METAL MIRROR #76
Editorial: Here Comes The Sun
Es gibt ihn tatsächlich noch, manche haben ihn schon für ein Ammenmärchen gehalten: Den Frühling. Zeitgleich wächst die Vorfreude auf die ersten Festivals. Um euch den Mund richtig wässrig, auf viel Musik und Zeltatmosphäre zu machen, gibt es auch dieses Jahr unseren traditionellen Festival-Vorbericht mit den größten und wichtigsten Veranstaltungen. Das Metal-Mirror-Team wird wie jedes Jahr mit dem RockHard-Festival in die Saison starten. Vielleicht sieht man sich ja vor Ort.
Genau wie die ersten Knospen sprießen auch die neuen Metal- und Rock-Releases. Amorphis haben es bis an die Spitze geschafft und sind daher nicht nur unser Killer-Album des Monats, sondern auch verdienterweise unsere Titelstory. Die Finnen haben sich schon oft in einem frischen musikalischen Gewand gezeigt, genau wie Kvitrafn (ex-Gorgoroth). Dieser begibt sich für sein zweites Projekt Wardruna und deren nordische Folkmusik gerne auch mal in Lebensgefahr. Aber auch die anderen Interviews zeigen wie vielseitig der Frühling ist: Jedes Genre-Herz sollte mit Procession, Atrocity, Coilguns, Adept oder den Shooting-Stars Kvelertak etwas zum Schmökern finden.
Übrigens: Jedes Genre wird auch auf der von Metal Mirror präsentierten Heavy-Hits-Party im Helvete Metal Club in Oberhausen bedient. Unser Benne wird dort als DJ ab dem 10. Mai jeden zweiten Freitag den Laden rocken! Für Leute aus dem Ruhrgebiet und Umgebung ein Pflichttermin. Und nun rein in den Lesespaß.
Rund, Runder, Circle
Nach dem 2011er-Mega-Album „The Beginning Of Times“, das den AMORPHIS-Sound der letzten Jahre in einem nahezu perfekten Gewand zeigte, folgt nun der mit Spannung erwartete Nachfolger „Circle“. In unserem Kreuzfeuer konnte die Platte jedenfalls schon einmal abräumen und die gesamte Konkurrenz hinter sich lassen. Wir sprachen mit Amorphis-Keyboarder Santeri Kallio über das neue Werk der finnischen Ausnahme-Metaller.
Fasten und Frieren für Folklore
Die eisigen Könige des Black Metals, Gaahl und Kvitrafn, zeigen, dass sie nicht nur mit Corpsepaint und schnellen, bitterkalten Riffs eine einzigartige Stimmung erzeugen können. Ihr Projekt WARDRUNA, das an die nordische Spiritualität und die Runen erinnern soll, erzeugt eine anhaltende Gänsehaut. Mit „Runaljod – Yggdrasil“ erschien vor kurzem ihr zweites Werk. Wir sprachen mit Kvitrafn, der sich für Wardrunas Musik sogar freiwillig in Gefahr begibt.
Wie ein Fucking Berserker
Im Rahmen der Impericon-Tour laden ADEPT auf eine Flasche Jim Beam in ihr Wohnmobil ein. Sänger Robert Ljung spricht über unzufriedene Fans, moderne Trends und dass man Slayer nicht mögen muss.
Wie eine schnelle Achterbahn
The Ocean sind hierzulande den meisten Progressive-Post-Rock-Fans ein Begriff. Bekannt sind sie neben ihrer Musik auch für hohe Mitgliederzahlen und starke Musikerfluktuation, aber ebenso auch für die vielen weiteren ambitionierten Projekte der Musiker. Gitarristen Jona Nido konnten wir zwischen Tourbus und Bühne für ein Interview zu seinem Projekt COILGUNS und dessen neuem Album „Commuters“ gewinnen.
Mit oder gegen den Strom
„Mit Apnoe“ hat die deutsche Band TODTGELICHTER ihre Wandlungsfähigkeit erneut unter Beweis gestellt und ein hochklassiges Album abgeliefert. Unsere Fragen beantworten Drummer Tentakel P. und Sänger Tobias.
Auf einen kleinen Kveler-Talk
Die Norweger KVELERTAK ernteten bereits mit ihrem ersten, selbstbetitelten Werk internationalen Erfolg. Noch mehr jedoch sorgten sie live immer wieder für Aufsehen und geile Shows. 2013 melden sie sich mit mehr aus dem Studio zurück. Wortwörtlich sogar, denn das neue Album heißt „Meir“ (norwegisch für „Mehr“). Wir trafen Frontschreihals Erlend Hjelvik beim Konzert im Kölner Luxor und sprachen über „Meir“ und mehr.
Das Doom-Herz schlägt in Europa
PROCESSION sind ohne Frage die Doom-Band der Stunde. Das neue Album „To Reap Heavens Apart“ kann getrost als eines der herausragenden Genre-Alben der letzten Jahre bezeichnet werden, so dass man sich die Frage stellt: Wo soll das bloß hinführen? Der Kopf hinter der Band, Daniel Felipe Plaza, hält uns auf dem Laufenden und erklärt, was er mit der Band noch erreichen möchte.
Auf zur Schnitzeljagd
Zwar waren die Ludwigsburger Düstermetaller ATROCITY in der vergangenen Dekade niemals untätig, auf ein reguläres metallisches Release mussten die Fans allerdings eine stattliche Weile warten. Nun endlich meldet sich die Mannschaft um Alexander Krull mit einem wahrhaften Mammut-Projekt zurück: „Okkult“ heißt die Trilogie, deren erster Teil seit einigen Tagen in den Regalen steht und auf ganz bandspezifische Weise düstere Geschichten erzählt. Wir sprachen mit Bandchef Alex, der uns verriet, warum es wichtig fürs eigene Seelenheil ist, untrue zu sein.
Die wichtigsten Festivals 2013
Es war ein langer Winter und der Sommer steht nun endlich vor der Tür. Mit ihm kommt natürlich auch die Festivalsaison – hoffentlich mit besserem Wetter als im Vorjahr. Die Festivallandschaft erreicht dieses Jahr einen neuen Höchststand. Es gibt noch mehr als in den Jahren zuvor. Wir geben euch einen Überblick über die wichtigsten Festivals des Jahres. Stellt das Bier kalt, macht den Grill an, dreht die Musik auf. Leute, der Sommer ist endlich da! Wir sehen uns auf den Feldern.
