Live: Nile & Melechesh in Hannover

NILE
(+ MELECHESH + DEW-SCENTED + ZONARIA + DARKRISE)

16.2. – Hannover, Musikzentrum

Text & Foto: Dorian Gorr

Fast drei Wochen lang waren Nile und Melechesh in Deutschland unterwegs, den vorläufigen Abschluss soll der Auftritt in Hannover markieren. Doch vor allem DARKRISE und ZONARIA hätten sich ihren Abschied von der Tour mit Sicherheit glorreicher vorgestellt. Beide Bands beißen sich am heutigen Publikum die Zähne aus und stauben mit langweiliger Musik nur Höflichkeitsapplaus ab.

Dass die Besucher sehr wohl scharf auf eine gepflegte akustische Abrissbirne sind, beweisen DEW-SCENTED binnen weniger Sekunden. Die erkältete Front-Bazillenschleuder Leif Jensen hat das Publikum von Beginn an fest im Griff. Als die beiden Hauptacts an die Reihe kommen, ist die Stimmung längst euphorisch. MELECHESH genießen mit ihrem orientalischen Einschlag den Exotenbonus und schöpfen diesen Vorteil voll aus. Fronter Ashmedi zaubert gleichermaßen Black-Metal-Riffs sowie mittelöstliche Folklore-Melodien aus dem Handgelenk und zieht mit seinen Posen die Blicke auf sich. Doch Posen haben Melechesh gar nicht nötig. Die Musik alleine ist so raffiniert, dass das Drumherum an Bedeutung verliert.

Derart gut vorgewärmt, ist es eigentlich schade, dass sich NILE lange Zeit lassen, ehe sie auf die Bühne kommen. Hat man sich zwischen den technischen Kabinettsstückchen zurecht gefunden, weiß man gar nicht, woran man sich ergötzen soll. Von drei Fronten aus brüllen einen Karl Sanders, Dallas Toler-Wade und Chris Lollis in unterschiedlichen Tieflagen zusammen. Schlagzeuger George Kollias inspiriert mit seinem rasanten, taktgenauen Geprügel Teile der ersten Reihe zu wildem Air-Drumming. Als nach einer guten Stunde anspruchsvollstem Death Metal Schluss ist, klatscht Sanders die vordere Reihe ab, verteilt Plektren und strahlt bis über beide Ohren. Nachdem das Konzert so zäh begonnen hatte, war auch er von der Euphorie sichtlich überrascht.

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