Metal God steh uns bei!
„Made Of Metal“ – wer sonst, wenn nicht „Metal God“ Rob HALFORD persönlich, könnte sich hinter einem solchen Albennamen verbergen? An einem Montag-Abend um 0.45 Uhr kam es zu einer telefonischen Audienz des MIRRORs bei seiner metallischen Herrlichkeit Rob, der mehr als zufrieden vom neuen Album zu berichten weiß.
Text: Elvis Dolff | Fotos: Rob Halford
Nach den „Winter Songs“ im letzten Jahr, die in der Fangemeinde von Halford und Judas Priest eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurden, schlägt „Made Of Metal“ einen Kompromiss. Ein härteres Stück, das auch militanten Priest-Jüngern gefällt. Doch so klar war es gar nicht, dass 2010 ein Jahr einer Halford-Veröffentlichung wird, wie Rob berichtet: „Das ist schon ein sehr spontaner Release. Als unsere Shows geplant und promotet wurden, hatte ich wieder richtig Lust, neuen Metal zu machen. So begann das Songwriting aus dem Blauen heraus. Aber wie sagt man so schön: Bei einer solchen Gelegenheit, muss man den Stier bei den Hörnern packen und sich von seinem Herzen als Songwriter und Musiker leiten lassen. Ich denke so kommt das Ganze auf eine sehr unverfälschte, pure Weise herüber“, berichtet Halford.
So unverfälscht wie das Songwriting sein sollte, so sehr lebt Rob auch seit knapp 40 Jahren den Metal. „Das muss man auch. Ein gewisses Level an Ernsthaftigkeit und Verantwortung muss man herüberbringen. Und ich denke, die Fans würden es merken, wenn da etwas nicht echt oder ehrlich ist – besonders im Metal. Das hab ich meine ganze Metal-Karriere lang gemacht. Und allein die Tatsache, dass ich nach 40 Jahren immer noch da bin, zeugt davon, dass meine Fans an mich glauben“, bekräftigt er. Und wenn man doch an einen Gott glauben müsste, dann wenigstens an den Metal God in all seinen Erscheinungsformen – sei es in der Papst-Rolle bei den Judas-Priestern oder als symbolischer Fronthexer der Halford-Sekte.
„Das sind meine Kinder“
Letztere jedenfalls verzichtet auf so manchen Hokus-Pokus oder das große Image. „Die Halford-Band ist eine ganz einfache Metal-Band, wenn es darum geht, wie wir auf der Bühne stehen. Wir kommen nicht mit viel Licht oder einer großen Show daher. Wir lösen eher durch die Musik selbst Bilder in den Köpfen der Menschen aus,“ so Halford. Und diese Bilder sind besonders beim Halford’schen Soloprojekt oft sehr bedeutungsvoll. „Ich bin zum einen glücklich eine so variable Stimme zu haben, die mir viele Freiheiten erlaubt. Zum anderen, und das ist noch wichtiger, sind es die persönlichen Botschaften, die ich nur mit meinem Soloprojekt senden kann.“
Bei einer solch großen Bedeutung des Gesamtwerks fällt es auch schwer, einen Lieblingssong auszuwählen: „Meine Songs sind meine Kinder“, sprichwörtelt Rob lachend, „und du willst ja auch nicht, dass man über deine Kinder auf der Straße lacht. Aber wenn ich wirklich einen Song von dem Album herauspicken müsste, wäre es wohl „25 Years“. Der Song ist ein ziemlich offenes Buch und erzählt über die Probleme, die ich vor 25 Jahren mit Drogen und Alkohol hatte. „25 Years“ verkörpert auf gewisse Weise, was ich zu sein versuche, auch mit meinen Songs und der Solo-Band.“
Für den Hörer fällt aber noch ein anderer Song schnell auf. Das bluesige „Till The Day I Die“ zeigt den Metal God von einer ganz unmetallischen und sehr gefühlvollen Seite. Halford dazu: „Den Blues hab ich schon immer geliebt und einen Song mit solch einer Atmosphäre wollte ich immer schon mal machen. Hier geht es darum, dass du dein Leben nicht mit einem Fuß im Grab leben kannst. Du musst im Moment leben. Du kannst nicht im Gestern oder Morgen leben, weil sie beide nichts mit dem Moment zu tun haben.“
Und das seine Göttlichkeit das auch weiterhin tun wird, bezeugen auch die geplanten Fleischwerdungen auf menschlichen Bühnen rund um die ganze Welt. „Wir sind in den unterschiedlichsten Ecken der Welt unterwegs. Japan, Australien, zurück nach Amerika und Kanada für ein paar Shows mit Ozzy und auch allein. Ich denke diese Verbindung zu seinen Fans, die jede Band braucht, gilt es zu pflegen. Wir haben also einiges vor!“ Und darauf sind wir auch weiterhin gespannt.









