Die Rückkehr des New Metals?
Matt McDonough ist Schlagzeuger bei der berühmten New-Metal-Combo Mudvayne und schwärmt nicht nur begeistert von dem neuen Coverartwork, sondern auch vom Rio Grande und blickt optimistisch in eine Zukunft, in der sein Metal-Genre hoffentlich wieder eine große Rolle spielen wird.
Text: Jenny Bombeck | Foto: Mudvayne
Mudvayne gehörten während des großen Genre-Booms zur New-Metal-Speerspitze und melden sich mit ihrem selbstbetiteltem, neuen Studiowerk bereits ein Jahr nach ihrem Vorgängeralbum „The New Game“ zurück.
Anscheinend hatten die Herren um Sänger Chad Gray noch genügend Songs im Hinterstübchen, die ans Tageslicht wollten. „Mudvayne“ ist Album Numero fünf und daher drängt sich die Frage auf, warum gerade dieses Machwerk den eigenen Bandnamen als Titel verdient hat. Schlagzeuger Matt findet dafür eine Antwort, die wie aus einem Maschinengewehr heraus geschnellt kommt.
„Wir haben einfach den coolsten Bandnamen auf diesem Planeten“, lacht der gut gelaunte Musiker herzlich in die Hörmuschel. Nach diesem kleinen Lachanfall findet Matt aber noch eine weitere Erklärung für die Wahl des Titels, die ein wenig reifer klingt, aber gleichzeitig nicht weniger plakativ. „Unser neues Album vereint unseren vergangenen Stil mit dem gegenwärtigen. Schon allein dies ist eine spannende Sache. Mit jedem Album, das wir veröffentlicht haben, sind wir als Schreiber gewachsen und auch die Beziehungen innerhalb der Band haben sich verändert. So hatten wir bei den aktuellen Aufnahmen das Gefühl, dass wir besonders konzentriert gearbeitet haben. Wir hatten eine komplett andere Wahrnehmung. Dieses Album repräsentiert die Band in einem besonderen Glanz und daher hat es diesen Titel verdient.“
Dass die Amis ihren Fokus komplett auf die Arbeiten am Album legen konnten, liegt unter anderem daran, dass sich die Band in die Isolation zurückzog. Dieses Mal wählten Mudvayne den Rio Grande als Ort des Geschehens aus. Anscheinend war dieser Flecken Erde die richtige Entscheidung, denn Matt gerät sofort ins Schwärmen und füllt die Hälfte der Interviewzeit mit einer expliziten Beschreibung der Gegend, die laut seiner Aussage auch einen Einfluss auf das Songwriting hatte. Hier folgt die stark gekürzte Version:
„Der Rio Grande ist einfach eine schöne Landschaft, die sehr wüstenähnlich ist, mit viel Sand und offenem Gelände. Zeitgleich gibt es aber auch die grüne Seite und dieser Kontrast macht den Ort zu einem Erlebnis. Wir haben uns dort einige Monate lang aufgehalten und konnten einen interessanten Eindruck von den Einwohnern erhaschen.“
Cover a la Beatles
Neben dem ungewöhnlichen Aufnahmeort haben sich Mudvayne auch etwas besonderes für das Coverartwork ausgedacht: Paul Booth, ein berühmter Tattoo-Künstler, hat ein Schwarzlichtcover extra für die Band entworfen. Chad und Matt haben selber eigene Tattoos auf ihrem Körper, die aus der Nadel von Herrn Booth stammen.
„Der besondere Clou an dem Artwork ist, dass es an ein berühmtes Beatles-Album erinnert, wenn kein Licht darauf fällt, denn dann ist es komplett weiß“, verrät Matt.
Auch wenn Mudvayne locker zur Top-Five der New-Metal-Bands gehören, so merken auch die Jungs, dass sich die Zustände im Musikbusiness verschärfen. Die glorreichen Zeiten des New Metals scheinen ad acta gelegt zu sein. Einstigen Größen fehlt heutzutage das Geld, um in Deutschland auf Tour gehen zu können. So ergeht es auch Matt und seinen Kollegen momentan. Aber der Drummer gibt die Hoffnung nicht auf und ist sich sicher, dass die goldenen Zeiten wiederkommen.
„Musik ist im stetigen Wandel und mit der Zeit wollen die Leute einfach andere Musik hören oder auch machen. Aber verschiedene Musikstile werden sich immer wiederholen und wiederkehren“, prophezeit Matt.








