Valfars Erbe
Sechs Jahre ist es her, dass Windir-Sänger Valfar ums Leben kam. Die restlichen Mitglieder der Band formten VREID und lernten mit ihrem Verlust zu leben. Nun spielt die Band erstmals Windir-Songs live.
Interview: Dorian Gorr | Foto: Indie Recordings
Hváll, vor wenigen Tagen erreichte mich eine coole News. Vreid werden für ein paar Shows Windir-Songs mit in ihr Set aufnehmen. Stand die Idee schon länger im Raum?
Ja, wir haben da schon länger drüber nachgedacht. Diese Songs haben unglaublich viel Charakter, es ist uns natürlich ein besonderes Anliegen, diese Werke in Ehren zu halten. Außerdem haben wir mit Windir nur in Norwegen und wenige Shows in den USA gespielt, aber noch nie im restlichen Europa, obwohl es dort viele Windir-Fans gibt. Das wollen wir nun nachholen. Ich kenne den Veranstalter des Ragnarök-Festivals ganz gut, weswegen wir dort ein paar Windir-Songs spielen wollen. Außerdem wird es noch eine solche Show in den Niederlanden und eine in der Schweiz geben, mehr ist aber nicht geplant.
Welche Songs werden das sein? Wird es ein ganzes Windir-Set geben?
Nein, es wird eine Vreid-Show sein, an die ein paar Windir-Songs angeschlossen werden. Welche Songs das sein werden, möchte ich nicht verraten. Das würde die Spannung rausnehmen. Es sind teilweise Songs, die wir mit Vegard, dem Sänger, noch nie gespielt haben.
Vegard ist Valfars Bruder. Macht ihn das alleine zu einem guten Sänger?
Er ist vielleicht nicht der technisch perfekteste Sänger, den es gibt, aber wir haben bereits die letzte Windir-Show mit ihm zusammen gespielt. Er hat ein unglaubliches Gefühl für die Kraft dieser Songs. Ihm ist es sehr wichtig, seinen Bruder so zu ehren.
Sich jetzt wieder mit Valfars Tod und Windir zu befassen, reißt das nicht alte Wunden bei euch auf?
Nein, es ist eher eine Freude, diese Songs wieder zu spielen. Valfar und Windir begleiten mich ohnehin jeden Tag. Das ist mein Alltag. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an Valfar und seine Musik denke. Ich lebe jeden Tag mit der Trauer.
Wie eng standet ihr euch?
(schluckt etwas betroffen – dg) Ich bin mit ihm aufgewachsen. (lange Schweigepause – dg). Seitdem ich denken kann, war er mein engster Freund. Ich, er und Vegard liegen altersmäßig sehr dicht aneinander und hingen miteinander rum, seitdem ich denken kann. Es gab niemand, der mir näher stand. Sein Tod war ein unfassbarer Schock für mich. Die wenigsten Leute müssen lernen, mit dem Gefühl zu leben, dass sie den besten Freund verloren haben. Ich musste diese Hürde bewältigen.
Wird es ein seltsames Gefühl sein, diese Songs ohne deinen besten Freund live zu spielen?
Das Feeling wird garantiert anders sein. Wir haben diese Songs ja auch schon lange nicht mehr gespielt. Schon die Proben waren ein eigenartiges Gefühl, aber auch ein sehr gutes, weil ich weiß, dass wir Valfars Werke in Ehren halten.