METAL MIRROR #75
Editorial: Der Herr der Augenringe
Ich durfte vor kurzem Gast bei der Call-Of-Duty-Meisterschaft der ESL in Köln sein. Das war eine skurrile, kleine Gamer-Welt für sich, die ihre eigenen Regeln hat. Für mich war es eine interessante Erfahrung, die Spaß gemacht hat. Genauso abgedreht wird für Außenstehende die Metal-Welt mit ihren bunten, brutalen Metal-Shirts sein. Unser Special geht mit Thomas Gurrath von Debauchery in die nächste Runde. Er erklärt aus der Sicht einer Death-Metal-Band, warum Titten, Monster und Gewalt auf ein Kleidungsstück gehören und das auch noch den Absatz ungemein steigert. Innerhalb der Szene sind diese Designs genauso wenig schockierend wie die Cover-Artworks von Sodom. Knarrenheinz soll nicht provozieren, sondern zum Denken anregen: Thrash Metal, der sich gegen soziale Ungerechtigkeit auflehnt. Wir baten Tom Angelripper zum Gespräch.
Hypocrisy-Sänger Peter Tägtgren fällt vielmehr durch seine außergewöhnliche Arbeitsmoral (und seine gigantischen Augenringe) auf. Zur Belohnung thront er auf unserem Cover. Zuätzlich zu einem großen Interview blicken wir auf die Karriere des Workaholics. Außerdem mit dabei: die Rückkehr von Suicidal Tendencies in die Szene und von Jesse Leach zu Killswitch Engage.
Auch der Rock kommt nicht zu kurz. Dieses Mal nehmen wir die Newcomer-Bands Orchid (klingen wie Black Sabbath!) und Dead Lord unter die Lupe. Sind die Frischlinge ernstzunehmende Bands oder nur eine Randerscheinung der Retro-Rock-Welle? Mehr erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Abenteuersüchtig
Peter Tägtgren – Musiker, Produzent, Workaholic, Perfektionist. Fast vier Jahre hat er HYPOCRISY-Fans auf neues Material warten lassen. Schuld daran: Seine zweite Band Pain, etwas fehlende Inspiration und eine neue Herangehensweise im Schreibprozess. Der Knoten ist schließlich geplatzt, heraus kam „End Of Disclosure“.
Verschleiß von Körper und Seele
KILLSWITCH ENGAGE bringen mit „Disarm The Descent“ nicht nur ein weiteres Album heraus, sondern feiern auch die Wiederkehr des Sängers Jesse Leach. Die Depressionen scheinen überwunden. Im Gespräch mit Bandchef Adam Dutkiewicz erfahren wir, dass nicht jeder für das harte Bandleben gemacht ist. Das gilt auch für die Metalcore-Speerspitze aus den Vereinigten Staaten.
Alles noch stimmiger
LONG DISTANCE CALLING waren immer eine Band, die für intensive, rockige Instrumental-Musik standen. Diverse Experimente mit unterschiedlichen Sängern brachten immer wieder tolle Songperlen hervor. Jetzt hat sich die Band für ihre ‚neue Band‘ mit Martin Marsen Fischer einen festen Sänger an Bord geholt, der gleich mehreren Songs seine Stimme leiht und auch live bei der aktuellen Tour am Start ist. Wir haben Drummer Janosch Rathmer beim Gig in der Kölner Essigfabrik getroffen und mit ein paar Fragen beschäftigt.
Jetzt schlägt’s dreizehn
Es ist kaum zu glauben, aber wahr: SUICIDAL TENDENCIES sind mit einem Studio-Album zurück. Und das hat seine ganz eigene Zahlenmystik: Nach 13 Jahren veröffentlichen Cyco Miko (alias Mike Muir) und Co. 2013 ihr dreizehntes Studio-Album mit 13 Songs – natürlich betitelt: „13“. Wir sprachen mit Mike über die Rückkehr in die Plattenläden.
“Eine Welt ohne Krieg ist Utopie!”
Hinter Tom Angelripper steckt nicht nur der Jägermeister trinkende Onkel Tom, sondern auch ein versierter Schreiber, der sich seit dreißig Jahren gegen die Ungerechtigkeiten und Konflikte dieser Welt auflehnt. Thrash Metal als Sprachrohr zur Bevölkerung. Mit ihrem neuen Album „Epitome Of Torture“ gehen SODOM auf Stimmenfang.
Black Sabbath? Keine Absicht!
Mit „The Mouths Of Madness“ legen die San-Francisco-Doomer ORCHID eindrucksvoll nach. Seit einem Jahr beim Branchenriesen Nuclear Blast untergekommen, hat sich die Welt für die Erben von Black Sabbath deutlich verändert. Mehr Presse, mehr Shows, und zum Glück für uns auch mehr Deutschland. Mark Thomas Baker gibt einen Einblick in seine Welt.
Notfalls klingt es nach Thin Lizzy
Hakim, Sänger der schwedischen DEAD LORD, klingt wie Phil Lynott, möchte aber eher eine Stimme wie Ronnie Jame Dio haben. Auch sonst lief bei der Band nicht immer alles nach Plan – zum Glück nicht.
Qualität durch Qual
Death Metal ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Bereits in diesem noch sehr jungen Jahr wurden zahlreiche Underground-Death-Metal-Stile veröffentlicht. Dass ARROGANZ aus Cottbus sich nicht dem Einheitssound a la Dismember verschrieben haben, macht das Trio umso interessanter.
…Oder etwas mit Titten!
Bisher kamen in unserer Serie SHIRT HAPPENS! vor allem Fans zu Wort. Doch während wir uns mit den schicken Leibchen aufhübschen, sind T-Shirts für Bands eine wichtige, manchmal sogar die entscheidende Einnahmequelle. Dass eine große Auswahl an möglichst auffälligen Motiven wichtig ist, weiß kaum eine Band besser als DEBAUCHERY und deren Chef Thomas Gurrath.
