ANNIHILATOR
(SWORN AMONST + ADIMIRON)
12.10. – Köln, Luxor
Text & Foto: Elvis Dolff
Dienstag, 12. Oktober, 21 Uhr im Kölner Luxor: Die Frisur sitzt, der Teint hält und Thrash Metal liegt in der Luft. Bevor jedoch die lebenden Thrash-Metal-Ikonen um Jeff Waters, sprich Annihilator, das Schlachtfeld betreten, muss erstmal der Acker vorgepflügt werden. Diesen Part übernehmen heute als erstes die italienischen Tech-Thrasher ADIMIRON. Sehr vertrackter Thrash Metal ist für die wenigen, die schon anwesend sind, anscheinend zu komplex. Die meisten quetschen sich eher scheu hinten an die Theke und ihr Bier.
Nach wenigen Songs und kurzer Pause entern SWORN AMONGST die Bühne. Auch hier will der Funke nicht überspringen. Nicht die kleinste Bewegung erreicht die wirklich kraftvolle Vorband bei der Annihilator-Tonarmee, die so langsam die Ränke füllt. Mit den Songs „Severance“, „Exploited“, „Denounced“, „Useless“ oder „Darkness“ vom neuen Album oder aber dem Klassiker „Rules Of Engagement“ vom Vorgänger – hier schont man sich offensichtlich für die Kanadier, die im Anschluss die Bühnen betreten.
Ein kurzhaariger Jeff Waters überrascht auch noch eingefleischte Fans. Umso dichter thrashen die Jungs aber los und lösen Begeisterungsstürme im Publikum aus. Endlich erwachen die Lehmstatuen zu Metal. Die Setlist beinhaltet alte wie neue Songs: „Plasma Zombies“, „Betrayed“, das wahnsinnige „Ultra-Motion“, was zu selbiger aufruft, „WTYD“, die Live-Entjungferung von „Tricks And Traps“ oder der Übersong „Phantasmagoria“. Zwischendurch verpackt Jeff noch eine Anekdote über die Aussprache des Bandnamens. Neben Asiaten, die ANNIHILATOR wie „Konichi wa“ aussprechen, gebe es besonders witzige Osteuropäer, die mit Anal Eater punkten. Das Intro „Crystal Ann“ und der Kult-Song „Alison Hell“ markieren den Schluss- und Höhepunkt des Abends. Zugaberufe („Anal Eater! Anal Eater!“) werden zwar erhört, nur dürfen die Jungs wegen der Uhrzeit wohl nicht mehr ran. Das ist besonders ärgerlich, weil das Konzert erst gegen 21 Uhr angepfiffen wurde – wohl wegen der (sehr kurzfristigen) Verlegung aus dem Bürgerhaus Stollwerck ins Luxor. Schade, da wären bestimmt noch ein paar Songs drin gewesen. Dass die Fans der Band eine besonders eingeschworene Menge sind und „ihre Band“ als bessere, kanadische Alternative zu Metallica sehen, war heute irgendwie spürbar. Sei es einfach die Ignoranz gegenüber beiden Vorbands oder die untypische Zusammensetzung des Publikums an sich. Vereinzelte Kuttenträger treffen Lacoste-Pulli-BWLer treffen eine Altersspanne von 0-99, so sehen die Jünger des Metal-Gottes Jeff aus.









