Live: Long Distance Calling in Köln

Long Distance Calling live

LONG DISTANCE CALLING
(+ MAYBESHEWILL)

19.2. – Köln, Underground

Text: Jenny Bombeck | Foto: Dorian Gorr

Das kleine Kölner Underground ist zum Bersten gefüllt. Es hat sich ein bunt gemischtes Publikum eingefunden, das aus jungen Hüpfern und Mitvierzigern besteht.
Den Anfang macht die Instrumental-Band MAYBESHEWILL aus Leicester, England. Die vier Herren wirken auf den ersten Blick recht unscheinbar. Karohemd und Seitenscheitel lassen vermuten, dass die Musik im Vordergrund stehen wird. Die Engländer gehen voll und ganz in ihren Klängen auf. Zwar stehen die Mannen etwas versteinert auf der kleinen Bühne, aber der Spaß steht ihnen zumindest ins Gesicht geschrieben. Nach jedem Track werden die Instrumente akribisch nachgestimmt, damit sich die musikalische Perfektion entfalten kann. Schade ist nur, dass leider die Songtitel und kurzen Ansagen durch einen starken englischen Akzent und Genuschel unverständlich werden.

LONG DISTANCE CALLING können den Erfolg, den sie in der vergangenen Zeit ernteten wohl auch immer noch nicht so richtig fassen. In bester Laune und ein wenig aufgekratzt betreten Gitarrist David Jordan und Co. den Underground‘schen Konzertraum. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern versprühen die Herren mehr Leben. „Into The Black Wide Open“ fungiert als Opener und lässt die Meute an Fans steil gehen. Long Distance Calling sind nicht so schüchtern wie die Engländer, und so ist besonders die erste Hälfte des Sets schön anzuschauen. Song Numero sechs bildet den Höhepunkt des auditiven Hörvergnügens. Das anmutige „Aurora“ lässt die Temperaturen im Underground weiter steigen. Man merkt, dass Long Distance Calling schon lange kein Geheimtipp mehr sind und die Truppe selbst an ihren großen Durchbruch glaubt. Schade an diesem Abend ist nur, dass die Augen zu kurz kommen. Eine Bildershow, die die Stimmung der Songs visuell unterstreicht, würde dem Auftritt noch mehr Atmosphäre verleihen.

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