METAL MIRROR #74
Editorial: Heute sogar mit Einkaufsliste
Der nicht enden wollende Winter hat uns fest im Griff. Die Sehnsucht nach Sonne, Festivals und Barbeque (bitte ohne Pferdefleisch im Bratwürstchen) steigt stündlich. Zeit, sich etwas abzulenken und zwar am besten mit einem süffigen Bierchen und der neuen METAL-MIRROR-Ausgabe. Der Inhalt ist dieses Mal fast so kunterbunt ausgefallen, wie die gleichnamige Villa: Fenriz von Darkthrone erteilt uns eine Lehrstunde in Sachen Underground-Denken und erfreut sich an der aufkeimenden Vielfalt an Rock-Bands. Damit wir alle die richtigen Platten im Schrank stehen haben, hat er eine kleine Einkaufsliste mit Releases aus dem vergangenen Jahr zusammengestellt.
Eine Band, die auf dieser Liste fehlt, ist Vishnu, die euch dafür unser Herausgeber dringend ans Herz legen möchte. Sie haben mit „Nightbeat Love“ ein Album veröffentlicht, das fast genauso zu begeistern weiß wie einstige The-Doors-Releases. Manche bezeichnen Retro-Rock als Hype, der den Folk- und Pagan-Trend abgelöst hat. Zusammen mit Benne habe ich Mathias von Finntroll in Dortmund getroffen. Der Sänger ist guten Mutes, dass die Finnen jeden Trend überleben werden. Darauf erst einmal einen großen Kelch Weißwein. Und auch unsere Shirtstory geht in die nächste Runde: Elvis hat hierfür unschuldige Versuchskaninchen auserwählt, die sich mit kotzenden Shirts auseinander setzen mussten. Kotzen musste auch David, und zwar vom English Breakfast während seiner UK-Tour mit Chapel Of Disease. Alles weitere erfahrt ihr in seinem Tour-Tagebuch.
Underground findet im Kopf statt
Auf Darkthrone ist Verlass. Die enfants terrible, die mit „A Blaze In The Northern Sky“ die zweite Welle des Black Metals in Richtung Höhepunkt trieben, sind wieder einmal Großmeister des musikalischen Wandels, bleiben sich dabei aber trotzdem selbst treu. Fans der ehemaligen Lichtgestalten der norwegischen Black-Metal-Szene wissen hingegen nie genau, was ihnen Ted Skjellum und Gylve Nagell – besser bekannt als Nocturno Culto und Fenriz – als nächstes kredenzen werden. Insofern ist auch „The Underground Resistance“ kein Bruch mit Konventionen, auf die die beiden Norweger ohnehin noch nie viel Wert gelegt haben. METAL MIRROR hat Drummer und Sänger Fenriz zum Gespräch gebeten, um mehr über die Lieblingsbands, das Songwriting bei Darkthrone und Nachwuchs-Pandas aus Norwegen zu erfahren.
Einfach mal der normale Dude sein
Black Light Burns liefern Musik am laufenden Band ab. Nur wenige Monate nach dem Debüt steht mit „Lotus Island“ der Nachfolger parat. Vor der Köln-Show sprach METAL MIRROR mit Wes Borland.
Obsessive Passion
Nachdem Vreid für die Betitelung ihres fünften Albums „V“ im Jahre 2011 nicht unbedingt einen Kreativitätspreis gewonnen haben, gehen die Norweger dieser Tage mit dem, in jeder Hinsicht, wohlklingenden „Welcome Farewell“ in die nächste Runde. Bassist Jarle verrät METAL MIRROR im Gespräch, warum es sich dabei um die intensivste Arbeit seines Lebens handelt.
Schreiben wir halt auf der Bühne
Aus dem Nichts, hoffentlich an die Spitze. „Nightbeat Love“ ist das bereits zweite Album der Norweger Vishnu. Auf der hiesigen Landkarte tauchte die Band aber bisher nicht auf. Das wird… ach was… das MUSS sich mit dem jetzt schon vielleicht besten Rock-Album des Jahres ändern.
“Ich kann Humpaa-Folk nicht ausstehen”
Der Folk- und Pagan-Hype hat sich vom Acker gemacht. Finntroll sind einer der wenigen Bands, die dennoch geblieben sind. Die Band bringt mit „Blodsvept“ ihr sechstes und wohl ungewöhnlichstes Album heraus. Stillstand wird bestraft. Das weiß auch Sänger Mathias, den METAL MIRROR bei Century Media in Dortmund zum Gespräch traf. Trotz seh- und riechbarem Kater des Finnen wird bei einem Gläschen Kontra-Weißwein über das neue Album und die Heldenverehrung philosophiert und viel gelacht.
Sechs Mal British Breakfast
Die True-Instanz beim METAL MIRROR, David Dankert, zermartert seit geraumer Zeit nicht nur die Nerven von Labelmitarbeitern mit seinen Verrissen, sondern auch die Felle seines Drumsets. Als Schlagzeuger ist er bei den Death-Metal-Aufsteigern Chapel Of Disease aktiv. Von deren erster Tour nach England hat er ein Tagebuch mitgebracht.
Wir reden nicht, wir knüppeln nur
Schweigen ist Gold: Guy Marchais von Suffocation gibt sich im Interview wortkarg. Immerhin: Nach dem neuen Album soll es auch endlich eine DVD der Band geben.
Wild Boys versus Grown-Ups
Hardcore Superstar bringen mit „C‘Mon Take On Me“ ihr mittlerweile neuntes Studioalbum heraus und sind vom Sleaze-Rock-Firmament nicht mehr wegzudenken. Rotzröhre Joakim ‚Jocke‘ Berg überrascht im Interview mit einer großen Portion Ehrlichkeit und zeigt, dass in jedem Rocker ruhig auch ein kleiner Spießer stecken darf.
Mama, wieso kotzt das T-Shirt?
Haben wir in den vergangenen Teilen unserer Artikelserie Shirt Happens! den Fokus auf Sichtweisen, Stimmen und Storys innerhalb der Szene gelegt, zoomen wir nun einmal heraus und konfrontieren die „Unbeeinflussten“, die Leute außerhalb der Szene mit dem Metal-Shirt. Dazu stehen uns drei Auserwählte Rede und Antwort zu einer Auswahl am metallischen Oberkörper-Textil.
