Live: Suidakra in Osnabrück
ONSLAUGHT
(+ SUIDAKRA + FINAL DEPRAVITY)
20.4. – Osnabrück, Bastard Club
Text & Foto: Miriam Görge
Musikalischer Frühstart, enttäuschte Death‘n’ Roll-Fans und ein reichlich kleiner Club: Willkommen in Osnabrück! Während sich draußen noch der ein oder andere Kuttenträger in der Sonne lümmelt und einige Debauchery-Anhänger, die erst jetzt erfahren, dass die Band die Tour in der geplanten Konstellation abgesagt hat, spontan wieder die Heimreise antreten, wird drinnen, früher als geplant, bereits schon musiziert. Der eigentlich für 20 Uhr angedachte Konzertbeginn wird angesichts einer „Um 23 Uhr ist hier Schluss mit Krach“-Auflage offenbar etwas vorverlegt.
Die deutschen Newcomer FINAL DEPRAVITY kämpfen tapfer um die Gunst der überschaubaren Zuschauermenge. Ein bisschen schüchtern kommen die Thrasher zwar noch daher, trotzdem füllen sie ihre kurz bemessene Spielzeit bestmöglich und geben alles für das interessierte, wenn auch noch etwas verhaltene Publikum.
Mit dem Auftritt von SUIDAKRA hält dann endgültig das Leben Einzug im Bastardclub, die Jungs scheinen größerer Publikumsmagnet zu sein, als sie es selber empfinden. Zwar ist die Location nach wie vor alles andere als voll, Frontmann Arkadius hat die Anwesenden jedoch fest im Griff. Im halben Blindflug, der Lichttechnik sei dank, motiviert er, wo er nur kann, Kabelstolperer und ein nicht ganz geglückter Drumeinsatz von Lars werden charmant in die Show eingebaut und heizen die eh schon gute Stimmung noch zusätzlich auf. Die Deutschen liefern einen rundum gelungenen, mitreißenden und sympathischen Auftritt, dessen einziger Wehrmutstropfen, die recht kurze Setlist, der Location zuzurechnen ist.
Ein Schelm, wer denkt, bei ONSLAUGHT würde nun der Club gesprengt. Nein, viele Besucher haben zu diesem Zeitpunkt ihren Favoriten schon gesehen, weshalb auch vor der Tür gute Stimmung herrscht. Nichtsdestotrotz werden auch die Briten ordentlich abgefeiert und beschließen den Tag mit einer ordentlichen Portion Thrash.



