Live: Barbatos

Live Infernäl Death

BLIZZARD
(+ BARBATOS + INFERNÄL DEATH + CRUEL FORCE)

10. April – Oberhausen, Helveete

Text & Foto: Benjamin Gorr

Trotz stilistischer Konkurrenzveranstaltung finden sich am 10. April doch viele Hardliner zusammen, um sich das Konzert der deutschen Blizzard und dem japanischen Ein-Mann-Projekt Barbatos anzutun. Zuerst gibt es jedoch lokalen Support von Infernäl Death und Cruel Force.

Den Anfang machen INFERNÄL DEATH, pünktlich um kurz nach acht. Zwar sind die Räumlichkeiten im Keller des Helvete noch sehr spärlich besucht, jedoch gibt die Band umso mehr, um dies zu kaschieren und im Laufe des Konzertes gesellen sich auch immer mehr Leute zu den treuen Anhängern, die die Band sowieso abfeiern. Die hasserfüllte Stimme paart sich perfekt mit dem restlichen Sound der Band, welcher wohl auch der beste des Abends ist. Vor allem die groovigen Thrash-Parts gehen super ab. Songs wie „Necrolord“, „Nekroblasphemer“ und „Evil As Fuck“ gehen richtig steil. Verbunden wird die authentische Musik mit den schwarz untermalten Augen und nach gefühlten 10 Minuten, die aber wohl in Echtzeit etwas länger waren, gehen die Jungs mit einer Zugabe von der Bühne, um für CRUEL FORCE Platz zu machen, welche aber etwas weniger Glück haben.

Diese sehr jung aussehenden Typen haben vor allem Pech mit dem Sound und ihren Instrumenten. So muss schon während des ersten Songs abgebrochen werden, weil die Gitarre defekt ist. Schnell ist eine neue besorgt und es geht weiter. Einen Song später muss jedoch wieder abgebrochen werden. Diesmal hört man keinen Gitarrensound, sondern nur ein hässliches Kratzen. Man sieht die Motivation der Band deutlich unter dem Frust leiden. Nervlich geschwächt geht es mit viel zu leiser Gitarre weiter und eigentlich scheint der Gig schon gelaufen zu sein. Jedoch spielen die vier Jungs ihren Trumpf aus und covern Bathorys „Necromancy“, was dann doch riesigen Anklang findet. Die Stimmung wird besser und plötzlich hört man die Gitarre auch wieder. Was die Band dazu veranlasst, noch ein Cover drauf zusetzen: Venoms „Black Metal“. Die Menge tobt. Und jetzt killen auch die eigenen Songs, wie „Leather And Metal“ oder der absolute Hit „Victim Of Hellfire“, welcher wie eine Weiterführung von Hellhammer und Bathory klingt.

Es folgt die zusammengewürfelte Rock-Rotz-Kapelle BLIZZARD, welche Motörhead in einfach (!) und roh (!) spielen. Klar, dass die Jungs damit die stilistischen Außenseiter sind, was das Publikum jedoch nicht stört. Es ist inzwischen prall gefüllt und die Band um Atze und Balor (Morrigan) spielt ihre Songs wie „Booze Blues“, „No Alcohol Until Metal“ und „Tank Commander“. Im Gegensatz zu den Jungspunden zuvor wirken diese älteren Herren aber eher eingerostet und inklusive dem schlechten Sound, bei dem man fast nur Bass und Drums hört, wirkt die ganze Geschichte sehr monoton.

Monotonie gibt es bei BARBATOS eigentlich nicht. Die Band, die nur aus einem kleinen Japaner plus Gastmusiker besteht, rockt zum Abschluss richtig los. Ein grooviger Song folgt auf den nächsten und dazu gibt es eine Black-Metal-Stimme vom Feinsten, wodurch das Publikum völlig ausrastet. Andauernd rennen Leute auf die Bühne und springen wild runter und ein tobender Moshpit entsteht. Zwar versteht man kein einziges Wort, aber darum geht es hier nicht. Der kleine Japaner rennt umher und gibt alles, um die Leute richtig fertig nach Hause gehen zu lassen. Absolutes Highlight ist „Rocking Metal Motherfucker“. So muss punkiger Black Metal klingen.

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