Interview: Agrypnie

Agrypnie - Interview mit Torsten

Auf zur Weltherrschaft

Nachdem AGRYPNIEs neues Album „16(485)“ in Ausgabe #35 zum Killer-Album gewählt wurde, war es an der Zeit, dem Frontmann und Bandgründer Torsten ein paar Fragen zu stellen. Der Sänger von Agrypnie befindet sich momentan „Down Under“, nahm sich aber trotzdem die Zeit, uns Rede und Antwort zu stehen.

Interview: Carolin Teubert | Foto: Supreme Chaos Records

Hey Torsten, was machst du denn in Sydney ?
Ich habe einen regulären Job hier und bin daher für längere Zeit in Sydney. Ansonsten schau ich mir halt viel die Stadt an und zur Zeit übe ich mich auch im Surfen. Ich wollte einfach mal weg aus Deutschland, mir hat es dort nicht mehr gefallen.

Heißt das, du bleibst für immer dort?
Nein, leider nicht. Ich komme Ende August zurück. Ich verlasse Sydney dabei mit einem lachendem und einem weinenden Auge. Mir gefällt es hier sehr gut und die Landschaft ist schön, jedoch ist meine Band und Familie in Deutschland und das fehlt mir hier.

Und wie sieht es mit Agrypnie-Fans in Australien aus?
Also ich habe hier noch nie einen mit einem Agrypnie-Shirt herumlaufen sehen. Das würde mich aber auch stark wundern. Auf unserer Myspace-Seite gibt es jedoch zwei oder drei Leute aus Melbourne, mit denen wir befreundet sind.

Gut, dann kommen wir mal zum neuen Album. Es ist ja der Nachfolger von „Exit“. Was mir aufgefallen ist, dass die Abstände der Veröffentlichungen immer kürzer geworden sind? Gibt es dafür einen speziellen Grund oder habt ihr gerade eure kreative Hochphase?
Gute Frage… Ich kann es dir aber nicht genau sagen, ich bin ziemlich vergesslich, was die Produktionsphasen angeht. Ich schreibe 90 Prozent der Songs Nachts und muss dann am nächsten Morgen manchmal erstmal nachschauen, was ich da eigentlich geschrieben habe. Ich glaube aber beim jetzigen Album war ich stringenter und hab mir selbst weniger Pausen gegönnt. Daher kam wohl anscheinend viel zusammen.

Was bedeutet „16(485)“ eigentlich?
Ich finde, es ist der beste Titel, den ich je für ein Album gefunden habe. Doch ich möchte ihn nicht erklären. Jeder kann das selber interpretieren. Für mich ist diese Zahl sehr persönlich. Ich habe sehr lange nach einem Titel gesucht und plötzlich hatte ich die Zahl vor meinem Bildschirm und dann habe ich ihn genommen. Der Titel wirkt war ziemlich banal und würde ich ihn erklären, würden ihn viele auch so finden, jedoch hat er für mich eine sehr große Bedeutung.

Findest du, dass es zu „Exit“ Unterschiede gibt oder ist es einfach Agrypnie mit einer neuen CD?
Ich finde das Album bösartiger und persönlicher. Diesmal sind fast alle Songs von mir. Es ist eine logische Weiterentwicklung der Band.

Auf „16(485)“ gibt es einen Gastauftritt vom Geist-Bassisten Alboin. Wie kam das zu Stande und wie verlief die Zusammenarbeit?
Die Zusammenarbeit lief saugut. Ich hatte mit Alboin schon länger Kontakt und irgendwann fragte ich ihn, ob er Bock hätte, einen Text fürs neue Album zu verfassen. Ich persönlich mag Geist und so hat das ganz gut funktioniert. Dass er dann auch singt, hat sich durch Zufall ergeben. Wir waren gerade dabei, die Aufnahmen zu machen und ich hatte mal wieder – das wird langsam zur Tradition – eine Halsentzündung. Dann haben wir telefoniert und er sagte, dass er auch mal gerne die Vocals übernehmen würde. Da ich durch meine Erkältung noch nicht alle Lead Vocals eingesungen hatte, hat sich das dann so ergeben.