METAL MIRROR #73
Editorial: Raus aus dem Winterschlaf
Nach einer kurzen Winterpause geht METAL MIRROR gestärkt in das neue Jahr. Alle Endzeit-Propheten wurden eines Besseren belehrt und das bedeutet, dass satte zwölf neue Ausgaben auf euch warten. Wir bleiben unserem Motto treu und schreiben auch 2013 über alles Interessante, was Heavy Metal, Rock und Co zu bieten haben und schauen dabei fleißig über den Tellerrand. Die ausgebliebene Apokalypse und die positive Energie führten dazu, dass in Ausgabe #73 die melodiöse Ausrichtung der harten Töne im Fokus steht. Dies liegt auch daran, dass die Vertreter der verspielten Arrangements starke Releases im Gepäck haben. Timo Kotipelto blickt uns zwar ernst vom Cover aus an, ist aber dennoch glücklich darüber, dass seine Band Stratovarius wunderbar ohne Timo Tolkki auskommt. Wahnsinn und Genie liegen leider oft nah beieinander. Davon berichten die Jungs, die Dorian in Berlin besucht. Elvis war derweil in Köln zu Gast bei Junius. Die Amis spielen nicht nur verträumten Post-Rock, sondern haben auch eine Menge zu sagen.
Fast philosophisch wird es hingegen bei Helloween: Was ihre neue Platte mit Facebook verbindet, erfahrt ab Seite 18. Gemäß dem Motto: The same procedure as every year, darf natürlich auch unser Jahresrückblick nicht fehlen. Mit einer großen Portion schwarzen Humor, Sarkasmus und Selbstironie ziehen wir uns, unsere Ausgaben und ein paar Musiker genüsslich durch den Kakao (gerne mit viel Amaretto). Jede Wette, dass auch 2013 jede Menge Stoff dafür bieten wird.
Was dich nicht umbringt…
…macht dich nur stärker, heißt es. Dass Stratovarius „Nemesis“ veröffentlichen, widerspricht eigentlich der Natur: mehr als einmal versuchte die finnische Melodic-Instanz den Bandsuizid, geschafft hat sie es nie. Mittlerweile kann die Truppe um Sänger Timo Kotipelto und Keyboarder Jens Johansson mit den Vorbereitungen zum 30-jährigen Bandjubiläum starten, allerdings ohne Timo Tolkki, von dem man sich mit dem dritten Album in Eigenregie endgültig losgesagt zu haben scheint.
Zwischen den Stilen
Junius– das ist eine Band, die aus Boston kommt, aber gar nicht aus Boston kommt. Eine Band, die als Post-Rock bezeichnet wird, aber nicht wirklich Post-Rock spielt, und eine Band, die ich beim Konzert in Köln getroffen habe, aber die eigentlich mich getroffen hat – mit ihrer herzlichen Nachdenklichkeit.
Die Existenz beginnt bei Facebook
Helloween sind seit Jahrzehnten eine feste Instanz im Power-Metal-Sektor. Jedoch sind die Kürbisse keineswegs angestaubt und gehen mit der Zeit: Ihr neues Album „Straight Out Of Hell“ wurde im Vorfeld fleißig auf Facebook promotet. Zusammen mit Sascha Gerstner beleuchtet METAL MIRROR das Phänomen Social Media und die Konsequenzen für Bands und Musiker.
Raus aus der Selbstversklavung
Prog-Fans sind Riverside aus Polen längst ein Begriff, Daran dass der Rest der Rockfans sie jetzt kennenlernen soll, arbeiten die vier Jungs mit unbändiger Energie. Mariusz Duda, Kopf der Band, hat im Gegensatz zu weiten Teilen von Polens Prog-Szene kein Problem, bekannt zu werden. Zumindest solange man nicht in der Versklavung endet.
Sächsischer Tiger in Spandex
Nach dem vielerorts gelobten Debüt nehmen die Speed-Metaller Alpha Tiger die nächste Stufe der Karriereleiter: Die Band aus Sachsen hat bei einem größeren Label unterschrieben. Gemeinsam mit denen möchte man sich fortan von dem Klischee lösen, eine reine Achtziger-Band zu sein. Trotz Spandex habe man nämlich noch mehr zu bieten. Dabei sind Vergleiche mit Iron Maiden und Konsorten wohl eher als Lob zu verstehen.
Frauen machen’s sich selbst!
Im vorherigen Teil unseres Textilspecials SHIRT HAPPENS! hat uns Corinna von Deathfist erklärt, warum es von ihrer Band keine Girlies gibt und nie geben wird. Dieses Mal hat sich METAL MIRROR mit zwei Frauen unterhalten, zu deren Leben metallische Frauenshirts einfach dazugehören.
Jahresrückblick 2012
Wir blicken auf das vergangene Jahr zurück. Die Meilensteine werden aufgelistet, die Redaktion stellt eigene Tops und Flops vor und wir betrachten das Jahr anhand der herausgebrachten Ausgaben von METAL MIRROR.
METAL MIRROR #72
Editorial: Total versexte Stahlkatzen
Ich glaube kaum, dass es das erklärte Ziel einer ursprünglichen Hommage-Schrägstrich-Satire-Band war, später einmal tatsächlich auf den Covern von Musikmagazinen zu landen. Steel Panther sind diesen ungewöhnlichen Weg gegangen. Die Band startete als Sunset-Trip-Coverspaß, baute nach und nach eigene Stücke ein und gehört heute zur Speerspitze eines kleinen Glam-Revivals. Das liegt vor allem an den genialen Songs, aber auch an dem Image der Band, die mit dem Ausleben ihrer Rollen weit mehr sind als nur eine Band. Wer eine Steel-Panther-Show besucht, bekommt ein Rundum-Unterhaltungsprogramm geboten. Das ist Comedy, das ist Live-Musik, manchmal ist das sogar eine Sexshow. Dass die Band sich bereits jetzt mit einer DVD ein Denkmal setzt, macht deutlich, wie schnell die Truppe aus Los Angeles die Karriereleiter empor gestiegen ist. Grund genug, den versexten Rockern eine Titelstory zu widmen. Elvis Dolff und Benjamin Gorr trafen Steel Panther vor der Köln-Show und unterhielten sich mit dem aufgekratzten Gitarristen Satchel… nunja… vor allem über Sex. Außerdem blicken wir auf die Skandalshow im Jahr 2010 zurück, die der Band hierzulande viel Medienaufmerksamkeit schenkte.
