Live: Saint Vitus in Köln, Underground

St. Vitus live in Köln

SAINT VITUS
(THE GRAVIATORS + BURDEN)

21.12. – Köln, Underground

Text & Foto: Elvis Dolff

Kurz vor dem ach-so-heiligen Weihnachtsfest steht auch der heutigen Abend im Underground zu Köln ganz im Zeichen des letzten Tourauftritts des übermenschlichen Schutzpatrones des Tanzes, dem heiligen Saint Vitus. Interessanterweise leitet sich vom heiligen Saint Vitus (oder auch Sankt Veit) der Veitstanz ab, der Tanzwut und schlichtweg die Kontrolle über die eigenen Gliedmaßen beschreibt. Doch so weit war es dann doch noch nicht, als die erste Vorband BURDEN die Bühne betritt. Nichtdestotrotz überzeugen die Jungs mit saftig-hartem Rock, der zwischen Doom Metal, Stoner-Klängen und tonnenschweren Riffs schwankt. Generell ein fetter Sound, der durch eine wahnsinnig intensive Stimme von Sänger Thorsten getragen wird.

Ebenso niveauvoll und satt, aber eher in einer klassischeren Doom-Metal-Ecke verortet, machen die GRAVIATORS weiter. Sehr psychedlisch-rockig angehaucht spielen sich die Schweden überzeugend durch einige Songs ihres neuen Albums – darunter „Keep‘em Coming“, Storm Of Creation“ oder „Back To The Sabbath“. Sänger Niklas Sjöberg fällt dadurch auf, dass er in den langen Instrumentalphasen der Songs mal eben an der Theke neues Bier holt, sich dann direkt in die erste Reihe neben die Fans stellt und die endlos-hypnotisierenden und großartigen Gitarren-Parts aus einer ganz anderen Perspektive genießt. Sänger Wino von Saint Vitus kommt sogar auch für einen Song auf die Bühne und singt.

Zum Abschluss und Höhepunkt des Abends gelingt es SAINT VITUS den Laden noch einmal richtig auf den Kopf zu stellen. Unter Widmung der Show an Armando Acosta, dem kurz vor der Tour verstorbenen Drummer, zocken die Doom-Metal-Legenden ein makelloses Tourfinale. Neben Klassikern wie „White Magic/Black Magic“, „Look Behind You“ , „H.A.A.G.“, „Mystic Lady“ oder „Saint Vitus“ dürfen auch „Dying inside“, „Living Backwards“ oder „Clear Windowpane“ nicht fehlen. Die Doom-Metal-Hymne „Born Too Late“ setzt der Setlist natürlich noch das immens-kultige Sahnehäubchen auf. Obwohl im ganzen Tourpaket wohl eine herbe Grippe grassiert, überzeugen die alten Herren auf ganzer Linie: Scott „Wino“ Weinrich mit bitterbösem Blick und Gesang und Gitarrist Dave Chandler mit unglaublicher Gitarrenarbeit – getätigt mit Hand, Gesicht oder Publikum (in einem abschließenden Marsch durch die Menge schreddert er sein Spielgerät an mehreren Häuptern der Anwesenden). Insgesamt ein mehr als grandioser Abend!

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