Wenn du jetzt auf die letzten sechs Jahre Agrypnie zurückblickst, war da alles so wie du es dir erhofft hattest?
Sind das wirklich schon sechs Jahre? Wie die Zeit vergeht… Ich finde die Entwicklung gut. Wir hätten durchaus mehr Konzerte haben können, eine Tour wäre sicher auch mal schön, aber man muss halt abwägen, wegen des Jobs. Da kann man nicht immer so viel Zeit in die Band investieren, wie man eigentlich gerne möchte.

Wenn man Agrypnie in den Medien verfolgt, so findet man Reviews und hin und wieder Interviews, jedoch wirkt die Band eher unauffällig. Keine Skandale oder Ähnliches. Haltet ihr euch bewusst zurück?
Ja, in der Tat, Nocte Obducta war ja schon ziemlich ruhig. Ich finde dieses Rockstar-Getue affig. Ich will mit meiner Musik die Menschen überzeugen und nicht durch irgendwelche auferlegten Images. An der Bühnenshow könnte man sicher noch was machen, aber so etwas sollte durchdacht sein. So finde ich zum Beispiel das Bühnenimage von Behemoth gelungen. Für Agrypnie ist mir aber noch nichts genaues eingefallen.

Wenn du schon Nocte Obducta ansprichst. Als ich dein Statement zur Auflösung gelesen habe, habe ich schon gemerkt, dass dir das sehr nahe ging. Wie stehst du jetzt dazu? Ist es ein abgeschlossenes Kapitel, was aber immer ein Teil von dir sein wird oder würdest du mit Nocte Obducta wieder Musik machen wollen?
Also bei mir könnte jederzeit das Telefon klingeln und ich würde sofort zusagen. Für mich war Nocte Obducta sehr wichtig. Natürlich hatte der Tod der Band den Vorteil, dass ich mehr Zeit für Agrypnie hatte. Jedoch wäre ich bei einer Reunion sofort dabei.

Bei Agrypnie sucht ihr noch nach Musikern. Die Stelle am Bass und am Keyboard ist noch nicht besetzt. Hat sich da etwas ergeben?
Wir haben zwei Bassisten, bei denen sich vielleicht etwas ergeben könnte. Das wird sich herausstellen. Für die Stelle am Keyboard hat sich noch keiner gemeldet. Ich mache mir da aber im Moment nicht so einen Stress, da man sich dafür Zeit nehmen sollte.

Im Moment kann man auf eurer Website ja keine Konzertdaten finden, zumal ihr das Wolfszeit-Festival abgesagt habt. Sind trotzdem noch welche in Planung?
Also im Oktober spielen wir in Stuttgart und vielleicht werden weitere drei oder vier Konzerte gegen Ende des Jahres folgen.

Und mit wem würdet ihr gern mal zusammenspielen?
Da gibt es tausende Bands. In Planung sind Auftritte mit Collapse 7, da ich mit ihrem Gitarristen befreundet bin. Das wäre richtig klasse, wenn das klappen würde

Wenn du Agrypnie 2010 hörst, was verbindest du damit?
Diese Jahr wird leider nicht mehr viel passieren, da ich erst gegen Ende des Jahre nach Deutschland zurückkehre und da auch erstmal wieder Fuß fassen muss.

Gut, dann letzte Frage: Auf der Website hast du geschrieben, dass es dein Ziel ist, mit Agrypnie die Weltherrschaft an sich zu reißen und stinkreich zu werden. Wie würde denn die Weltherrschaft unter Agrypnie aussehen?
Oh … So etwas hat mich noch nie jemand gefragt (lacht – ct). Hm, verdammt ich sollte mir meine Statements manchmal überlegen. Also Weltherrschaft unter Agrypnie… Wir würden auf jeden Fall eine Menge Konzerte geben. Ich bin stinkreich und habe einen Haufen Groupies, was allerdings sehr zum Nachteil meiner Freundin wäre. Und sonst… ich habe da jetzt gar keine Antwort drauf, ich glaube das war einfach nur Blödsinn (lacht – ct)

www.agrypnie.de