Wir sind nicht alleine!
Wenn Trondr Nefas nicht gerade mit den norwegischen Szene-Protagonisten Urgehal unterwegs ist, schaut er gerne in den Nachthimmel und lässt sich von diesem zu düsteren, spacigen Songs inspirieren, die eine Gratwanderung zwischen Black Metal und Siebziger-Space-Rock vollziehen. Das Ergebnis hört man auf „Sweet Poison“, dem neuen Album von ANGST SKVADRON.
Interview: Dorian Gorr | Foto: Angst Skvadron
Trondr, Musikliebhaber, die dich ausschließlich auf den rohen Black Metal, den du mit Urgehal fabrizierst, reduzieren, kennen dich offenbar nicht übermäßig gut. Der Beweis ist das neue Album von Angst Skvadron, auf dem wir sehr viel abgedrehte Musik hören können, die zwar auf Black Metal basiert, diesen aber auf verrückte und faszinierende Weise mit atmosphärischen Elementen und Siebziger-Rock kombiniert. Brauchst du dieses Projekt, um andere musikalische Präferenzen, abseits des Black Metals, auszuleben?
Dieses Projekt, das ich lieber als Band bezeichne, ist sehr wichtig für mich, da mein Musikgeschmack sehr ausschweifend ist. Ich stehe gleichermaßen auf Rock‘n‘Roll wie auf die brutalsten Klänge, die es auf diesem Planeten gibt. Außerdem werde ich sehr durch Science-Fiction-Filme inspiriert. All diese Dinge in meine Hauptband Urgehal einfließen zu lassen, wäre einfach falsch. Deswegen ist Angst Skvadron so großartig: Ich mache hier im Bezug auf Musik und Texte was immer ich will.
Schaut man sich einmal die Namen der Songs auf dem Album an, kriegt man schnell das Gefühl, dass du dich sehr für Astronomie interessierst. Wie groß ist diese Faszination und inwiefern versuchst du, die Space-Lyrics auch durch die Musik auszudrücken?
Ich bin seit meiner Jugend fasziniert von Astronomie und Astrologie. Ich habe immer sehr viel über dieses Thema gelesen und es ausgiebig studiert. Das mache ich heute nicht mehr, weswegen leider viel Wissen verloren gegangen ist. Viele Themen basieren eher auf Fiktion, aber auch auf Zeugs, das ich aus jenen Tagen erinnere. Ich finde es noch heute sehr entspannend und befriedigend, mir den Nachthimmel einfach nur anzuschauen, vor allem im Winter. Man kann dadurch sehr viel lernen und erhält außerdem einen richtigen Inspirationsschub. Ich versuche soweit wie möglich natürlich diese Thematik in den Songs, die sich mit einem solchen Thema beschäftigen, auszudrücken. Grundsätzlich scheint es zwei Themenkomplexe zu geben, die sich in den Texten von Angst Skvadron stets wiederholen. Erstens: Der Versuch diesen Space-Vibe zu bekommen. Zweitens: Beklemmende Angstzustände und ähnliche Krankheiten.
Glaubst du an die Existenz von Aliens und UFOs?
Ja, aber nicht, dass es notwendigerweise eine Verbindung zwischen diesen beiden gibt. Zu glauben, dass wir absolut einmalig in diesem Universum sind, dass wir in dieser unermesslichen Weite ganz alleine sind, ist pure Dummheit.
Was ist dieses verrückte Ding, das wir auf dem Cover sehen? Es sieht ein bisschen aus, wie ein Massageball mit üblen Stacheln.
Damit hast du gar nicht mal so unrecht. Es ist das Abbild eines Humanen Immun-Defizienz Virus, kurz HIV.








