Live: Enter Shikari

Enter Shikari live in Köln

ENTER SHIKARI
(+ TWIN ATLANTIC)

25. Januar – Köln, Gloria

Text: Marcel Reefmann | Foto: Christoph Hollmann

Montag Abend im Gloria in Köln. Enter Shikari sind nach einem Kurzbesuch als Vorband von Prodigy zurück in Deutschland.
Support ihrerseits ist Twin Atlantic, nachdem Story Of The Year kurzfristig abgesagt haben.

Gegen 21:30 geht es nach kurzem Soundcheck auch los, das Gloria ist bereits gut gefüllt, allgemein scheint aber kaum jemandem der Name TWIN ATLANTIC ein Begriff zu sein. Selbige können das Publikum allerdings mit einer klasse Mischung aus Progressive-Indie- und Post-Hardcore-Elementen schnell für sich gewinnen. Nach knappen 30 Minuten und sechs Songs ist aber auch schon wieder Schluss, nicht jedoch ohne einen mächtigen Eindruck als Geheimtipp hinterlassen zu haben.

Danach folgt der Soundcheck für ENTER SHIKARI und das Gloria füllt sich restlos mit Vertretern jeder Alters- und Genreklasse. Nebenbei bemerkt, der Sound ist sowohl bei Enter Shikari, als auch bei Twin Atlantic erstklassig abgemischt.

Enter Shikari beginnen mit dem Intro des aktuellen  Albums „Common Dreads“, an das sich nahtlos der Folgetrack „Solidarity“ anschließt. Das Publikum lässt sich auch nicht lange bitten und startet erste Moshpits. Generell sind Band als auch Fans in blendender Stimmung, Sänger Rou Reynolds gibt Deutschkenntnisse à la „Mein Wellensittich ist geplatzt“ zum Besten und die Menge lässt sich in Sachen Mitsingen nichts vormachen. Auch die Band leistet sich keine Patzer und strotzt während der gesamten Performance nur vor Energie, sei es bei den Shouts oder beim Stagediven  während  „Zzzonked“.

Um dem Publikum hin und wieder auch seine Ruhepausen zu gönnen, werden zwischendurch immer wieder Interludes eingebaut, die wenigstens kurz verschnaufen lassen, das funktioniert allerdings auch herrlich bei „You‘re Not Getting Any Sleep Tonight“ , das Sänger Rou mit Akustikgitarre beginnt und sicher einen der Höhepunkte des Konzertes darstellt. Ein weiterer persönlicher Höhepunkt sind die drei Minuten „The Jester“, die das Gloria mit Trance-Core-Klängen ordentlich durchschütteln.

Insgesamt kommt keines der beiden Alben zu kurz und man bekommt alle Highlights beider Scheiben geboten, bedankt wird sich mit zahlreichen Moshpits, einem riesen Circle Pit zu „Step Up“ und  jeder Menge Stagedivern.

Nach guten 90 Minuten, inklusive zweier Zugaben, unter anderem die während des gesamten Konzertes erwartete Hitsingle „Sorry You‘re Not A Winner“ ist dann auch Schluss und die Band lädt noch zur Aftershowparty ein. Ein Großteil der Menge scheint sich aber bereits ausreichend ausgetobt zu haben. Das Publikum verlässt daraufhin in allgemeiner Ausgelassenheit das Gloria und man kann sagen, dass Enter Shikari mit diesem gelungenen Abend deutlich die ihnen zugeschriebene Eigenschaft einer Top-Live-Band untermauert haben und Lust auf einen erneuten Besuch wecken. Auch Twin Atlantic sollte man auf der Rechnung haben, die so etwas wie die Überraschung des Abends darstellen und eine super Ergänzung zum fetten Enter-Shikari-Sound boten.