Interview: Frames

Interview mit Frames | Kiryll

Ohne Worte

Wirklich gute Musik braucht keine Worte. Das denken sich neuerdings viele Bands und Fans. Vorreiter wie Long Distance Calling zeigen in jüngerer Vergangenheit sehr eindrucksvoll, dass technisch anspruchsvoller, sehr verspielter Instrumental-Rock Musikliebhaber quer durch alle Szeneschichten begeistern kann. Zu den Neulingen und aufstrebenden Sternen dieser Gattung gehören auch FRAMES, eine Band aus Hannover, die nun ihr Debüt über SPV veröffentlicht hat.

Text: Dorian Gorr | Foto: SPV

Ob es der Heimvorteil ist oder die Band tatsächlich schon so viele Anhänger hat, kann man am Abend des Releases nicht wirklich beurteilen. Fakt ist: Der kleine Club Béi Chez Heinz ist voll mit Leuten, die sich auf den instrumentalen Post-Rock der Truppe freuen. Von den Zuschauermengen ist selbst die Band beeindruckt. Schlagzeuger Kiryll sitzt im Raucherraum des Clubs und kann es noch gar nicht fassen.

„Wir haben uns nie darauf konzentriert, übermäßig erfolgreich zu sein. Uns geht es eigentlich nur um die Musik. Man ist umso geplätteter, wenn man dann sieht, wieviel Feedback man bekommt. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet, aber heute sind wirklich Musikliebhaber aus allen stilistischen Richtungen anwesend“, ringt der bärtige Hannoveraner nach Worten.

Dass Frames eine Band ohne Sänger werden, ist dabei eigentlich nicht geplant gewesen, sondern entstand aus der Not heraus, wie Kiryll ehrlich zugibt.

„Unser Gitarrist Jonas und ich hatten zwar schon vorher Erfahrungen in dem Bereich, aber als wir Frames gründeten, haben wir nach einem Sänger gesucht. Wir testeten auch sechs oder sieben Leute aus. Wir suchten einen Typen wie Maynard James Keenan von Tool. Jemand der seine Stimme als Instrument versteht und nicht bloß Texte rezitiert, sondern diese sehr melodisch wiedergibt. Als die Suche nach einer Weile nichts ergab, machten wir instrumental weiter, spielten unseren ersten Auftritt auf einem Bandcontest und gewannen diesen prompt. Damit war der Zug für uns abgefahren.“

Schöne Herausforderung
Für zukünftige Auftritte und Scheiben sei jedoch nicht auszuschließen, dass die Band sich auch einmal einen Sänger mit an Deck holt, so denkt man derzeit schon über mögliche Gastbeiträge auf einem kommenden Album nach.
Mit einem Sänger würde die Band definitiv ihr derzeit größtes Problem umgehen: Den Gesang umgehen zu müssen, also das Sprachrohr zu ersetzen.

„Natürlich hat die Stimme das größte emotionale Ausdrucksvermögen, aber für uns als Instrumentalisten ist das auch von Vorteil, dass es keinen Sänger gibt, dem man nicht mehr in die Quere kommen kann. Ich kann dadurch beispielsweise sehr viel dichter spielen. Das ist eine Herausforderung, aber auch sehr schön“, ist sich Kiryll sicher.

Dass die Band sofort mit ihrem Debüt bei SPV landete, ist übrigens der Verdienst von Keyboarder Manuel, der bei dem mittlerweile erstarkten Label arbeitet.

„Manuels Kompetenz kam uns alleine dadurch zugute, als dass er erfahren ist, was Bandpromotion angeht. Er wusste, wie wir das durchzuziehen haben. Bei SPV hat man natürlich unseren jungen Werdegang hautnah miterlebt. Als wir so positive Reaktionen auf die EP bekamen, boten sie uns einen Deal an. Ich denke nicht, dass Manuels Beteiligung der entscheidende Grund war, letztlich müssen auch wir mit der Musik überzeugen“, versichert der Schlagzeuger, den die Vergleiche mit Long Distance Calling auch nicht wirklich stören.„Das ist schon okay, dass wir mit denen in Verbindunge gebracht werden. Witzig ist nur, dass wir die Band vorher gar nicht kannten. Wir haben uns die erst angehört, als wir immer wieder mit ihnen in Reviews verglichen wurden.“

www.myspace.com/framesband

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