Interview: Draugnim – “Finnische Kämpfernaturen”

Interview mit Morior (Draugnim)

Finnische Kämpfernaturen

Aus der finnischen Einöde melden sich die epischen Black-Metaller DRAUGNIM zurück. Schon beim Debüt musste man sich Vergleiche mit Moonsorrow gefallen lassen und auch das neue Album schlägt in eine musikalisch sehr ähnliche Kerbe.

Text: Dorian Gorr | Foto: Olli Häkkinen

Dass die Band mit ihrem Mix aus Black Metal und epischen Keyboards stark an die Genremeister Moonsorrow erinnert, verwundert nicht. Moonsorrow-Sänger Ville Sorvali war bei „Horizons Low“, dem aktuellen Album von Draugnim, der ausführende Produzent. Das vor zwei Jahren erschienene Debüt hatte bereits sein Bruder Henri produziert. „Ville war eine große Hilfe. Er gab uns Feedback und half uns unsere Ideen zu sortieren. Allerdings will ich betonen, dass die Songs schon alle vorher geschrieben wurden“, wehrt Gitarrist und Keyboarder Morior Plagiatsanschuldigungen ab.

Dass der Sound von melodischer Epik und schwarzer Härte geprägt ist, scheint weniger ein Produkt der Bewunderung für Moonsorrow zu sein, sondern eher in der finnischen Natur zu liegen. „Finnen haben eine eigene Mentalität. Die beeinflusst stark die gesamte Lebensatmosphäre und dementsprechend auch die Musik, die wir spielen“, versucht sich Morior an einer Erklärung. „Finnen sind oft einsam, wir stellen uns quer und erwarten keine Hilfe von außerhalb. Wir sind Kämpfernaturen.“
Kämpfernaturen, die sich mit „Horizons Low“ zu einem echten Geheimtipp entwickeln. Vor allem, weil das Album durch seinen natürlichen Sound besticht. „Uns war es wichtig, dass wir keine dieser furchtbaren modernen Produktionen bekommen“, schnaubt der Draugnim-Chef verächtlich. „Trigger, Sampling, das nachträgliche Editieren – es ist schlichtweg herzlos und raubt der Musik jede Atmosphäre. Unser Album sollte nicht platt konstruiert wirken, sondern eine Seele haben und diese auch zum Ausdruck bringen.“

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