Live – Steelpreacher

Live-Bericht Steelpreacher Oberhausen

STEELPREACHER
(+ FATAL EMBRACE + METALHEAD + ERAZOR)

12. Dezember – Oberhausen, Helvete

Text & Fotos: Dorian Gorr & Benjamin Gorr

Die Preacher sind zurück: Deutschlands vielleicht kultigste und aus irgendeinem Grund noch nicht unter Vertrag stehende Heavy-Metal-Band hat es zwischen ihren privaten Bitburger-Exzessen einrichten können, sich Mitte Dezember in Oberhausen einzufinden, um ein extralanges Set zu absolvieren.

Vorher starten jedoch die schwarzen Lokal-Thrasher ERAZOR, die mit ihrem Auftritt die Spannung auf ihr in Kürze erscheinendes Album erhöhen.

Anschließend dürfen METALHEAD ran, die sich mit Haut und Haar dem Heavy Metal der klassischen Schule verschrieben haben. Der Sound spielt dem Quintett zwar hier und da einen Streich, aber nachdem sich das erste Battallion Fans in Richtung Kneipe verabschiedet, gewinnen Metalhead noch einmal an Fahrt. Die Quietsche-Stimme von Sänger Stefan ist jedoch nach wie vor auf Dauer sehr anstrengend.

Nicht weniger Old-School, aber eine ganze Ecke härter schreiten FATAL EMBRACE zu Werke. Die Berliner haben sich in Kutten und jede Menge Nieten gehüllt und geben vor allem mit den Songs des aktuellsten Albums „Dark Pounding Steel“ Vollgas. Für kurzweilige Nackenwirbel-Action scheinen die Songs auch geeignet, auf Dauer fehlt hier jedoch jeder Funken einer eigenen Idee.

Keine Ahnung, ob die Musik der STEELPREACHER als „neu“ oder „ideenreich“ bezeichnet werden darf, aber Fakt ist, dass die Koblenzer mehr Charakter haben, als alle ihre Mitstreiter. Die drei Kuttenträger veranstalten auf der kleinen Helvete-Bühne eine unglaubliche Privatparty, bei der nicht nur jede Menge Bier in die Bandmünder gekippt wird, sondern auch die Fans den ein oder anderen Schluck abbekommen. Und Lust auf Bier kriegt man in der Tat, sobald das Trio in einen x-beliebigen Song einsteigt. Partyhymnen wie „Hammered And Down“, „Hell Bent For Beer“, „Drinking With The Devil“, „Drunk On Arrival“ oder „Start Raising Hell“ sind einfach der perfekte Soundtrack, um sich die Kante zu geben. Wer für so viel Laune im Club sorgt, dem verzeiht man auch glatt, wenn nicht jedes Solo perfekt sitzt oder hier und da die Verstärker kratzen. Dass die Band heute eine der längsten Shows in ihrer jungen Karriere spielt, merkt man ihr leider gegen Ende des Sets an. Die Stimme von Preacher hat während des Gigs nur während weniger Songs eine Pause (beispielsweise bei dem genialen „Bitchcraft“) machen dürfen, sodass am Ende nicht mehr viel Power durch die Wand aus Gitarre, Bass und Schlagzeug dringt. Für den Abschluss ist das jedoch gar nicht schlimm, AC/DCs „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ kennt ohnehin jeder Anwesende auswendig, weswegen hier die Fans das Singen übernehmen. Unterm Strich bleibt ein authentischer, ehrlicher und stimmungsvoller Gig. Kommt bald wieder, liebe Stahlprediger!

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