Weitere Themen der aktuellen Ausgabe sind die Interviews mit den Größen und ehemaligen Größen der Metal-Welt: Gamma Ray, Destruction, Tarja Turunen – sie alle haben wir vors Mikrofon gezerrt. Kommt gut durch die Feiertage und den kalten Dezember. Wir lesen uns im nächsten Jahr.
Analsex, Index, macht nix.
Mit dem Glam- und Hair-Metal-Feeling der Achtziger Jahre, dem passenden Styling von Bandana bis Leopardenleggins und einem Gespür für eine ausgefeilte Show versammeln Steel Panther eine immer größer werdende Fanschar um sich – und das auch über die Grenzen des Rock hinaus. Explizite Lyrik, die in Form ihres neuen Albums „Balls Out“ auch prompt auf dem Index landete, wird auf der Bühne in ein ebenso Testosteron-durchtränktes Show- und Comedy-Programm verwandelt. Vor ihrem Gig in der Kölner Live Music Hall sprachen Benne und Elvis mit Gitarrist und Rampensau Satchel über Groupies, Analsex und auch ein bisschen über Musik. Uns begrüßt ein aufgedrehter Satchel – schon voll in seinem Bühnenoutfit – und natürlich in seiner Rolle.
Feiern in der Zeitmaschine
Alle zwei Monate ist es soweit: der Bogen 2 am Kölner Hauptbahnhof verwandelt sich beim Partymonium in ein Tor in eine andere Zeit. Auftoupierte Haare, Perücken, geschminkte Gesichter, Leggins und Strumpfhosen, die die Muster der ganzen afrikanischen Tierwelt tragen –eine ausgelassene Stimmung, wie sie eine Metal-Party selten zu generieren vermag. Wir sprachen mit Veranstalter Bernd.
Mikes Meckerstunde
Aus einem Interview zu dreißig Jahren Destruction und der neuen Platte wird eine Meckerstunde gegen den aktuellen Retro-Trend. Gitarrist Mike spricht deutlich aus, was vielleicht so manch einer sich nicht traut auszusprechen. METAL MIRROR erklärt er, wer alles noch seine Hausaufgaben erledigen muss.
Burn Out? Nicht mit mir!
Mainz, Oberhausen, Leipzig und zwischendurch ein Stopp in Berlin, um die Promomaschinerie am Laufen zu halten. Tarja befindet sich auf ihrer Weihnachtstournee, während alle anderen schon die ersten Geschenke einkaufen. Die ehemalige Nightwish-Sängerin hat schon lange ihre Bewährungsprobe als Solokünstlerin bestanden und macht deutlich, dass es keinen Weg zurück zum Band-Dasein geben wird. Dafür ist das Single-Leben viel zu schön und unbeschwert. METAL MIRROR traf sich mit der Sängerin auf eine Tasse Tee.
Statussymbol Nummer eins?
Die Live-DVD befindet sich derzeit auf einem absteigenden Ast. Die Hochphase ist vorbei, dennoch werden kurz bevor die Weihnachtsglocken erklingen, etliche Exemplare veröffentlicht. Gamma Ray wollen mit „Skeletons & Majesties“ den Markt bereichern. Zusammen mit Dirk Schlächter beleuchten wir das Statussymbol: Ist die Live-DVD ein notwendiger Merchandise-Artikel oder heutzutage lediglich eine Geldverpuffungsmaschine?
Death Metal gegen Kliniksound
Sie gelten als größte Nachwuchshoffnung im deutschen Death Metal: Chapel Of Disease. Auf die noch in diesem Jahr erschienene, viel gelobte Demo „Death Evoked“ folgt jetzt mit dem Debütalbum „Summoning Black Gods“ ein Todesmetall-Batzen alter Prägung, der eine Schwierigkeit zu bewältigen hat: er muss halten, was die Demo versprochen hat. Wir befragen Gitarrist und Sänger Laurent „Lorre“ Teubl.
Frauenshirts gibt’s woanders!
Unsere Artikelserie SHIRT HAPPENS! geht in die nächste Runde. Diesmal dreht sich erstmals alles um das Thema Frau. Wir sprachen mit Deathfist, einer Underground-Thrash-Truppe, die keine Girlie-Shirts anbietet – aus Überzeugung!
METAL MIRROR #71
Editorial: Skandal in der Badewanne
Vergleicht man die vorliegende Ausgabe mit der davor, wird man kaum glauben, dass es sich um ein und dasselbe Magazin handelt. Letzten Monat regierten Teenager-Größen, diesen Monat sind wir mehr auf die extreme Ausprägung des Genres fokussiert. Das liegt in erster Linie daran, dass diesen Monat vor allem grandiose Platten aus den härteren Spielarten erschienen sind. Ganz vorne dabei: Unsere Titelkontroverslinge Shining. Deren achtes Album möchte die „Darkness“ auf ein neues Level hieven. Doch wer sich auch nur fünf Minuten mit der Band befasst hat, weiß, dass ein solches Album nicht ohne seine Skandälchen auskommt. Für diese sorgt Sänger Niklas Kvarforth mittlerweile fast obligatorisch. Aktuellster Anstoß der Erregung: Ein YouTube-Video, das den Schweden nackt, mit Blut überschüttet, eine Plastikvagina leckend in der Badewanne zeigt. Was es damit auf sich hat, erklärt der eigenwillige Niklas im großen Gespräch.
Weiterhin konnten wir es uns nicht nehmen lassen, die großartigen Dordeduh vors Aufnahmegerät zu ziehen. Die Band eroberte mit dem Debüt direkt den Mirror-Thron. Weitere Schritte in Richtung Rock-Olymp tun auch die Newcomer Kopek. Letztere portraitieren wir anhand eines Besuchs in ihren Backstage-Gemächern. Weitere Interviews führten wir mit Musikern von Danko Jones und Down.
Außerdem geht die Serie „Shirt Happens!“ in die nächste Runde. Beim ersten Teil stand die Redaktion im Fokus, diesmal baten wir einen passionierten Shirt-Sammler zum Gespräch.
