Interview: Dyrathor

Interview mit Morguul (Dyrathor)

Auf Tour dank Schulferien…

DYRATHOR befinden sich auf einem aufstrebenden Weg. Ein neues Album und eine Tour stehen an. Wir hakten bei Sänger Morguul nach.

Text: Carolin Teubert | Foto: Black Bards

Gegründet wurden Dyrathor im Juli 2006 von Schlagzeuger Harigast und Gitarrist Skrall. „Es war zunächst eine Initiative, da bei uns im Dorf viele Bands nichts für Quereinsteiger waren. Außerdem war deren Musik auch nicht nach unseren Vorstellungen“, sagt Morguul, der kurze Zeit später zu Dyrathor kam und sich um den Posten des Sängers bewarb. „Damals spielte ich auch noch in einer Thrash-Metal-Band Schlagzeug und hatte von dem Gesang, wie er jetzt ist, noch gar keinen Plan. Aber ich wollte ein fester Teil dieser Band werden. Zunächst war ich nur auf Bewährung Sänger bei Dyrathor, doch ich konnte mich durchsetzen.“

Die Musik der Hattinger kann man nicht einfach Pagan Metal nennen. „Wir wollten den klassischen Sinn des Pagan Metals aufgreifen und nicht nur Odin hier und Thor da verbreiten. Wir versuchen mehr alte Themen mit der heutigen Zeit zu verbinden. Unser Demo 2007 war ein Versuch, in Richtung Storm Metal zu gehen. Mittlerweile ist unsere Musik jedoch noch viel variabler. Wir haben Blastbeats aus dem Black Metal, Einflüsse aus Death Metal, zu dem Unterstützung von Violine und auch Keyboard. Wobei wir das Keyboard gering halten, denn das stört mich persönlich an vielen Pagan Bands“, so Sänger Morguul, „Unsere Vocals hingegen sind bunt gemischt.“

Das Resultat lässt sich auf dem neuen Album „Sacred Walcraft Of Hel“ hören. Es handelt sich dabei um das erste Studioalbum der Band, deren Mitglieder im Durchschnitt 20 Jahre alt sind. „Es war ein geniales Gefühl, das Endprodukt in den Händen zu halten. Bereits vor einem Jahr hab ich mich danach gesehnt, dass es endlich fertig wird.“

Inhaltlich wirken viele Songs auf „Sacred Walcraft Of Hel“ viel ausgereifter als die anderer Bands aus dem Sektor. Wieder ein Indiz, dass Dyrathor keinesfalls als 0815-Pagan-Metal-Band sind. Morguul sieht das natürlich auch als Reifeprozess zur Demo 2007. „Das Vokabular ist in der Tat ausgereifter, allerdings ist auch der Sprung von 16 zu 18 enorm. Diesmal war nicht nur eine Person für das Songwriting verantwortlich. Wir haben auch zwei Gedichte mit ins neue Album eingebaut. So ist zum Beispiel das „Westfalenlied“ bei „Ode an die Heimat“ eingebunden.“

Und auch in anderen Songs spiegeln sich heimatliche Themen wieder, egal ob nun die Varusschlacht bei Kalkriese oder Ariovist. Ein Konzeptalbum war es jedoch nicht, denn viele Songideen entstanden spontan.
Am Ende des Jahres werden Dyrathor neben Bands wie Adorned Brood und Black Messiah bei der „Black Trolls Over Europe“-Tour dabei sein. „Die Tour hat durch Zufall geklappt. Wir alle sind entweder Studenten, Schüler oder Zivis. Zu der Zeit sind aber zum Glück Schulferien und die Uni beginnt da auch noch nicht. Daher konnten wir das Angebot annehmen.“

Dyrathor werden somit einmal mehr die Möglichkeit haben, ihr Können live zu beweisen. Wie sich die Band weiter entwickeln wird, bleibt allerdings abzuwarten. Wo Sänger Morguul sich und Dyrathor in zehn Jahren sieht, weiß er nicht genau zu beantworten. „Ich denke schon, dass es Dyrathor da noch geben wird, jedoch ist da auch die Zeit, wo wir größtenteils unsere Studien abgeschlossen haben und auch an Familienleben denken werden. Daher werden wir vielleicht nicht mehr so viel Zeit investieren können. Im Moment haben wir einen Vertrag für die nächsten drei Alben und meine Gedanken übersteigen gerade mal die Planung fürs nächste Album.“

www.dyrathor.com

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