Live: Ektomorf in Köln

EKTOMORF
(+ KORZUS + REPLICA + GORTHAUR‘S WRATH)

13.2. – Köln, Underground

Text & Foto: Elvis Dolff

Sonntag, 20 Uhr – Thrashtime: Einen Tag vor der kommerziellen Zelebration der Liebe im Zeichen des Valentin, sollen thrashige Beats die metallischen Herzen höher schlagen lassen. Die dunklen, kroatischen Seelen von GORTHAUR‘S WRATH starten aber erstmal mit einer frostigen Packung Black Metal, die aber leider unter einigen Soundproblemen leidet. REPLICA aus Berlin lassen danach endlich einen ersten thrashigen Funken sprühen, der aber noch hinter einer dicken Soundwand aus modernem Metalcore verschwindet. Die Brasilianer KORZUS knacken letztlich die vom Wochenende scheinbar ermüdete Kruste einiger Lauschbuben, die anfangen sich Platz zum Moshen zu verschaffen.

Nach diesem brasilianischen Thrash-Leckerbissen ist man bei der nun folgenden Hauptspeise schon richtig eingestimmt. Die vermeintlichen Soulfly-Sepultura-Jünger EKTOMORF entern die Bühne. Mal dahingestellt, wie sehr einen die Band an Max Cavaleras Sprösslinge erinnert, ist das Inferno, was sie loslassen ein keineswegs harmloses Buschfeuer. Die Ungarn thrashen sich durch ihr Set mit Songs wie „Redemption“, „Gypsy“, „Show Your Fist“, „I Know Them“ oder „Never Should“. Dann stellen die Hommage an Johnny Cash („Rusty Cage“), „Sea Of My Misery“ und „Who Can I Trust“ den akustischen Part der Show dar. Aufgelöst durch das aggresive „I Choke“ erreicht der Abend mit „Set Me Free“, „Stigmatized“ und „The One“ seinen Höhepunkt und auch sein Ende. Mit einem kurz angespielten „Symptom Of The Universe“-Riff von Black Sabbath verlässt die Band um Zoltan Farkas die Bühne. Ein sehr runder Auftritt mit viel Dampf, viel Action im Publikum, der obligatorischen Akustik-Pause, aber auch mit sehr viel Routine. Denn wie lässig (und fast gelangweilt) Zoltán mittlerweile manche Songs singt (Beispiel: „Gypsy“) ist schade.