Live: Bolt Thrower

Bolt Thrower live in Enschede

BOLT THROWER
(+ ASPHYX + DEW-SCENTED + ROTTING CHRIST)

29. April – Enschede, Atak

Text & Foto: David Dankert

Bolt Thrower auf Europa-Tour und darunter nur ein einziges Konzert in Deutschland; da war es praktisch vorprogrammiert, dass auch Deutschland-nahe Gigs, wie der in Enschede, schnell ausverkauft sein würden. Vor allem wenn man nur 5€ Eintritt zahlen muss und für diesen Spottpreis neben Support-Gigs von Asphyx, Rotting Christ und Dew-Scented ein Bolt-Thrower-Shirt sowie ein Bier gratis kredenzt bekommt.

Die logische Konsequenz: Nach den Gigs von Rotting Christ und Dew-Scented ist die Stimmung bereits so dermaßen aufgeheizt, dass der Club kocht, als ASPHYX die Bühne betreten. Der legendäre Opener „Vermin“ durchbricht sofort alle Grenzen der Scheu. Von der ersten Sekunde an bangen alle Besucher in Bolt Throwers Lieblingsclub, das Atak, mit. Da Asphyx live sowieso nur die Alben mit Van Drunen berücksichtigen („The Rack“, „Last One On Earth“ und „Death The Brutal Way“) findet sich keine Schwachstelle in der Setlist der holländischen Veteranen. Vor allem Klassiker wie „Wasteland Of Terror“, „Asphyx (The Forgotten War)“, „The Krusher“ oder der Hit „M.S. Bismarck“ werden feiernd vom Publikum aufgenommen, wobei sich auch Songs vom aktuellen Album, wie der Titeltrack „Death… The Brutal Way“ oder „Bloodswamp“, nahtlos in die Setlist der Niederländer einfügen. Als dann auch noch mit „The Rack“ abgeschlossen wird, gibt es eigentlich kaum noch offene Songwünsche, sondern frenetischen Applaus unter dem Asphyx wohlverdient die Bühne verlassen.
Von einer großen Verschnaufpause kann man aber nun nicht reden. Schon kurze Zeit später steht der Headliner des Abends auf der Bühne und macht von Beginn an deutlich, wer hier das Sagen hat.

BOLT THROWER knallen dem Publikum in einem absolut perfekten Soundgewand Klassiker um Klassiker um die Ohren. Das Atak ist rappelvoll und feiert Songs wie „Mercenary“ oder „For Victory“ erbarmungslos ab. Vor allem Karl Willets, Sänger des Death-Metal-Panzers, stehen Motivation und Spielfreude praktisch auf die Stirn geschrieben. Bolt Thrower legen sich wie gewohnt bis zur letzten Minute ins Zeug, das Publikum frisst ihnen aus den Händen. Mit „War“ oder aber auch „At First Light“ wird die Stimmung weiter aufgeheizt, ehe sogar ein Rollstuhlfahrer crowdsurft und zusammen mit Karl auf der Bühne Arm in Arm bangt – Fannähe wird bei Bolt Thrower groß geschrieben. Als die Briten nach rund 90 Minuten endgültig von der Bühne verschwinden, ist jedem einzelnen Anwesenden klar, dass dieser Auftritt mit zu dem Besten gehörte, was in den letzten Jahren im Death Metal gerissen wurde.

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