Interview: Bonfire – “Solange wir nicht wie Creed klingen…”

Hans Ziller im Interview (Bonfire)

“Solange wir nicht wie Creed klingen…”

Seit 25 Jahren stehen BONFIRE an vorderster Front der deutschen Hard-Rock-Szene. Im Interview erklärt Bandgründer und Gitarrist Hans Ziller, wieso man mit der Band keine Experimente mehr wagt, sondern lieber auf Bewährtes vertraut.

Interview: Dorian Gorr | Foto: Bonfire

Hans, Bonfire sind nun beileibe keine Newcomer-Band mehr. Euch gibt es ja in der Tat schon eine halbe Ewigkeit. Dieses Jahr feiert ihr euer 25-jährige Jubiläum. Wie sucht man sich nach so vielen Jahren noch neue Herausforderungen?
Uns ist ganz wichtig, dass wir keine Routine kriegen. Weil dann sollte man aufhören. Man sucht sich immer neue Herausforderungen, das kommt ganz natürlich. Beispielsweise haben wir in der Vergangenheit mit dem Theater Ingolstadt zusammengearbeitet.

Bonfire haben schon viele Alben veröffentlicht. Welchen Grund hat der Fan, sich dieses Album zu kaufen und nicht bei den zahlreichen anderen Alben zu bleiben?
Also der Fan soll sich das Album erstmal anhören, bevor er es kauft. Dann wird er erkennen, dass wir auch diesmal wieder versucht haben, unseren Namen zu verteidigen. Wo Bonfire draufsteht, da muss Bonfire drin stecken. Wir haben natürlich einen gewissen Stil. Aber den wollen die Fans eben hören. 2003 haben wir mit „Free“ experimentiert und neue Sounds eingebaut. Dafür haben wir richtig einen auf den Deckel bekommen.

Und seitdem setzt ihr lieber die Scheuklappen auf und experimentiert gar nicht mehr?
Man versucht schon noch neue Strömungen mitzunehmen, immerhin haben wir 2011, nicht 1986. Aber wir leben uns dann eher beim Gitarrensound oder so aus und nehmen da neue Ideen mit rein. Solange es nach Bonfire und nicht nach Creed klingt, ist ja alles im grünen Bereich.

In eurem musikalischen Sektor, dem klassischen Hard Rock, kommen derweil jeden Monat etliche Platten heraus. Was macht dich so sicher, dass ihr da nicht irgendwann in der Versenkung verschwindet?
Ich fühle mich recht sicher, wenn ich alleine auf die aktuellen Trendcharts gucke und wir da auf Platz 66 stehen. Das ist für eine Rock-Band ein gutes Ergebnis. Wir wissen, was wir können und haben darin jahrelange Erfahrung. Deswegen mache ich mir da keine Sorgen.

Wieviele Alben muss man denn 2011 nur noch verkaufen, um in den Charts zu landen?
Das kommt stark darauf an, in welcher Saison man sich gerade befindet. Vor Weihnachten ist das beispielsweise sehr viel schwieriger. Aber die Charts werden eh überbewertet. Wer in den Charts ist, der ist nicht automatisch steinreich und ein Superstar. Wieviel man heute absetzen muss, um da reinzukommen, das weiß ich selbst nicht.

Allerdings könnt ihr bei eurem Status durchaus von der Musik leben oder?
Ja, den Status haben wir glücklicherweise. Allerdings verdient man fast nur noch mit den Live-Auftritten Geld. Das Plattengeschäft ist dafür zu rückläufig, auch wenn wir noch im fünfstelligen Bereich Alben verkaufen. Heute sitzt den Leuten das Geld einfach nicht mehr so locker in der Tasche, weil es so viele Alternativen gibt. Letztlich bin ich aber überzeugt, dass sich Qualität, wie die von Bonfire, immer durchsetzen wird.
www.bonfire.de

METAL MIRROR #50 herunterladen