Gespräch mit einem Wahnsinnigen
Drogen, Gewalt und Selbstmordfantasien pflastern ebenso seinen Weg, wie Aufenthalte in der Psychiatrie und blutige Bühnenshows: Niklas Kvarforth. Die größte Skandalnudel der Black-Metal-Szene treibt erneut ihr Unwesen. Wenn man beim Gründer und Chef der Suizid-Schwarzmetaller SHINING, durchklingelt, kann man sich darauf gefasst machen, dass man vieles zu Ohren bekommt, nur eben keine Musikerfloskeln. Ist so viel Provokation noch authentisch oder hat sich Kvarforth längst selbst in einem Image verlaufen? Im Vorfeld zum achten Shining-Album „Redefining Darkness“ veröffentlichte der Hobby-Depressive einen verstörenden Trailer-Film, der ihn wimmernd, blutüberströmt, nackt und mit einer Plastik-Vagina in der Badewanne zeigte. Musikalisch schlägt Kvarforth aber vermehrt massentaugliche Klänge an. Als reinen Black Metal konnte man Shining noch nie sehen, aber noch nie war die Band so weit davon entfernt wie auf ihrem achten Album. Auch darüber wird zu sprechen sein. Das Protokoll eines Gesprächs mit einem Wahnsinnigen.
Der Glückliche im Hintergrund
Danko Jones ist mit seinen Bandkollegen in Berlin zu Gast. Die Musikmagazine reißen sich um ein Interview mit dem auffälligen Fronter. Ein Gespräch mit dem Drummer scheint daher weniger interessant zu sein. METAL MIRROR möchte Adam Willard mit dem Vorurteil konfrontieren und beleuchtet mit ihm zusammen das Leben als Schlagzeuger bei Danko Jones. Ein Gespräch im Backstagebereich des Postbahnhofs.
Mission: Hundert Prozent
In Oberhausen, zusammen auf der Tour mit Secrets Of The Moon und Bethlehem, fand DORDEDUH-Frontmann Hupogrammos Zeit für ein kleines Interview im, mit weinroten Ledersesseln ausgestatteten, Tourbus. Dass das Debüt-Album „Dar De Duh“ keineswegs eine leichte Geburt war, wird schon nach dem ersten Hören deutlich. Dass das eigene Tonstudio sich als Segen und Fluch entpuppte, war den beiden Köpfen von Dorde-duh aber damals noch nicht bewusst.
Back Fo(u)r Good
Fünf Jahre nach „Over The Under“ sind die Southern-Metaller Down mit neuem Material zurück. Und nein, es gibt nicht etwa ein neues Album, sondern vier neue EPs – drei davon zumindest in naher Zukunft. Die erste, einfach als „Down IV – The Purple EP“ betitelt, macht dieser Tage den Anfang. Wir sprachen mit Gitarrist und Crowbar-Urgestein Kirk Windstein über die neusten Entwicklungen im Hause Down.
Das gebrochene Herz aus Stahl
Na, letztens auch TV Total geschaut? Als sich Entertainer Stefan Raab die lauteste Heavy-Metal-Band der Welt ins Studio holte. Die Rede ist natürlich von Manowar. Jener spaßbefreiten Truppe, die den vielleicht traurigsten Wandel in der Geschichte des Heavy Metals hingelegt hat – Metallicas „St. Anger“ mit eingeschlossen! Ein jahrelanger Manowar-Fan zieht ein seufzendes Fazit.
“Musik ist Kommunikation!”
Das Rock-Revival nimmt kein Ende. Fast schon poppig angehaucht, aber eben auch stark von Hard Rock und Blues beeinflusst, haben sich KOPEK klammheimlich aus ihrer Heimat Irland herausbewegt und rollen das Feld der Retro-Bands von hinten auf. Ihr Erfolgsrezept ist so simpel, wird aber von dem Großteil aller heute neu gegründeten Bands weit verfehlt: Sie schreiben Songs, die Hitpotenzial haben, aber nicht verweichlicht klingen. Groove, Biss, Leidenschaft und Ehrlichkeit. Woanders hohle Floskeln, bei den lustigen Iren aber Programm. Oder besser: Vorprogramm. Denn bisher schlägt sich das Trio ausschließlich als Support anderer Bands durch die Länder der Nation. Wieso denn eigentlich? Ein Besuch im Backstage-Bereich des Astra-Clubs ins Berlin.
Textilbesessen!
Mit der letzten Ausgabe haben wir unser neues Special SHIRT HAPPENS! an den Start gebracht. Dieses Mal geht es in unserer Reihe zum Metal-Shirt um einen ganz besonderen T-Shirt-Sammler. Helmut Kleve besitzt nicht nur an die 200 Bandshirts, sondern alleine mindestens dreißig T-Shirts der Band The Black Dahlia Murder. Wir sprachen mit dem Sammler über seine Babys, seine Lieblingsband und den Zauber von Metal-Shirts.
METAL MIRROR #70
Editorial: Plötzlich wieder Teenager
Die großen Heroen des New Metals drücken sich diesen Monat die Klinke in die Hand. Jene Bands, die ganze Generationen an heutigen Heavy-Metal-Fans erst auf den Geschmack harter Gitarren brachten. Slipknot, Papa Roach, Limp Bizkit… welcher Rock-Fan in seinen Zwanzigern hat nicht wenigstens eine kurze Phase lang solche Bands gehört? Dankbar muss man vor allem für jene sein, die nicht schon früher mit Led Zeppelin und Black Sabbath sozialisiert wurden, sondern erst dadurch Gefallen an härterer Musik fanden. Der Verdienst ist groß, denn sie bescherten Bands anderer Genres eine Fülle an Fans, die den Heavy Metal lebendig halten. Zu den bedeutendsten Musikern dieser Zeit gehört zweifellos Corey Taylor, den wir anlässlich des neuen Albums von Stone Sour interviewten. Limp-Bizkit-Basser Wes Borland wandelt derweil auf Pfaden abseits seiner Hauptband. Wir sprachen mit dem Paradiesvogel trotzdem auch über die New-Metal-Stars. Das Triple machen Papa Roach voll, deren Song „Last Resort“ Rock-Fans auf der ganzen Welt mitsingen können. Wir unterhielten uns mit der Band über den einen Hit. Weitere Interviews der Ausgabe: Sabaton, die wir auf Tour besuchten, Kamelot, deren neuen Sänger wir vorstellen, und Trail Of Dead, die ihre kriminelle Vergangenheit offenlegen.
