Gegen menschliche Maschinen
Seit 25 Jahren schwören MASTER nur einer Institution Treue: Sich selbst. Ihren Sound haben die Death Metaller auch auf ihrem neuen Album „The Human Machine“ weder angepasst, noch verändert. Death-Metal-Guru Paul Speckmann spricht über das Chaos in der Welt und Motörhead-Vergleiche.
Interview: David Dankert | Foto: Master
Hey Paul, wie gehts? Ich hoffe es ist alles klar bei dir und Master?
Klar, hier ist alles super! Gerade bin ich etwas gelangweilt, nachdem ich vier Monate unterwegs war. Eigentlich bin ich schon wieder bereit, die Straße zu entern, aber ich muss mich noch vier Wochen gedulden bis wir eine kleine Sieben-Tage-Tour mit Six Feet Under und Illdisposed durch Skandinavien und Deutschland starten.
Wie sind die ersten Reaktionen zu eurer neuen Scheibe „The Human Machine“?
Um ehrlich zu sein, das Feedback ist bis jetzt eher gemischt. Viele Magazine geben uns zwischen fünf und sieben Punkten, aber die letzten Reviews waren dann doch überraschend gut. Viele mögen nun mal den typischen Master-Sound, sie wissen die rohe Produktion zu schätzen und sind glücklich darüber, dass wir uns selbst treu geblieben sind.
In der Tat habt nie versucht, eurem Sound neue Elemente hinzuzufügen oder euch groß zu verändern. Woher nehmt ihr nach mehr als 25 Jahren Bandgeschichte immer noch die Motivation, diese Form von Musik zu schreiben?
Die Welt ist meine Motivation. Momentan befinden wir uns im Chaos auf dieser Welt, Die Regierungen kontrollieren durch das Fernsehen die Menschen, welche so eingetrichtert bekommen, was sie machen sollen. Durch diese Kontrolle sind die meisten Menschen eher zu „Human Machines“ geworden und der Frieden gehört schon seit langem der Vergangenheit an. Heutzutage haben die Regierungen und Banken die ganze Macht über die Menschen. Freies Denken findet so gut wie nicht mehr statt. Darüber schreibe ich Musik und das treibt mich auch weiterhin an, mit Master aktiv zu bleiben. Dafür lebe ich, für manche mag Musik ein Hobby sein, für mich ist es mein Leben!
Viele Leute nennen euch die „Motörhead des Death Metal“. Findest du diesen Vergleich zutreffend?
Das ist natürlich ein Kompliment für mich. Master spielen simpel nach vorne marschierende Musik, genau wie Motörhead. Weniger ist eben manchmal mehr. Heute spielen diese ganzen Bands eine Millionen Riffs in einer Minute, das kann ich einfach nicht verstehen. Vielleicht liegt das an meinem Alter. Ich bin eben noch von der alten Schule und mag Bands wie Sodom, Venom und Motörhead. Energie und Aggression müssen die Musik bei mir bestimmen.
Im Juli tourt ihr durch Venezuela und Kolumbien. Sind solche Touren für dich aufregender als ein Trip durch Europa?
Naja, schon. In Süd-Amerika sind einfach deutlich mehr Die-Hard Fans und der Support ist viel krasser dort.
„The Human Machine“ ist das erste Album, das Master via Pulverised Records veröffentlichen. Wie kam der Kontakt zu dem Label zustande und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?
Eigentlich habe ich ursprünglich eine Band namens Defiled kontaktiert, um eine Tour in Asien starten zu können. Stattdessen hab ich Calvin von Pulverised kennengelernt, der mir sofort einen Vertrag anbot. Momentan bin ich wirklich sehr zufrieden mit seiner Arbeit, wir kriegen sehr viel Promotion für „The Human Machine“ und ich mache massig Interviews. Ich hoffe, dass unsere Zusammenarbeit auch in Zukunft so großartig bleiben wird.








