Live: Steel Panther

Steel Panther

STEEL PANTHER

19.9. – Köln, Luxor

Text: Dorian Gorr | Foto: Benjamin Gorr

Es ist geballte Ironie: Dank ihrer Parodie der Achtziger-Glam-Szene schwingen sich die STEEL PANTHER problemlos zu den Rockstars auf, die sie ursprünglich klischeehaft persiflierten. Das Kölner Luxor ist nur ein Beleg für diesen Erfolg: Die Karten waren binnen kürzester Zeit gänzlich vergriffen. Entsprechend voll ist es im Inneren des Clubs in der Kölner Innenstadt. Haarspray-Frisuren, Spandex-Hosen und geschminkte Männer und Frauen soweit das Auge reicht – eine Horde Glam-Rocker, die sich zum Aufwärmen zu den Songs von Mötley Crüe und Konsorten feiert. Eine Vorband haben die Jungs jedenfalls nicht nötig.

Die Stimmung explodiert auch so, als die Steel Panther in ihren tuffigen Outfits auf die Bühne schreiten – Kajal, Netzhemden, pinken Stirnbändern, Fransen und eng anliegende Spandexhosen. Die Fans vor der Bühne singen bereits die Songs der Truppe, noch bevor diese überhaupt eine einzige Note gespielt haben. Als die Band mit „Eyes Of The Panther“ loslegt, geht das große Gedränge vor der Bühne los. Sänger Michael Starr baggert die Frauen in der ersten Reihe an, singt aber nebenbei auch absolut fantastisch. Die folgenden anderthalb Stunden entpuppen sich als Mix aus Glam-Konzert und Stand-Up-Comedy-Show. Die Band philosophiert über die Vorzüge von Intimrasuren, gibt Tipps für Erektionsprobleme („The Shocker“) und beschäftigt sich mit asiatischen Prostituierten („Asian Hooker“) sowie korpulenten Sexpartnerinnen („Fat Girl“). Zwischendurch holt Basser Lexi Foxx einen pinken Spiegel heraus. Make-Up-Check. Fürs Auge gibt es auch sonst noch einiges: Auf der Bühne taucht eine Pornodarstellerin auf, die sich erst komplett entblößt und anschließend mit einem Dildo hantiert, während Mötley Crües „Kickstart My Heart“ gecovert wird. „Heavy Metal is awesome!“, freut sich Michael Starr breit grinsend. Die Zuschauer danken es ihm und feiern den Bandhit „Death To All But Metal“ sowie die spontan nachgeschobenen Cover-Songs von Van Halen („Jump“) und Guns N‘ Roses („Paradise City“) bis zur letzten Minute ab. Keine Frage: Der Glam Metal hat eine neue Ikone. Selbst wenn diese eine Parodie ist.