Interview: Misery Index

Interview mit Jason Netherton (Misery Index)

Am Siedepunkt angelangt

Mit „Heirs To Thievery“ veröffentlichen MISERY INDEX ihr mittlerweile viertes Album. Nachdem die Scheibe vielerorts für Aufsehen gesorgt hat, nahm sich Jason Netherton (Vocals/Bass) die Zeit und beantwortete ein paar Fragen, die interessante Einblicke in das Band- und Privatleben liefern..

Interview: Heiko Lüker | Foto: Relapse Records

Jason, Misery Index existieren seit fast zehn Jahren. Hat sich etwas in deinem Leben, bezogen auf deine Familie und Freunde, verändert?
Ja, einiges. Ich gewann und verlor ein paar echt coole Freundinnen, ich gewann und verlor eine Menge an Gewicht, ich gewann und verlor eine Menge Geld mit dem Versuch, den Traum des Musikers zu leben. Aber kümmert es mich? Nein, mein Leben ist toll, ich bereue nichts und würde auch nichts anders machen, naja ein paar Dinge vielleicht schon. Aber es ist cool, wir sind an einem sehr guten Punkt als Band und Menschen angelangt und glücklich mit allem, was wir erreicht haben!

„Heirs To Thievery“ ist eine großartige und technische Grindcore-Scheibe. Was waren die Unterschiede im Songwriting im Vergleich zu „Traitors“?
Das Vorgängeralbum „Traitors“ war eine solide Sache.Die Ideen waren diesmal immer noch dieselben. Wir wissen in der Band voneinander, dass wir alle Crust und Grind und Death Metal mögen und versuchen immer noch die beste Möglichkeit zu finden, diese Einflüsse in unseren Songs zu verarbeiten, damit sie für das stehen können, was sie sind, nämlich eine große Ansammlung von Ideen. Wir fühlen mit „Heirs To Thievery“, dass dieser Verfeinerungsprozess seinen Siedepunkt erreicht hat und wir am Ende das haben, was wir uns die ganzen Jahre als Ziel gesetzt haben. Dieser Prozess fand schon immer in unseren Köpfen statt. Obwohl wir unsere alten Arbeiten lieben, wird diese „Ausgewogenheit“ bei der neuen Scheibe effektiver dargestellt.

Die Texte zu „Heirs To Thievery“ haben ihre eigene Sichtweise zur Amerikanischen Geschichte. Woher nehmt ihr die Inspiration? Gibt es persönliche Anteile in den Texten?
Ja, der Titeltrack und einer der anderen Songs beschäftigen sich mit Amerikanischer Geschichte. Ich denke aber, dass wir eher von realen Dingen beeinflusst werden. Das alltägliche Leben mit seinen Krisen und Herausforderungen stehen an erster Stelle, „Politik“ natürlich mit einbezogen. Aber es ist nur ein Teil der Inspiration. Wir graben in den tiefen Eingeweiden des Zustandes der Menschheit, sezieren sie und fordern die vorherrschenden Mächte, Ordnungen und Ungerechtigkeiten, die über soviel Macht verfügen, heraus. Einige Lieder sind etwas spezifischer und richten sich an historische Momente und rücken sie in ein rechtes Licht, andere Songs beschäftigen sich mehr mit Problemen im System, und wieder andere sind subtiler und persönlicher, aber im Grunde wollen wir über etwas singen und schreien, was für uns Leidenschaft bedeutet, Substanz hat und tatsächlich von Bedeutung ist. Größte Inspiration ist die sozial existierende Wirklichkeit.

Was hörst du außer Grind und Death Metal an Musik?
Ich mag es normalerweise. wenn ich in das andere Extrem gehen kann. Wenn ich Zuhause bin und zum Beispiel lesen möchte, höre ich am liebsten ruhigere, langsame Sachen, wie Band Of Horses, PJ Harvey, Red Sparrows, Leonard Cohen, Isis und Mew.

www.myspace.com/miseryindex

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