Interview: Obscura – “Streben nach Perfektion”

Obscura | Interview Christian Münzner

Streben nach Perfektion

OBSCURA konnten sich mit mehr als 160 Live-Shows nach dem Release von „Cosmogenesis“ nicht nur innerhalb Deutschlands einen Namen in der Death-Metal- und Prog-Szene machen. Trotz der Vielzahl an Shows schaffte die Band es, innerhalb von nur zwei Jahren einen Nachfolger aufzunehmen. Gitarrist Christian Münzner stand Rede und Antwort zum neuen Fingerbrecher „Omnivium“.

Text: David Dankert
Fotos: Relapse Records

Dass Obscura keine Band ist, die alles auf sich zukommen lässt und dann improvisiert, konnte man sich schon anhand des äußerst komplexen und durchdachten Materials von „Cosmogenesis“ denken. „Omnivium“ schlägt in eine ähnliche Kerbe wie der Vorgänger. Doch nicht nur musikalisch gehen Obscura überlegt vor, auch lyrisch fügt sich die neue Platte in das von der Band auf vier Alben festgelegte Konzept ein und stellt somit den zweiten Teil der Quadrologie dar: „Das Konzept, das sich Steffen da ausgedacht hat, ist schon sehr komplex und sehr arbeitsintensiv. Mit „Cosmogenesis“ startete das Textkonzept und befasste sich allgemein mit dem Mensch und dem Universum und wohin sich das Leben entwickelt. Auf der neuen Platte geht es darum, wie sich Gedanken und Philosophien entwickeln, wie und aus welchen Gründen die Menschen zur Religion finden. Hundertprozentig durchgestiegen bin ich bei den Lyrics allerdings auch nicht.“ Im Gegensatz zu den Texten, die Gitarrist und Sänger Steffen Kummerer gänzlich allein übernimmt, entsteht die Musik Obscuras jedoch gemeinsam.  Hierbei lag das Hauptaugenmerk darauf, den eigenen Sound hervorzuheben: „Auf „Cosmogenesis“ meinten viele, dass das wie Death oder Cynic und auch nach Atheist klingt, was für uns natürlich auch geil und ein Kompliment ist. Aber jetzt haben wir unseren eigenen Sound definiert, den Obscura-Sound. Es ist völlig klar, dass man immer noch Einflüsse heraushört, aber das neue Album ist deutlich düsterer und abwechslungsreicher.“

Eigener Soundmann benötigt
Schon „Cosmogenesis“ gab der Band einen gehörigen Schub. Dennoch sehen sich Obscura noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, trotz oder gerade wegen der anspruchsvollen und zugleich harten Musik. Mit „Omnivium“ soll trotz des zurückgehendem Tech-Death-Booms auch erreicht werden, „eine Tournee mit Bands zu spielen, die nicht nur auf Death Metal fixiert sind. Ich denke wir sind zum Beispiel auch mit Bands wie Arch Enemy, Children Of Bodom oder Opeth kompatibel, denn aufgrund unserer vielen verschiedenen Einflüsse gibt es schon noch mehr Menschen, die unsere Musik mögen würden.“ Dass gerade das Erreichen von neuen Hörern hauptsächlich über Live-Auftritte geschieht, stellt für Christian, der Obscura hauptsächlich als Studio-Band sieht, zwar kein Problem dar, dennoch hat man aus Fehlern und Problemen aus der Vergangenheit gelernt und für die anstehende Hate-Eternal-Europatour vorgesorgt: „Komplexere Musik leidet live natürlich deutlich stärker unter schlechtem Sound. Bei schlechtem Sound fällt es uns schwer, die Leute zu überzeugen, die uns noch nicht kennen. Leider konnten wir uns nach „Cosmogenesis“ noch keinen eigenen Soundmann leisten und waren auf den Mischer vom jeweiligen Club angewiesen. Bei so komplexer Musik musst du aber einen haben, der jedes Detail der Musik kennt und weiß worauf es ankommt“.
Konsequenterweise haben Obscura also auf der kommenden Tour mit Hate Eternal einen Soundtechniker dabei, der auf Obscura vorbereitet ist und damit den Drang nach Obscuras Perfektionismus unterstützt.
www.myspace.com/realmofobscura

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