Live: Frames

Hermelin live in Hannover

FRAMES
(+ HERMELIN)

26. März – Hannover, Béi Chéz Heinz

Text & Foto: Dorian Gorr

Keine Frage, so ein Abend ist eine Herausforderung: Ein Konzert, bestehend aus zwei Bands, die beide keinen Sänger in ihren Reihen haben, sondern lieber die Instrumente sprechen lassen, ist ein ungewöhnliches Programm und bedarf einiger Arbeit, um wirklich alle Anwesenden mitreißen zu können. Grund für diese außergewöhnliche Instrumental-Parade ist der Release des Debütalbums von Frames.

Verstärkung hat sich die Band in Form von HERMELIN geholt. Dass beide Bands aus Hannover kommen, scheint dem Band-Duo zum Vorteil zu gereichen: Das Béi Chéz Heinz ist besser gefüllt, als es die Band selbst erwartet hatte. Dennoch halten die Anwesenden noch einige Reihen Sicherheitsabstand, als Hermelin mit geballter Wucht loslegen. Dabei macht vor allem der Gitarrist auf der linken Bühnenhälfte eine unglaublich beeindruckende Figur. Absolut in die eigenen Kompositionen versunken, spielt er sich noch stärker als seine Bandkollegen in einen totalen Rausch und fällt dabei mehrfach beinahe zu Boden. Leider ist der dargebotene Auftritt zu kurz, der ein oder andere Kracher der Band hat hier definitiv noch gefehlt, zumal die Band anfangs Startschwierigkeiten hat. Überraschung des Abends ist der kurze vokalistische Gastbeitrag während eines Songs, der andeutet, dass die Musik von Hermelin auch mit Gesang nicht übel klingen würde. Schade nur, dass die Bühnenprojektion, die eigentlich eine wunderbare, ergänzende Einheit zu der verspielten Musik darstellt, an den linken Bühnenrand verbannt wurde, sodass ein Großteil der Anwesenden diese nicht wahrnimmt.

Anschließend wollen die Gastgeber nicht auf sich warten lassen: FRAMES setzen da an, wo Hermelin aufgehört haben, schreiten dabei aber weniger ekstatisch und in die Musik hineingesteigert zur Tat, sondern vertrauen mehr auf Melodien, die hier unter anderem auch von einem Keyboard beigesteuert werden. „Fronter“ Jonas Meyer, auf den ein Großteil der Kompositionen zurückgeht, gibt sich dabei schüchtern und von den Publikumsreaktionen gerührt. Dass die Band noch relativ jungen Alters ist, merkt man dem Jungspund unter anderem bei seinen Ansagen an. Dass sich der Gitarrist mehrfach verhaspelt und wieder und wieder seinen herzlichsten Dank fürs Kommen ausspricht, macht die Band aber auch irgendwie sympathisch. Und spätestens wenn Jonas nicht mehr das Mikrofon vor der Nase hat, blüht auch er auf. Frames brauchen nun mal keine Worte, sondern lassen lieber die Songs ihres heute erscheinenden Albums „Mosaik“ sprechen. Dabei stellt sich lediglich gegen Ende ein kleiner Abnutzungseffekt ein. Nach über zwei Stunden instrumentalem Progressive Rock wäre ein bisschen Gesang zur Abwechslung doch ganz nett gewesen.

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