CD-Review: Enemy Of The Sun – Caedium

Progressive Thrash Metal

ENEMY OF THE SUN
Caedium
14 Songs (52:53) / erschienen am 28.5. (Massacre|Soulfood)

Enemy Of The Sun in eine Schublade zu stecken, ist keine leichte Angelegenheit und das ist schon einmal ein positiver Aspekt. Dadurch ist „Caedium“ eines nicht: vorhersehbar. Sänger Jules Näveris Stimme ist allem voran auch recht facettenreich. Der Sänger hat einen ganz eigenen Stil, Parts clean zu singen. Der Opener „Lithium“ nimmt das Ruder überraschend ruhig in die Hand, damit anschließend „Another End Of The Rainbow“ gewohnt brachial lospreschen kann. Die Truppe wagt sich mit ihrem neuen Silberling auf die experimentelle Ebene. Paradebeispiel hierfür ist der Song „Chasing The Dragon“: harte Gitarrenriffs wechseln sich mit Akustikparts ab und auch der Gesang befindet sich im Wechselspiel von Death-Growls und cleanem, fast eigenartig anmutenden Gesang. Der Song kann was und ist für mich das Highlight auf der Scheibe. Auch vor künstlichen Synthesizer schreckt die Band nicht zurück. „Castaways In The N.W.O.“ ist wieder einmal ein Song, der sich nicht davor scheut, musikalische Grenzen zu überschreiten. Diese Freude an der Entdeckung von neuen Elementen macht „Caedium“ zu einem polarisierenden Rohling. Der Sound klingt abgefahren. Entweder man hasst oder liebt ihn. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht, denn mit „Power Of The Mankind“ kommt sogar ein episch angehauchter Track daher. Wer auf Vielfalt steht, der kann bei Enemy Of The Sun beruhigt zugreifen. Vorheriges Antesten sei aber empfohlen.
7 / 10 (Jenny Bombeck)

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