Interview: Dinner Auf Uranos

Interview mit Marcel Breuer (Dinner Auf Uranos)

Vom Metal losgelöst

Nocte-Obducta-Gründer Marcel plaudert über die Verschmelzung seiner ehemaligen Band mit seiner neuen Band DINNER AUF URANOS.

Interview: Carolin Teubert | Foto: Dinner Auf Uranos

Marcel, wie seid ihr auf den ungewöhnlichen Bandnamen gekommen?
Der Name entstand eigentlich sehr spontan. Vor vier Jahren stand für uns fest, dass wir uns umbenennen werden. Die Musik, wie wir sie weiter machen wollten, sollte nicht mehr unter dem Namen Nocte Obducta stehen. Wir hatten etwa 50 Namen zur Auswahl, letzten Endes war es eine Abstimmung, die zugunsten Dinner auf Uranos ausfiel. Sehr zu meiner Freude, da ich den Namen sehr passend finde. Ich habe mich schon immer auch für Uranos und Astronomie interessiert.

Als ich mir die Titel und die Texte der Songs angehört habe, zum Beispiel „Töte das Jahr für mich“ , fand ich sie sehr depressiv und sie zeugten für mich von schlechten Erfahrungen. Stimmt dieser Eindruck oder täuscht das?
Die Songs, die auf dem Album gelandet sind, wurden eher durch Zufall ausgewählt. Viele stammen aber aus einer Zeit, die wirklich nicht so prickelnd war. Daher stimmt es schon, dass die Inhalte eher negativ belastet sind.

Schreibst du die Songs vorwiegend alleine?
Nach wie vor schreibe ich die Songs alleine , aber ich diktiere nicht mehr. Früher war ich sehr darauf bedacht, dass Arrangements so umgesetzt werden, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Das ist heute auch noch so, jedoch schaue ich wie weit sich was umsetzen lässt und welche Ideen der anderen man miteinbeziehen kann. Ich schreibe zwar auch die Musik und habe in etwa ein Bild davon, wie ein Song letzten Endes sein soll, aber ich lasse auch ein paar Freiräume übrig.

Wenn man sich die ersten Reviews im Netz durchliest, sind die Bewertungen meist gut. Hättest du nicht mit noch mehr Kritik gerechnet?
Ich hatte mit mehr negativer Kritik gerechnet, natürlich aber auch mit positiver. Ich habe geglaubt, die Meinungen wären durchwachsener. Ich wusste selber nicht, wie man das Album bewerten soll. Es gab keinen durchgängigen Entstehungsprozess, sondern es waren viele einzelne Sessions, die zum Schluss zu „50 Sommer, 50 Winter“ geführt haben.

Du sagst, dass Dinner auf Uranos ein Anschluss an Nocte Obducta sind. Inwiefern? Textlich schließt es an Nocte Obducta an, aber musikalisch geht ihr nun in einer völlig andere Richtung.
Das liegt sicher daran, dass viele Songs noch aus der Zeit von Nocte Obducta und aus der Zeit davor stammen. Hätten wir alles genommen, was wir an Material hatten, wären wohl drei Alben daraus geworden. Zudem ist ein Teil der Bandbesetzung erhalten geblieben. 2006 haben wir beschlossen, eine Pause zu machen. Wir wollten keine Bühnenauftritte und vorerst keine Alben mehr machen. Wir zogen uns in den Proberaum zurück und haben einfach ausprobiert. Rock-Elemente hatten wir ja auch bei „Nektar“ mit dabei, jedoch haben wir uns jetzt davon losgelöst Metal machen zu müssen. Das nächste Album könnte allerdings auch wieder ein bisschen näher an Nocte Obducta heran kommen.

Welchen Status haben Nocte Obducta heute?

Als aktive Band ist das Kapitel abgeschlossen. Wir geben keine Konzerte mehr und stehen unter keinem Zeitdruck mehr. Die Arbeit an neuem Material, das definitiv veröffentlicht wird, ist dadurch wesentlich einfacher. Für mich persönlich gibt es daher auch keine eindeutige Grenze zwischen Dinner auf Uranos, Nocte Obducta oder anderen Projekten.

Denkst du trotzdem hin und wieder an eine Reunion?
Nein, eigentlich nicht. Wir machen alle die Musik nebenher, da wir die finanziellen Mittel auch erst mal aufbringen müssen. Wir alle haben zudem feste Jobs. Würden wir uns wieder auf Nocte Obducta stürzen, würde alles andere untergehen, da es eine Menge Zeit in Anspruch nehmen würde.

www.myspace.com/dinneraufuranos