Live: Sodom in Bochum
SODOM
(+ DIE HARD + WORTMORD)
17.2. – Bochum, Zeche
Text & Foto: David Dankert
Dieser Winter war für NRW-Verhältnisse nicht so prall gefüllt mit guten Konzerten, wie man es aus vorherigen Jahren gewöhnt war. Umso überraschender, dass die Bochumer Zeche bei weitem nicht rappelvoll ist, was angesichts der Tatsache, dass Sodom quasi ein Heimspiel geben, schon etwas verwunderlich ist. Doch der Reihe nach:
Beim Betreten der Zeche lärmen bereits WORTMORD vor sich hin. Den Supportslot haben sie angeblich zugelost bekommen. Dass zufällig Ex-Sodom-Klampfer Grave Violator bei Wortmord tätig ist, scheint da ein besonders großer Zufall zu sein. Nichtsdestotrotz ist der Gig mit dürftigem deutschen Thrash nicht wirklich überzeugend.
DIE HARD können mit ihrem stark von Venom beeinflussten Thrash Metal zwar ein paar mehr Köpfe zum Mitnicken bewegen, der katastrophal undifferenzierte Sound verhindert jedoch mehr, weswegen nicht einmal das Venom-Cover „Countess Bathory“ euphorische Reaktionen hervorrufen kann.
Um Punkt 21 Uhr stehen SODOM parat und werden lauthals mit Sprechchören in Empfang genommen. Mit dem Opener und zugleich Titeltrack der neuen Platte „In War And Pieces“ lässt sich die Zeche auch nicht lange bitten und gibt Vollgas. Sodom präsentieren sich in absolut bester Laune, weswegen es nicht mal eine Minute dauert, ehe der Funke auf das Publikum überspringt. Als Tom auch noch Klassiker wie „Nuclear Winter“ ankündigt und die Fans dazu anfeuert zu diven, um südamerikanisches Flair zu erzeugen, ist es endgültig um die Zeche geschehen. Song für Song entern etliche Thrasher die Bühne, bangen, diven und grölen die Texte ins Mikro, sodass sogar Sodom selbst überrascht sind. Das Ganze gipfelt in einem von Tom spontan ausgerufenen Stagedive-Wettbewerb, ehe wieder Klassiker á la „Blasphemer“ (doppelt so schnell) oder das leider ziemlich in den Sand gesetzte „Bombenhagel“ das Konzert beenden.


