Live: Pro-Pain in Köln, Underground
PRO-PAIN
(+ BETZEFER + KORODED + SOLEDOWN)
30.6. – Köln, Underground
Text & Foto: Elvis Dolff
Das Underground sollte brennen! Bei einem Line-Up dieser Güte war die Marschrichtung klar: keiner sollte heute Abend auch nur eine Sekunde lang stillstehen – außer eventuell in den Umbaupausen. Doch die kann man ja damit verbringen, immer wieder zwischen den Bierversorgungsstellen zu pendeln.
Dieser Donnerstagabend beginnt mit den Kölner Lokalmatadoren Soledown, die mit ihrem satten Rock in letzter Zeit schon öfter in den Kölner Clubs abgeräumt haben. Heute versuchen sie als Anheizer das Underground auf die bevorstehenden Walzen vorzubereiten. Nur wo nix ist, kann auch nix gerockt werden. Das Underground ist noch recht dürftig besucht zu diesem Zeitpunkt und so entgeht den meisten das von gutem Sound und dem Alice-In-Chains-Cover „Man In The Box“-begleitete Set der Jungens. Den Anschluss machen Koroded, die den Herkunftskreis der Bands auf den Jülicher Raum erweitern. Ebenso legen sie musikalisch noch einen drauf und steigern das Tempo und die Härte. Der Sound, der mit der Wucht moderner Metal-Acts brilliert und oft an Fear Factory erinnert, kommt bei mindestens der Hälfte des Publikums sehr gut an.
Als nächstes spielen die israelischen Jungs Betzefer auf, die gerade mit ihrem neuen Album „Freedom To The Slave Makers“ an die Öffentlichkeit getreten sind. Oft im Metalcore eingeordnet, hat ihr Stil aber auch verdammt viel Groove wie ihn z.B. Soulfly rüberbringen. Live ist so ein Groove-Goliath fast unbezwingbar und so machen Betzefer mindestens da weiter, wo Koroded kurz zuvor die Klampfen niedergelegt haben.
Dann ist es auch soweit und die New Yorker Hardcore-Legende Pro-Pain sind an der Reihe. Doch nicht irgendein Set soll heute die erwartungsvollen Ohren der Zuschauer erwarten, nein, zum 20-jährigen Jubiläum feiern Pro-Pain insbesondere ihr erstes Album „Foul Taste Of Freedom“ ab – ein Klassiker, der noch jede Menge mehr Metal enthält als die Folgescheiben. So entzünden „Death On The Dance Floor“, „Murder 101“, „Pound For Pound“, „Iraqnophobia” oder „Lesson Learned“ die Meute an. Andere Songs werden da direkt zur Nebensache. Einige der Zuschauer sind wohl nicht auf dieses Old-School-Set vorbereitet und vermissen einige der neueren Stücke. Insgesamt aber ein rundum starker Auftritt, der sound- und stimmungsmäßig den Abend zum Höhepunkt brachte.



