immerhin konnten sie die favorisierten Norweger in der Qualifikation Schwarz sehen lassen.

Gruppe C:

Gruppe C wird wohl von den Iren um Mittelfeldstar Alan Nemtheanga Averill von Primordial United beherrscht werden. Allein seine Präsenz weiß es seine Gegner auf dem Platz einschüchtern zu können. Die Gruppe sollte trotzdem nicht unterschätzt werden. Auch wenn die Spanier mit ihrer plumpen Spielweise lange nichts mehr gewonnen haben, sind z.B. die Goalgrinder von Haemorrheal Madrid ein aufstrebendes Team. Die Italiener sind spätestens seit dem Weggang von Luca Turilli keine große Gefahr mehr. Die pralle Spielweise von Scabbia (Inter Coiland) und die geschlossene von Morbid/Asher/Algol (Forgotten AC) lassen sich einfach schwer kombinieren. Die Kroaten werden als unberechenbarer Außenseiter eingestuft. Vorsicht!

Gruppe D:

Die Topfavoriten der EM finden wir in der vierten Gruppe. Neben den Underdogs aus der Ukraine und Frankreich (einzig Neige, Olympique Alcest, und die Duplantier-Brüder vom AS Goaljira) haben die Engländer im ganzen Team Stammspieler seit den 80ern. Iommi (Blackingham Sabbath) und Kilmister/Campbell (Motörheader United) als zentrale Fädenzieher im Mittelfeld und Dickinson (Arsenal Maidon)/Cronos (Venomcastle United) im Sturm sind genauso wenig wegzudenken, wie die bulligen Ausputzer Greenway/Embury von Napalm Eckstoß. Die können jederzeit andere Saiten aufziehen. Doch sind die Schweden ein vielleicht noch größer Favorit, da spritziger. Mit dem Übertorwart Lindberg (At The Posts IF), den individuell starken Hegg (Amon Abseits) und Friden (In Flames Klub, kurz IFK, Göteborg) und den technisch versierten Renkse (Kantersieg Tonia) und E. (Wat-Ain-Tor! Uppsala) im Hintergrund.

Mein Fazit: es bleibt spannend und jeder kann schon mal sinnieren, welche Systeme sich durchsetzen und wer für Überraschungen sorgen wird. Solang man im Umkehrschluss nicht die Fußballer auf die Bühne lässt, ist jedenfalls noch alles im Lot.

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