Live: D-A-D in München, Backstage

D-A-D live in München

D-A-D
(PUSSY SISSTER + ESCHENBACH)

6.12. – München, Backstage

Text & Foto: Elvis Dolff

Ein noch mäßig gefülltes Backstage erwartet an diesem Montag als erste Band die von Stephan Weidner produzierten ESCHENBACH. Deutscher Rock, der auch mal ganz gute metallische Passagen produziert und oftmals an die Böhsen Onkelz erinnert, ist das musikalische Hors d’oeuvre des heutigen Abends. Songs wie „Zwischen Schuld und Sühne“, „Bist Du Deutschland?“, „Russisch Roulette“ oder „Blick in den Spiegel“ werden den anwesenden Zuschauern präsentiert, welche sich nur sehr vereinzelt für die Band zu interessieren scheinen.

Die Wurst im heutigen Band-Sandwich sind PUSSY SISSTER und wer sonst könnte diese phallische Metaphorik besser ausfüllen als die tuntigen Poser-Metaller um Sänger Alex Sex. Dieser stürmt auch zu Beginn direkt stilecht mit nackter Brust unter offener Lederjacke die Bühne und besingt die noch steinernen Massen. Doch das Interesse steigt bei stimmungsvollen Rockern wie „Vampires Of Death“, „Leader Of The Gang“ oder „Pussy Sisster“. Die Karlsruher Band kann während des Auftritts augenscheinlich ein paar neue Fans hinzugewinnen und überzeugen – das total übertriebene Posertum hat also noch nicht ausgedient und behält seinen charmanten Kultfaktor!

Das Highlight des Abends jedoch markieren die dänischen Rockstars von Disneyland After Dark, kurz D-A-D. Fast jeder Song ein Mitsing-Garant oder Ohrwurm-Kandidat, ohne dass die Band durch zu poppiges oder seichtes Flair an Identität einbüßt. Dafür sorgen auch die kultig-semi-deutschen Ansagen von Jesper Binzer oder die vielen verschiedenen Bassgitarren-Kunstwerke Stig Pedersens. Neben einer Ampel-Konstruktion an einem Bass, diversen Flashlights an einem anderen, einer Klampfe in einer Plastikrakete, ist vor allem das invertierte Spielgerät etwas Besonderes, wo ein winziger Korpus und ein riesiger Hals die Seiten des anderen einnehmen. Die Setlist lässt ebenfalls kaum Wünsche offen und brilliert mit „Everything Glows“, „Something Good“, „Girls Nation“, „Monster Philosophy“ oder „Sleeping My Day Away“. In der Zugabe kommen dann auch noch „I Won’t Cut My Hair“, „Jacketless In December“, „Laugh’n’Half“ und natürlich „After Dark“ zum Zug. Rundum ein verdammt starker Auftritt der dänischen Rock-Dogs, der das Publikum mehr als nur überzeugt hat.

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