Interview: Götz Kühnemund (RockHard) – “Wir machen mit Herzblut weiter”

Interview mit Götz Kühnemund (RockHard)

Wir machen mit Herzblut weiter

Das eigene Festival wird von Jahr zu Jahr erfolgreicher. Mittlerweile scheint die Organisation dermaßen gut eingespielt zu sein, dass Mängel im Ablauf weitgehend komplett ausbleiben. Im Interview zeigt sich RockHard-Chefredakteur und Festival-Veranstalter Götz Kühnemund überaus zufrieden – dabei musste man im Vorfeld durchaus den ein oder anderen Rückschlag hinnehmen.

Interview & Foto: Dorian Gorr

Götz, das Line-Up scheint klassischer und klassischer zu werden. Versucht ihr mittlerweile das Keep It True in größer zu werden?
Vielleicht gehen die Kämpfe im Haus da mittlerweile anders aus. Es gibt hier natürlich Interessensgruppen, die würden am liebsten das komplette KIT-Publikum hier haben – mich zum Beispiel. Wenn wir die 2000 Leute vom KIT bei uns als Kern der Fans dabei hätten, wäre das eine geile Sache. Aber die Festivalorganisation unterliegt natürlich vielen Leuten. Und manche sagen dann eben auch, dass man eine Band wie Epica einladen muss, um auch andere Geschmäcker zu befriedigen. Das Festival ist ja nicht nur auf einen Geschmack zugeschnitten.

Wie enttäuscht warst du, dass King Diamond wegen seiner Herzerkrankung nicht kommen konnte? Zwischen den Zeilen las es sich so, als sei der Deal schon abgewickelt.
Ja, war er auch. Das ist echt schade. Wir waren uns einig, dass er das RockHard Festival als erste Show machen würde, sobald er fit genug sei, um nach Europa zu kommen. Seit der Herzgeschichte haben wir leider gar keinen Kontakt mehr. Er möchte von der Musik erstmal Abstand nehmen und scheint ernsthaft krank zu sein. Solche Dinge hat man leider nicht in der Hand.

Nach The Devil‘s Blood scheint der Freitag mittlerweile für die okkulten, dunklen, unbekannteren Bands, wie in diesem Jahr Triptykon, reserviert zu sein. Bleibt das so?
Ich denke schon. Das hat ja gut geklappt. Am Freitag bauen viele noch ihr Zelt auf, kommen nicht vom Zeltplatz los, reisen später an. Mehr als 5000 Leute haben wir da nie im Amphitheater. Also sucht man sich Headliner, die sich für diese Größe eignen. Der Freitag bleibt auf jeden Fall undergroundiger. Nicht nur, weil die Leute das mittlerweile erwarten, sondern auch, weil uns das finanziell gar nicht anders leisten können.

Nach dem Love-Parade-Unglück im vergangenen Jahr haben viele Veranstaltungen mit verschärften Auflagen zu kämpfen. Habt ihr davon etwas gespürt?
Ja, wir mussten eine Sicherheitsbesprechung machen und ein Konzept vorlegen. Das wurde aber problemlos akzeptiert. Wir engagierten etwas mehr Security und damit war die Sache gegessen. Große Hürden gab es da nicht. Was auch daran liegt, dass wir in den ganzen neun Jahren kein einziges Mal irgendwelche Probleme hatten.

Wessen Idee war es, dich an eine Bunkerwand auf dem Campingplatz zu strahlen?
Meine nicht! Ich fand das auch nicht witzig, weil das so aussah, als ob ich jetzt durchdrehe. Das war der Betreiber des Amphitheaters, der mir eine Freude machen und mir damit seine neue Anlage präsentieren wollte. Die Anlage ist grundsätzlich auch eine tolle Sache. Da werden wir nächstes Jahr bestimmt etwas mit machen. Aber dass ich da übergroß gezeigt werde, das war mir sehr peinlich, weil ich genau wusste, wie ich reagieren würde, wenn ich das mit jemand anderem sehen würde. Ich versichere, ich wusste nichts davon.

Wir haben wie im vergangenen Jahr gesammelt und wollen gerne zu folgenden vier Bands wissen, ob die nicht was für das nächste RockHard Festival wären. Den Anfang machen Nifelheim. Möglich?
Ja, die sind cool. Man müsste gucken, wie man das mit der Show regelt, weil die bringen ja Feuer und Flammen mit. Fände ich aber super.
Hypocrisy?
Ist geplant. War es schon für dieses Jahr, aber da Peter sich nur auf Pain konzentrieren wollte, haben wir beschlossen, mit den Verhandlungen ein Jahr zu warten.
Cannibal Corpse?
Waren auch dieses Jahr im Gespräch, dann haben wir uns aber für Triptykon entschieden. Cannibal Corpse werden jedes Jahr diskutiert und werden definitiv in der Zukunft mal dabei sein.
Die Glam-Fraktion wünscht sich Steel Panther!
Die waren auch im Gespräch. Aber da das die einzige Europashow gewesen wäre, wäre das zu teuer geworden, die einfliegen zu lassen.

Nächstes Jahr feiert ihr Zehnjähriges. In welche Richtung gehen die Planungen?
Wir werden schon etwas machen, damit es nach Jubiläum aussieht, aber bestimmt nichts Irrwitziges, wie den Ticketpreis erhöhen, um Motörhead bezahlen zu können. Lieber machen wir mit Herzblut so weiter und organisieren spezielle Setlists, wie jetzt bei Triptykon oder Overkill. Es muss nicht groß und teuer sein, um gut zu sein.
www.rockhardfestival.de

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