CD-Review: Ihsahn – After

Progressive Metal

IHSAHN
After
8 Songs (53:00) / erschienen am 22.1. (Candlelight|Soulfood)

Schön an einem neuen Ihsahn-Album ist immer, dass man im Vorfeld nicht einmal ansatzweise eine Ahnung hat, womit einen der ehemalige Emperor-Chef diesmal überrascht. Dass sich Ihsahn im Zuge seiner Experimentier-Wut öfter mal zu weit aus dem Fenster lehnt, ist da ein Risikofaktor, den man gerne eingeht, wenn man dafür in regelmäßigen Abständen interessante Ideen und Ansätze geboten bekommt. „After“, das dritte Album unter Ihsahns Solo-Herrschaft, ist ein Album, das eben solche interessanten Ideen und Ansätze präsentiert. Die progressiven Songstrukturen lassen sich nämlich abermals in keinen Genre-Kontext rücken. Mal klingt es zart, filigran und fast schon zerbrechlich aus den Boxen, dann plötzlich erwischt einen die geballte Heavy-Metal-Schlagseite und plötzlich überrumpeln einen technische Riffs, die nicht auf Melodik oder Harmonie ausgerichtet scheinen, sondern beinahe mathematisch bestimmte Notenfolgen abarbeiten. Dass einen dabei manche Parts zumindest latent an Emperor erinnern, wird wohl an Ihsahns eiskalten Vocals liegen, die allerdings zunehmend von cleanen Gesängen in den Hintergrund gedrängt werden. Das überraschendste, wahrscheinlich auch polarisierendste Element auf „After“ ist der häufige Einsatz eines Saxophons, das den Songs eine ganz eigene Atmosphäre einverleibt und die Ideenvielfalt Ihsahns verdeutlicht, die ihn leider auch hier an wenigen Stellen den roten Faden des Songs verlieren lässt.
8 / 10 (Dorian Gorr)

Hinterlasse einen Kommentar