Norwegens frischer Wind
Ihr Debüt schlug bereits ein, mit „Oldharian“ legen SARKE nun nach. Bandchef und Gründer Thomas „Sarke“ Berglie über das neue Album, den legendären Fronter Nocturno Culto und dessen Vorteile für die junge Band.
Interview: Dorian Gorr | Foto: Indie Recordings
Sarke, als ich beim letzten Interview mit Nocturno Culto sprach, sagte er, dass das nächste Album bereits in den Startlöchern stünde. Wieso hat es doch länger gedauert?
Es verzögerte sich alles. Die Songs wurden zwar nur mit etwas Verspätung fertig, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die Band bereit war, um schon ins Studio gehen. Eigentlich wollten wir im Frühjahr 2010 aufnehmen, haben aber letztlich bis zum Herbst gewartet, um die Ideen reifen zu lassen. Im Studio brauchten wir dann auch nochmal länger als geplant. Dadurch hat sich alles etwas nach hinten verschoben. Aber ich bin froh, dass wir gewartet haben. Das Album wurde dadurch besser.
Du sprichst es bereits an: Sarke sind mittlerweile kein Projekt mehr, sondern eine wirkliche Band, richtig?
Ja. Das erste Sarke-Album ist eine Solo-CD von mir. Da waren wir ein Projekt. Eigentlich dachte ich auch, dass ich diese eine CD mache und es dabei bleiben würde, aber die Reviews waren ausnahmslos fantastisch, die Leute verlangten Live-Shows und unser Label war hochzufrieden, also entschlossen wir uns, einen Nachfolger aufzunehmen. Nur wollte ich dann eine richtige Band um mich herum haben, damit das Live-Spielen besser möglich ist und auch ein frischer Wind in die Band kommt.
Nach wie vor habt ihr mit Darkthrones Nocturno Culto einen prominenten Fronter. Ihr beide kennt euch schon eine ganze Weile oder?
Ja, schon seit den späten Achtzigern. Ich war damals schon ein Fan seiner Band, als ich die Demos hörte und ging zu ihren frühen Live-Shows. Da kam man schnell in Kontakt, denn eine wirkliche Szene gab es noch nicht. Auf den Konzerten hingen immer nur rund 20 Leute herum, viele von Dark-throne, Mayhem und Kadaver. Jeder kannte jeden. Allerdings hatten Nocturno und ich auch viele Jahre lang keinen wirklichen Kontakt, sondern sahen uns nur ab und an. Erst als ich einen Sänger suchte, fiel mir auf, dass seine Stimme perfekt zu Sarkes Musik passen würde, also rief ich ihn an.
Warst du überrascht, dass er sofort zusagte?
Tat er ja überhaupt nicht (auch wenn Nocturno uns das im letzten Interview erzählte – dg). Er sagte sofort ab, ich bat ihn, darüber nachzudenken, aber er sagte, dass er das vermutlich nicht tut. Aber ich blieb hartnäckig und rief ihn nochmal an. Diesmal schilderte ich ihm meine Idee und da bekam er langsam Interesse. Als ich ihn ins Studio einlud, um sich meine Musik anzuhören, war er hin und weg. Seitdem ist er mit an Bord.
Wie kommt Nocturno mit den Live-Auftritten zurecht? Im Gegensatz zu dem Großteil der Sarke-Musiker ist er nicht sonderlich live-erprobt, da er bis auf einen 2004er-Auftritt mit Satyricon kaum Live-Erfahrungen hat.
Ted (Skjellum, so ist Nocturno Cultos richtiger Name – dg) macht das ganz hervorragend. Beim ersten und zweiten Konzert war er vielleicht ein bisschen aufgeregt, aber seitdem wirkt es so, als habe er nie etwas anderes gemacht.
Man munkelt allerdings, dass er beim PartySan-Auftritt die Texte von einem Zettel ablesen musste. Gerücht oder Wahrheit?
Ted ist sehr gut darin, sich Texte zu merken. Wenn er ein Blatt Papier hat, dann dient das nur als Erinnerungsstütze.
Also gab es einen solchen Zettel?
Ja, den haben doch alle Sänger oder? Wir proben ja nur wenige Male vor Live-Shows. Er merkt sich grundsätzlich alle Texte, aber möchte sich sicherer fühlen. Das machen alle Sänger. Wirklich brauchen tut er einen solchen Zettel nicht.
Ihr spielt mit nur einem Album als Co-Headliner und hattet schon Besuch von Tom G. Warrior auf der Bühne. Wären solche Sachen möglich, wenn euer Fronter nicht der legendäre Darkthrone-Sänger wäre?
Nein, da mache ich mir keine Illusionen. Natürlich ist das gute Werbung für die Band und ermöglicht uns vieles, was anderen Bands versagt bleibt. Aber so läuft es doch überall ab. Wenn du einen bekannten Namen dabei hast, sind die Leute interessierter daran. Mich stört das nicht, dass uns Leute vielleicht nur auschecken, um Ted zu sehen. Unsere Musik ist so gut, dass wir die Leute mit unserer Show überzeugen und aus ihnen Fans machen.
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