Interview: An Autumn For Crippled Children

Interview mit An Autumn For Crippled Children

Über das Dasein als Mensch

Ein sehr rohes, depressiv anmutendes Stück Black Metal haben AN AUTUMN FOR CRIPPLED CHILDREN mit ihrem Debüt „Lost“ jüngst veröffentlicht. Warum die Band sich selbst auf Fotos nicht zu erkennen gibt und obskure Pseudonyme verwendet, erklärt sie uns im Interview.

Text: Dorian Gorr | Foto: AAFFC

Wahrscheinlich hört ihr diese Frage in jedem Interview, aber euer Bandname ist schlichtweg zu bizarr, um nicht danach zu fragen. Woher kommt dieser Name?
Der Bandname ist ein abgewandelter Songtitel der Band Ebony Lake aus Großbritannien. Wir haben ihn ausgewählt, weil uns das Bild, das er in unseren Köpfen erzeugte, gefiel. Der Name passt sehr gut zu unserer Musik, finde ich. Denn auch er ist herausragend.

Alle Mitglieder der Band verwenden sehr obskure Pseudonyme und man findet auch keine wirklichen Bilder von euch im Internet. Warum macht ihr ein solches Mysterium darum, wer sich in der Band befindet?
Wir möchten vermeiden, dass sich unsere verschiedenen Bands und Projekte in die Quere kommen. Mir gefällt der Gedanke, dass die Musik aufgrund der Musik beurteilt und bewertet wird, nicht anhand den Bands, in denen die Mitglieder außerdem spielen.

Wenn ihr anonym bleiben wollte, wie geht ihr dann mit Live-Situationen um? Verwendet ihr Corpsepaint? Masken? Oder zeigt ihr dort eure wahren Gesichter?
Bisher haben wir nur sehr lokale Gigs gehabt und sind dort ohne Masken auf die Bühne gegangen. Was da die Zukunft bringen wird, kann ich schwer einschätzen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden wir nur wir selbst sein.

Ihr spielt depressiven, melancholischen Black Metal. Wie sehr muss man in der Realität von diesen Aspekten betroffen sein, um Musik daraus zu formen? Oder anders ausgedrückt: Bist du ein depressiver Mensch oder nur jemand, der depressive Musik spielt?
Ein bisschen von beiden Sachen. Aber ich möchte eigentlich lieber über die Musik reden, nicht über meine privaten Depressionen. In meinen Augen sollte man auch Melancholie nicht mit Depression gleichsetzen. Ich mag melancholische Musik sehr gerne, als solche betrachte ich auch unsere Musik.

Vor allem im Black-Metal-Sektor gibt es mittlerweile viele Bands, die Depressionen und Suizidfantasien als wichtige Hauptmerkmale ihrer Texte vorweisen. Welche Bands aus diesem Sektor haben euch am stärksten beeinflusst?
Gar keine. Unsere Texte handeln hauptsächlich vom Leben und dem Dasein als Mensch. Es geht dabei immer um reale Erfahrungen, die realen Menschen widerfahren: Hass, Liebe, Tod, Elend. Sich mit diesen Texten zu befassen, ist ein super Weg, um die eigenen negativen Energien loszuwerden.

www.myspace.com/crippledchildren2009