Interview: Hate Eternal – “Zwei Schritte zurück”

Zwei Schritte zurück

So ein Musikerleben ist schon stressig, gerade nahm Erik Rutan noch Morbid Angel auf, da sitzt er auch schon übermüdet aber trotzdem entspannt beim Neurotic Deathfest in Tilburg, um mit HATE ETERNAL die Bühne zu zerlegen. Obwohl der Zeitplan der Amis alles andere als im Takt war nahm sich Workaholic Rutan trotzdem ein paar Minuten Zeit, um dem Mirror Rede und Antwort zu stehen.

Text: David Dankert | Fotos: A. Webster

Erik, „Phoenix Amongst The Ashes“ habt ihr einmal mehr in deinem Studio aufgenommen. Hast du im Vergleich zum Vorgänger viel verändert?
Ja, ich bin zwei Schritte zurück gegangen und habe mich eher am Gitarrensound von „I Monarch“ orientiert. Weißt du, auf dem letzten Album habe ich viel herumexperimentiert und was anderes versucht. Viele Leuten haben sich auch über den Gitarrensound beschwert, aber mittlerweile bin ich ja selber nicht mehr ganz zufrieden damit. Die Aufnahmen zur letzten Platte waren wirklich hart. Jared verstarb in der Zeit und ich musste ein komplett neues Line-Up zusammenstellen. Mein Leben war in dem Moment einfach super chaotisch, weswegen auch „Fury & Flames“ sehr chaotisch und wirr klang, im Gegensatz dazu klingt „Phoenix Amongst The Ashes“ deutlich ausbalancierter und durchdachter.

Ist es komplizierter für dich, deine eigene Band aufzunehmen?
Es ist deutlich härter, meine eigene Musik aufzunehmen und abzumischen. Vor allem „Phoenix Amongst The Ashes“ war wirklich das anstrengendste, was ich bisher gemacht habe, weil man bei seinen eigenen Songs natürlich noch mehr zum Perfektionismus neigt, als man dies ohnehin schon als Musiker und Produzent tut.

Du bist die bekannteste und wohl auch wichtigste Person bei Hate Eternal. Wie läuft bei euch das Songwriting? Bist du der klare Boss oder entstehen die Songs gemeinsam?
Auf diesem Album habe ich den Hauptanteil des Materials geschrieben, aber ich habe zum Beispiel nicht das Schlagzeug am PC vorprogrammiert und dann unserem Drummer gesagt: „Spiel das so!“ Jeder hat seine Parts eigenständig ausgearbeitet, sprich Basslines und Drumbeats stammen nicht von mir.

Habt ihr wieder vor, einen zweiten Gitarristen mit an Bord zu holen, um die ganze Sache live heavier zu gestalten oder siehst du da keine Notwendigkeit?
Wir hatten ja früher schon mal auf einer Tour mit einem zweiten Gitarristen gespielt, aber das hat sich einfach komisch angefühlt. Ich bin so daran gewöhnt, Hate Eternal als Drei-Mann-Band laufen zu lassen und ich finde das klappt wirklich sehr gut. Klar, manche beschweren sich, dass die Power raus ist, wenn das Solo live einsetzt und die zweite Gitarre fehlt, aber bei Randy Rhoads hat sich auch niemand beschwert, dass er ein Solo ohne zweiten Gitarristen im Hintergrund spielte.

Du hast auch die neue Morbid-Angel-Platte aufgenommen. Wie war es für dich, mit den Jungs wieder zusammenzuarbeiten?
Die Arbeit mit den Jungs hat wie immer riesigen Spaß gemacht, auch wenn diesmal das Rollenverhältnis ganz anders war. Tim war ja auch mein erster Drummer bei Hate Eternal, aber auch die Arbeit mit Trey und David war eine große Ehre für mich. Morbid Angel sind einfach Legenden – soviel steht fest!

www.hateeternal.com