CD-Review: Nachtmystium – Addicts: Black Meddle Pt. 2

Post Black Metal

NACHTMYSTIUM
Addicts: Black Meddle Pt. 2
10 Songs (48:01) / erschienen am 7.6. (Candlelight)


Das Tolle an Nachtmystium ist, dass diese Band momentan einer der glaubwürdigsten Black-Metal-Acts ist, sich aber dem musikalischen Fortschritt keineswegs verschließt. Auf „Addicts: Black Meddle, Part II“ geht es mit einem merkwürdigen Intro los, das fast nur aus einer minimalistischen Basedrum sowie Sprechgesang besteht und eine beklemmende Atmosphäre aufkommen lässt. Anschließend folgt mit „High On Hate“ ein klassischer, schneller Black-Metal-Song, bevor sich der Rest des Albums in langsamere und rockigere Gefilde begibt. Anders als bei Musikern a la Darkthrone werden hierbei aber nicht zwanghaft die Wurzeln der Musikrichtung wiederbelebt und so archaisch wie möglich gehalten. Stattdessen reichert man den Sound mit einer psychedelischen Note und interessanten Experimenten an, wodurch die Songs vielschichtig und abwechslungsreich werden, ohne die Essenz des Ganzen unnötig zu verwässern. Dabei schrecken die Chicagoer selbst vor Synthesizern und beinahe kitschigen Effekten, wie elektrischem Knistern, nicht zurück, was zum Beispiel in dem Song „Blood Trance Fusion“ zu hören ist, der ansonsten durch dissonante Melodien besticht. Die Produktion ist rau und ungeschliffen, hat sozusagen Charakter, klingt aber trotzdem differenziert und ist durchaus genießbar. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Nachtmystium auch mit ihrem neusten Werk eine Ausnahme und Bereicherung bleiben.
8 / 10 (Robin Meyer)