Live: Ghost in Köln, Underground
GHOST
(+ BLOOD CEREMONY)
16.4. – Köln, Underground
Text & Foto: Elvis Dolff
Das Underground lädt zur satanischen Zeremonie: Die Doom-Popper Ghost und die folkigen Flöten-Doom-Rocker Blood Ceremony sollen an diesem Samstagabend für ein wenig diabolische Stimmung sorgen. Laut Karte und Ankündigung würden BLOOD CEREMONY den Headliner mimen und Ghost die Vorband – so haben es wohl auch die meisten der Gäste erwartet. Doch nicht nur die T-Shirt-Preise (Ghost 20 €, Blood Ceremony 15 €) verraten, wer hier wirklich mehr Interesse weckt: Ghost sind für die meisten Gäste anscheinend der Hauptgrund, heute hier aufzukreuzen. So fangen dann auch unerwarteterweise Blood Ceremony an. Mit irrem Blick, Keyboard, Flöte, angeführt von Fronthexe Alia O‘Brien spielen diese ihr Set. Von „The Great God Pan“ über „Hop Toad“, „Return To Forever“, „My Demon Brother“, „Oliver Haddo“, „The Witch’s Dance“ bis hin zum Überstück „Daughter Of The Sun“ ist so einiges dabei und eine gute Stunde musikalischer Dunkelheit gefüllt.
Eine gute Stunde können GHOST hingegen nicht füllen. Eine Dreiviertelstunde lang verhexen die Schweden aber trotzdem das Underground. In vollvermummten Kutten und um ihren Fronthexer versammelt, spielen die vermeintlichen „Doom-Popper“ ihren Doom-Rock, der mit so allzu popartigen Vocals in jedem Song für eine Überraschung sorgt. Da wirklich jeder Song des Albums gespielt wird, entfällt im Endeffekt eine Zusammenfassung der Setlist. „Ritual“, die populäre Klimax des Albums, bildet den Höhepunkt und begeistert das Publikum, das sich relativ brav mit der kurzen Spielzeit zufrieden gibt. Am Ende der Show verteilt der Belzepapst noch Wein und Hostien an die Jünger in der ersten Reihe. So bekommt die Show noch den endgültigen Charme einer Messe in der Kirche Luzifers. Egal für wie überbewertet man Ghost, ihre Musik und ihren Anonymitätskult hält – eine Show war das definitiv und rocken tut jeder einzelne der Songs.



