Interview: Sammath
Klasse statt Masse
15 Jahre und noch immer lebendig: In Australien gegründet, nach Holland ausgewandert und mit einem neuen Album am Start – SAMMATH. Die Band verfolgt auf „Triumph In Hatred“ nur ein Ziel: den eigenen Ansprüchen muss es genügen.
Text: Carolin Teubert | Foto: Jan Kruitwagen
Dass Sammath schon 15 Jahre existieren, ist beachtlich. Auch wenn die Band nicht die Größe erreicht hat, wie vielleicht andere aus dem hohen Norden stammende Kollegen, so kann sie auf eine lange Geschichte zurückblicken, die natürlich von Höhen und Tiefen geprägt ist. So gibt Frontmann Jan Kruitwagen zu bekennen, dass er der einzige ist, der von den Gründungsmitgliedern übrig geblieben ist. Das Warum erklärt er folgendermaßen:
„Die anderen haben eben aufgehört. Oft war es so, dass sie ihre Musikrichtung verändert haben. Nicht allzu selten spielten aber auch finanzielle Gründe und andere Bands eine Rolle.“
Trotzdem scheint der heutige Holländer es ziemlich gelassen zu nehmen. Schließlich wird er täglich mit E-Mails, Reviews oder Interviews bombardiert, Sammath sind durchaus eine bekannte Underground-Band in einer Szene geworden, die sich verändert hat, was Jan beklagt.
Schon fast ein wenig nostalgisch erinnert er sich an Zeiten, wo noch Briefe verschickt wurden. Doch viel schlimmer sei die Tatsache, dass heute jährlich 10.000 statt 1000 Black-Metal-Alben veröffentlicht würden.
„Heute gibt es einen riesigen Fundus mit viel Müll, ein Haufen Labels mit schlechten Bands. Es ist alles sehr oberflächlich geworden. Kaum einer beachtet wirklich, was hinter einer Band steckt. Es geht viel mehr um die Masse, statt um die Qualität.“
Genau das wollen Sammath vermeiden. Sie wollen weiter ihre eigene Musik machen und scheren sich dabei nicht um andere Bands. Ihr neues Album „Triumph In Hatred“ bietet wütenden Black Metal auf hohem Niveau. Thematisiert wird vor allem Hass und Kritik an der westlichen Gesellschaft.
„Das macht Black Metal aus. Er soll realistisch sein.“
Wer auf übliche Themen wie Satanismus hofft, ist hier allerdings an der falschen Adresse.
„Ich glaube nicht an Satan, ich glaube an nichts. Religion nervt“, gibt der Frontmann bekannt. „ Es ist einfach nicht existent für mich. Denn wenn es Satan gibt, dann gibt es auch einen Gott und das widerspricht sich für mich. Ich will Themen, die real sind. Black Metal ist arrogant und egozentrisch, viel weniger auf ein Image bezogen. Nur weil jemand auf einem Konzert war und ein Black-Metal-Shirt trägt, ist er noch lange kein richtiger Black Metaller.“
Im Vordergrund steht für Sammath ohnehin die Musik, doch leider derzeit nur in der Studioversion. Auf Live-Auftritte musste man dieses Jahr leider verzichten. Wie es 2010 wird, bleibt abzuwarten. Schließlich soll alles gut geplant sein. Der Frontman möchte Sammath auf höchstem Niveau halten.
„Ich mag es eben nicht, wenn das Essen schlecht ist, die Bühnenmanager und Soundtechniker unfähig sind und wenn einfach nichts funktioniert. Genauso wenig mag ich zu große Konzerte. Deshalb investiere ich viel Zeit in die Planung, denn schließlich wollen ich, die Band und die Fans mit einem Sammath-Auftritt zufrieden sein.“
Im Frühjahr 2011 soll aber auf jeden Fall getourt werden. Bis dahin muss man die kalte Wartezeit mit dem neuen Album überbrücken. Also: Licht aus, Musik an und genießen!