Hinweisen möchte ich außerdem auf unsere zwölfteilige Serie „Shirt Happens!“, die wir mit dieser Ausgabe starten. Der Fokus liegt dabei auf des Metallers besten Freund: Dem Bandshirt. Lasst euch überraschen, was die Serie alles bieten wird.
Weg mit der Maske!
Seitdem sich Slipknot mehr und mehr auseinander gelebt haben, trumpft Sänger Corey Taylor mit seiner Zweitband Stone Sour so richtig auf. Teil des Spaßes kommt vor allem daher, weil er sich dort nicht länger verstellen muss. Die sichtbare Maske ist schon vor langer Zeit gefallen, mittlerweile hat er aber auch die unsichtbare Maske abgelegt und zeigt sich als die Person, die er ist: ein selbstbewusstes Alphatier. Nur eben herzlich. Ein Besuch beim Sänger in einer Fünf-Sterne-Suite.
Die Craziness kehrt zurück
Mit so viel Offenheit war nicht zu rechnen: Eigentlich war das Interview mit Bassisten-Paradiesvogel Wes Borland anlässlich der Veröffentlichung seiner neuen Platte „The Moment You Realize You‘re Going To Fall“ angesetzt. Doch aus dem Gespräch über seine Band Black Light Burns entwickelte sich ein tiefgehendes Interview, in dem Wes Aufschluss über Limp Bizkit, Marilyn Manson, Rausschmisse und Drogenmissbrauch anderer Musikerkollegen gibt.
“Deshalb spielst du bei Nickelback!”
„Cut my life into pieces, this is my last resort. Suffocation, no breathing, don‘t give a fuck if I cut my arm bleading.“ Jeder kennt diese Zeilen. „Last Resort“ ist einer dieser Songs, der auf jeder Rockparty läuft. Den jeder mitsingt, vom Metaller bis zum HipHopper. Das „Smoke On The Water“ späterer Generationen. Solch einen Song schreibt eine Band wenn überhaupt nur einmal in ihrer Karriere. Papa Roach werden bis in alle Ewigkeit mit ihrem Hit verbunden werden. Was die Disco-Rocker nicht wissen: Die Band hat auch andere Songs. Und viele von denen klingen völlig anders. Das beweist die Band jetzt erneut mit dem neuen Album „The Connection“. Darauf zu hören: New Rock mit elektronischer Schlagseite. Diese Songs werden niemals „Last Resort“ als das repräsentative Papa-Roach-Stück verdrängen. Ist ein Hit Segen oder Fluch? Ein Interview mit Bassist Tobin Esperance und Gitarrist Jerry Horton.
Lächelnd in die Schlacht
Noch in Ausgabe #67 sorgten widrige Umstände, wie etwa miserable Telefonleitungen, dafür, dass Sabaton uns einige Antworten, zum Beispiel zum brisanten Thema Personalwechsel, schuldig blieben. Da wir uns so leicht nicht geschlagen geben, haben wir die Schweden auf ihrer Tour für ein Backstage-Interview getroffen, bei dem es diesmal kein Entkommen gab!
Jetzt wird das Spielfeld gerockt!
In Schweden quizzt man bereits seit über einem Jahr, jetzt kommt der Spaß auch nach Deutschland: Rock Science ist das Trivial Pursuit des Rocks. Bis zu sechs Spieler treten bei dem Brettspiel an und messen sich mit ihrem Rockwissen. Wir haben das Spiel gespielt – gemeinsam mit Kollegen und einem Promigast: Nicke Andersson, ehemals Hellacopters, mittlerweile mit seiner neuen Band Imperial State Electric unterwegs. Wer in der Runde wohl gewinnt? Ein Spielbericht.
Du hast die Macht
Als Jugendlicher war Jason Reece ein Kleinkrimineller, später fand er ein besseres Ventil für seine Wut: die Musik. Seit Ende der Neunziger ist der Multi-Instrumentalist aus Texas erfolgreich mit der Alternative-Rock-Band And You Will Know Us By The Trail Of Dead (kurz Trail Of Dead). Im Oktober erscheint mit „Lost Songs“ das achte Album der 1994 gegründeten Band.
Von der Aushilfe zum Superstar
Neben einer Auflösung ist der Verlust des Sängers das Schlimmste, was einer Band widerfahren kann. Doch Gitarrist Thomas Youngblood von Kamelot hatte Glück und fand schnell einen passenden Ersatz für Roy Khan – und das eher zufällig. Jetzt sitzt er zusammen mit seinem neuen Mann, Tommy Karevik, in bequemen Ledersesseln und genießt die erste gemeinsame Listening-Session von „Silverthorn“.
Des Metallers bester Freund
Es ist das Erkennungsmerkmal eines Metal-Fans, das Zeichen an die Welt da draußen: „Hey, ich bin ein Metal-Fan!“ Es birgt für viele eine entscheidende Frage am Morgen mit Sicht auf die Stimmung des Tages. Für Bands ist es Markenzeichen und nicht zuletzt eine der größten Einnahmequellen. Na klar, es ist die Rede vom Metal-Shirt!
In den nächsten zwölf Ausgaben erwarten euch verschiedene Berichte rund um das T-Shirt. Angefangen bei dem, was wir wohl alle sind: Fans der Musik. Was ist das absolute Lieblingsshirt, welches war das erste, wieso braucht man von der einen Band unbedingt alle 30 Shirts? Wir sprechen mit Musikern, erfahren, was in ihnen vorgeht, wenn sie Fans in ihren Shirts sehen. Außerdem gehen wir antiken T-Shirt-Geboten, wie „Niemals das Shirt der heute spielenden Band anziehen“ nach. Frauen kotzen sich über den Mangel an guten Girlie-Shirts aus. Ist das reiner Sexismus oder unterschätzt man den Markt? Wir werfen einen Blick auf Marktmechanismen. Wieso kostet ein Iron-Maiden-Shirt 35 Euro und wieso haben nicht mehr Bands einen eigenen Stand auf Festivals, wie Bolt Thrower? Auch den Blickwinkel der Labels, Merchandise-Shops, Shirt-Designer und sogar Wissenschaftler beleuchten wir. Und bei allem kommen natürlich die witzigen Anekdoten, die Missgeschicke und legendären Treffen mit Musikern nicht zu kurz – ganz nach dem Motto „Shirt happens!“
METAL MIRROR #68
Editorial: Es lebe die Meinungsvielfalt
Journalist zu sein, bedeutet zwangsweise, dass man sich oft mit Meinungen auseinandersetzen muss, die eigentlich gar nicht der eigenen entsprechen. Auch wenn viele Kollegen das noch nicht wirklich verinnerlicht haben, gilt das auch für das von uns vertretene Untergenre des Musikjournalismus. Meinungen totzuschweigen liegt uns seit jeher fern. Zumal andere Meinungen bestes Potenzial bieten, einen interessanten, lebhaften Dialog zu führen. Im aktuellen Fall haben wir eine Band auf unserem Titel, von der manch einer von persönlich seit Jahren ein riesengroßer Fan ist, deren Ansichten über Gott, Waffen und die Welt wir jedoch wenig bis gar nicht teilen: Lynyrd Skynyrdhaben sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr als eine Republikaner-Rockband entpuppt. Natürlich singt man noch immer über Freiheit, Bier und Bräute, aber eben auch gerne über die Bibel und den Herrn im Himmel. Uns soll‘s recht sein, solange Lynyrd Skynyrd weiterhin so stark rocken wie sie es nach wie vor tun. Unsere Titelstory blickt auf eine Band, die sich in jahrelanger Arbeit ein maßgeschneidertes Image zugelegt hat.
