| Epic Black Metal
KEEP OF KALESSIN
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Keep Of Kalessin sind zweifelsohne der aufstrebendste Stern, den Norwegen derzeit vorzuweisen hat. Nicht nur in der Black-Metal-Gemeinde, von der man sich rein konventionell mittlerweile gelöst hat, kommt die Truppe fantastisch an – Keep Of Kalessin begeistern Metal- und Musik-Liebhaber unterschiedlichster Couleur. Lediglich einige Hardliner haben sich mittlerweile abgewendet. Der Grund ist der, der Keep Of Kalessin gerade so hörenswert macht: Die Band bricht mit Genrekonventionen und taucht ein in ein Meer aus Klängen, das natürlich noch jede Menge Black Metal beinhaltet, dabei aber stets eine epische Note einbringt. Ob durch mehrstimmige Hintergrundchöre, melodische Gitarrenparts oder progressiv anmutende Riffs, Keep Of Kalessin sorgen während jedes einzelnen Songs dafür, dass der Song seinen eigenen Charakter erhält und sich von den anderen Nummern weitgehend abgrenzt. Dass sich dabei nicht notwendigerweise Hit an Hit reiht, ist natürlich klar, aber Wiedererkennungswert haben die Songs dennoch. Da ist zum Beispiel das doomige, langsame und atmosphärische „Dark As Moonless Night“ mit seinen tiefen Growls. Da ist der 14-minütige Epik-Brocken „Reptilian Majesty“, der einen in eine Welt aus kalten Riffs und atmosphärischer Epik entführt. Und da ist natürlich auch „The Dragontower“, der Song, der den Norwegern bei vielen Underground-Fetischisten Sympathiepunkte raubte. Mit diesem Song wollte die Band beim Eurovision Song Contest antreten, konnte sich beim Vorentscheid jedoch lediglich den dritten Platz sichern. Fernab von der seelenlosen Plastikveranstaltung, an der die Band teilnehmen wollte, geht dieser Song ins Ohr. Während mancher Parts ist er zwar ein wenig kitschig, aber gleichermaßen auch faszinierend. Höhepunkt des Albums ist jedoch „The Awakening“, ein Song der so viel epische Black-Metal-Power ausstrahlt, dass einem der Mund offen steht.
Was kann man Keep Of Kalessin nach einem solchen Album attestieren? Diese Bands hat Hits, ist technisch auf höchstem Niveau, sprengt die engen Genrevorgaben und haut dabei ein Album raus, das sich den Kreuzfeuer-Sieg redlich verdient hat.
8 / 10 (Dorian Gorr)







