Live-Bericht: Stone Sour & Hellyeah!

Stone Sour live

STONE SOUR
(+ HELLYEAH!)

23.10. – Köln, E-Werk

Text & Foto: Elvis Dolff

An einem eher frostigen als lauschigen Herbstabend treten die Jungs von Stone Sour um Slipknot-Frontsau Corey Taylor im Kölner E-Werk auf. Vorband markiert heute niemand Geringeres als HELLYEAH. Kein Begriff? Hellyeah ist die als musikalisches Projekt gestartete Band um Ex-Pantera-Drummer Vinnie Paul und Mudvayne-Fronter Chad Gray. Hinzu gesellen sich zudem noch Mudvayne-Gitarrist Greg Tribbett, der Klampfer von Nothingface Tom Maxwell und Bassist Bob Zilla, bekannt für sein Engagement bei der Pantera-Folgeband Damageplan. Dass das für viele wie eine wilde Mixtur verschiedener Musiker und einem weiteren Supergroup-Versuch klingt, ist verständlich. Dass das ganze aber zu einem wirklich ernst zunehmenden Act heranwächst, der heute Abend sogar weitgehend Stone Sour die Show stehlen soll, hätten beim ersten Album die wenigsten vermutet.
Mit einem Knaller beginnen die Jungs auch direkt: „For Those About To Rock“ als Intro für den eigenen Hit „Hellyeah!“ zu wählen, bringt viele Sympathien im Publikum. „Cowboy Way“, „Pole Rider“, „Hell Of A Time“ und „Alcohaulin Ass“ bedienen das erste und das neue Album. Gerade mal 40 Minuten reichen, um einen starken Eindruck vom Badass-Feeling und den musikalischen Wurzeln der Band mitzubekommen. Texas punktet mit einem einmütigen Hellyeah!

Den Anschluss machen die frenetisch begrüßten „Stars“ STONE SOUR. Das Set der mittlerweile qualitativ stärker wahrgenommenen Weichspül-Variante von Slipknot umfasst eine Mischung aus allen Alben: Unter anderem „Mission Statement“, „Say You’ll Haunt Me“, „Let’s Be Honest“,  die beiden ruhigen Klassiker im Paket („Bother“ und „Through Glass“), dann noch „Digital (Did You Tell)“. Der Höhepunkt im Härtegrad ist „Get Inside“ und als Zugabe schließlich  „The Bitter End“, „Hell & Consequences“ und „30/30-150“. Insgesamt ein rundes Paket der Band, das aber nur die Die-Hard-Fans wirklich mitreißt. Viele sehnen sich offenkundig nach härteren Stücken und waren heute wohl besser mit den „texanischen Mudvayne“ im Vorprogramm bedient. Ob es daran liegt, dass das Publikum schon lange nicht mehr größtenteils aus Slipknot-Abtrünnigen besteht, sondern auch ein Gros an Pop-Rockern jeden Alters anzieht? Gute Frage. Zumindest ist die Stimmung gespalten und weit vom Kochen entfernt. Stone Sour geben zwar alles und gefallen phasenweise und der Sound ist weitestgehend in Ordnung, doch will der berühmte Funke einfach nicht überspringen.
Insgesamt bleibt ein Abend, der mit einem lauten Hellyeah begann und im Nachhinein zwar nicht Sour macht, aber in Stimmung und Laune etwas zu Stone gefror.

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