Ein weiteres Highlight dieser Ausgabe ist unser Island-Special. Meines Wissens nach hat bisher noch kein anderes Metal-Magazin einen solch ausführlichen Blick auf die Szene des Inselstaats geworfen. Unsere Mitarbeiterin Ulrike Schmitz war in Island und schaute sich vor Ort in der Szene um. Weitere Themen dieser Ausgabe: The Offspring, Hellyeah, Eluveitie, Nachtmystium, Kamelot und ein Heavy Metal hörender Fußballer. Viel Spaß dabei!
Titelstory: Rock für Republikaner
Bibel, Bräute, Bikes: LYNYRD SKYNYRD halten sich auch auf ihrem aktuellen Album „Last Of A Dyin‘ Breed“ an ihren konservativen Wertekodex. Mit dieser Attitüde hat sich die Band seit Jahrzehnten als Genre-Monopolisten behaupten können. Laut Eigenaussage sind sie die Band für hart schuftende Arbeiterklasse. Im Gegensatz zu ihren Fans sind die Musiker jedoch in schicken Fünf-Sterne-Hotels unterwegs. Ein Gespräch mit Johnny Van Zant, seit der Neugründung im Jahr 1987 Sänger der Southern-Rocker.
Punk als Jungbrunnen
The Offspring veröffentlichen ihr mittlerweile neuntes Studioalbum. „Days Go By“ reiht sich nahtlos an seine Vorgänger an und zeigt, dass die Herren im Herzen immer noch Jünglinge sind. Gitarrist Noodles bestätigt im Gespräch mit METAL MIRROR diese Annahme.
Freaks aus Überzeugung
ELUVEITIE feiern 2012 bereits ihr zehnjähriges Bandjubiläum. Anlässlich dessen ´blicken die Schweizer Folk-Metaller mit der „The Early Years“-Compilation auf ihr bisheriges Schaffen zurück. Shouter Chrigel Glanzmann resümiert mit uns die zurückliegende Dekade und outet sich dabei ganz nebenbei als musikbesessener Workaholic.
Fünf Freunde für ein Hellyeah
Die Groove-Metaller HELLYEAH wollen endlich den Sprung über den großen Teich schaffen: Mit neuem Album, Label und der modernen Metal-Prominenz in den Reihen kann doch eigentlich nichts schiefgehen. Warum der Durchbruch bisher ausblieb, erzählt Gitarrist Tom Maxwell (ehemals Nothingface).
Die Feuerprobe
Ein neuer Mann ist gefunden und ein neues Album wartet darauf, veröffentlicht zu werden. Erst einmal muss aber Kamelots „Silverthorn“ die internationale Presse überzeugen. Die Feuerprobe findet im Peppermint Pavillon in Hannover statt und METAL MIRROR ist dabei.
“Ich wollte immer in einer Band spielen”
Vor zwei Ausgaben stellten wir im Rahmen unseres Fußball-Specials fest, dass es kaum Fußballer gibt, die sich offen zum Heavy Metal bekennen. Nach Erscheinen der Ausgabe stießen wir jedoch auf Djordje Rakic (27), bis vor kurzem noch Profi-Fußballer in der 2. Bundesliga, zuletzt bei 1860 München. Djordje ist begeisterter Metaller und beantwortet uns ein paar Fragen, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.
Im Rausch der Ignoranz
Nachtmystium sind schon so etwas wie ein kleines Phänomen in der heutigen Metal-Szene. Angefangen mit primitivem US-Black Metal mauserten sich die Mannen um Blake Judd in den letzten Jahren gerade mit den zwei experimentierfreudigen Alben „Assassins: Black Meddle Pt. I“ und „Addicts: Black Meddle Pt. II“ zu einer Band, die fortan auch eine breitere Hörerschaft ansprach und nicht mehr nur die beinharte Black-Metal-Szene. Jetzt wird mit „Silencing Machine“ wieder der Rückwärtsgang eingelegt. Doch nicht nur musikalisch gibt die Band weiterhin einige Rätsel auf.
Island-Special: Wolle statt Leder
Island – eigentlich eine einzige Insel, auf der weniger Menschen wohnen als jeder beliebigen deutschen Großstadt. Wenn es um Heavy Metal geht, steckt man Island oft blind zur skandinavischen Szene. Bärte, Kälte, Nordmannen, ja irgendwie scheint das zu passen. Doch Islands Szene ist aktiver als man glauben mag. In unserem großen Special wirft unsere Autorin Ulrike Schmitz einen Blick auf die Metal-Szene Islands. Sie besuchte das Eistnaflug-Festival, sprach mit örtlichen Bands, allen voran dem isländischen Metal-Hauptexport Sólstafir, und zieht nach ihrem zweiwöchigen Trip ein Fazit. Herausgekommen ist ein Special, das einem die isländische Szene viel näher bringt.









































































