Posts Tagged ‘Dong Open Air’

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 16. Februar 2012

Februar 16th, 2012

 

Asphyx feiern Videopremiere von "Deathhammer"

Asphyx feiern Videopremiere von "Deathhammer". (Foto: D. Dumancic)

1. Asphyx feiern Videopremiere

Die holländischen Death-Metaller feierten heute die Videopremiere ihres Songs “Deathhammer”, der auf dem am 27. Februar erscheinenden Album drauf sein wird.

2. Slash gibt Album-Titel und -Artwork bekannt

Der Gitarrengott und ex-Gunner Slash hat den Titel und auch das Artwork seines neuen Albums bekannt gegeben.

3. Dead Congregation und Naglfar auf dem PartySan Open Air

Das PartySan Open Air verkündet zwei weitere Neuzugänge.

4. Sodom schreiben schon wieder neue Songs

Die Ruhrpott-Thrasher haben bekannt gegeben, dass sie sich schon wieder im Studio befinden. Der Nachfolger von “In War And Pieces” soll im Mai aufgenommen und im Spätsommer veröffentlicht werden.

5. Dong Open Air quasi komplett

Die Veranstalter vom Dong Open Air haben uns wissen lassen, dass das Line-Up des Dong Open Airs so gut wie komplett ist. Der Vorverkauf für das Festival wird am 26. Februar starten. Unser Tipp: Reserviert eure Karte rechtzeitig. In den vergangenen Jahren war das Festival stets binnen kürzester Zeit ausverkauft.

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 30. Januar 2012

Januar 30th, 2012

1. Amon Amarth feiern bald Geburtstag

Die schwedischen Death-Metaller Amon Amarth feiern ihren 20. Geburtstag mit fünf speziellen Shows, die in Deutschland, Polen und Holland über die Bühne gehen werden.

2. Dong Open Air präsentiert erste Bands

Eines der kleinsten Festivals in jedem Jahr ist das niederrheinische Dong Open Air.  Am 26. Februar 2012 um Punkt 12:00 Uhrbeginnt der offizielle Vorverkaufsstart für die schnell ausverkauften Tickets.  Auch die ersten Bands stehen bereits fest: Rage, Suidakra, Hungöver, Omnicide, Aardvarks

3. Jeff Loomis enthüllt Tracklist

Das Werk von Jeff Loomis trägt den Titel “Plains of Oblivion” und umfasst 10 Lieder. Ab den 06.04.2012 wird es im Handel erhältlich sein.

Tracklist:

Folgende Lieder sind auf der Platte:

01 Mercurial (featuring Marty Friedman)
02 The Ultimatum (featuring Tony MacAlpine)
03 Escape Velocity
04 Tragedy And Harmony (featuring Christine Rhoades)
05 Requiem For The Living (featuring Attila Voros)
06 Continuum Drift (featuring Chris Poland)
07 Surrender (featuring Ihsahn)
08 Chosen Time (featuring Christine Rhoades)
09 Rapture
10 Sibylline Origin

4. Neues AC/DC-Album in Sicht?

2013 könnte bereits ein neues Album von AC/DC erscheinen. Jedoch haben sich die Arbeiten am Album verzögert, da einer der Musiker erkrankt ist. Wer es ist, will Brian Johnson nicht verraten, aber er versichert, dass dieser wieder vollständig genesen wird.

 

Festival-Bericht: Dong Open Air 2011 – “Die Macht der Veränderung”

August 1st, 2011

Iced Earth auf dem Dong Open Air 2011

Die Macht der Veränderung

Es ist ein Jahr des Ausprobierens für das DONG OPEN AIR: größere Bands, teurerer Ticketpreis, größere Bühne und ein Tag mehr. Im Gästebuch auf der offiziellen Webseite wurden bei so viel Veränderung nicht nur positive Stimmen laut. Viele befürchteten, dass das Dong Open Air seinen Charakter verlieren würde. Zu Unrecht? METAL MIRROR war vor Ort.

Text: Dorian Gorr & Jenny Bombeck
Fotos: Dorian Gorr

Donnerstag, 14. Juli
Dass sich das Dong in den vergangenen Jahren verändert hat, wird einem spätestens bewusst, wenn man sich auf dem asphaltierten Weg befindet, der den Dongberg hochführt. Vor einigen Jahren lag hier noch Schotter und Kies. Doch sonst ist die Atmosphäre nach wie vor intakt. Die fleißigen Besucher schwitzen, während sie mit Bollerwagen und Riesenrucksäcken versuchen, den Berg zu bezwingen. Die gemütlicheren fahren mit dem Shuttle-Bus. An der Bergspitze angekommen ist alles wie immer: Festivalstimmung. Ein Dixiklo begrüßt einen umgekippt (war das Mutter Natur oder übereifrige Besucher?), vor einem liegt eine Campingfläche voll von grölenden Besuchern und bunten Zelten. Das Klirren aneinanderschlagender Bierflaschen und der Durcheinander-Mix hunderter CD-Anlagen sind der Soundtrack in dieser Atmosphäre. Am Rande: das große Partyzelt. Wirkt von außen allerdings nicht größer als in den Jahren davor. Überraschend ist: Trotz dem Genöle vieler, man würde nicht am Donnerstag anreisen können, ist der Dongberg bereits proppevoll.

Vor wirklich vielen Nasen spielen die beiden Opener, Crosshead und Shraphead, jedoch trotzdem nicht. Dabei ist das vor allem bei Crosshead schade, denn der groovige Thrash aus der Nachbarstadt Krefeld wirkt erstaunlich frisch. Die modernere Ausrichtung des Festivals verkörpern anschließend Bloodwork. Dass die Band sich mittlerweile auf den Festivalbühnen zuhause fühlt, lässt die routinierte, wenn auch musikalisch unspektakuläre Performance erahnen. Im Zelt ist es zu dem Zeitpunkt aber so oder so ziemlich voll. Draußen tobt nämlich das Unwetter. Zelte fliegen davon, Pavillons werden auseinander gerissen und der Regen prasselt einem seitlich ins Gesicht. Festivalbesucher hüpfen in Regencapes über Pfützen und versuchen sich ins Trockene zu retten. Und dafür ist das Zelt die beste Adresse. Zumal mit MOTORJESUS die erste Band auf der Bühne steht, die ausnahmslos zu punkten vermag. Die Heavy-Rocker aus dem nahen Mönchengladbach sind seit Jahren Stammgäste auf dem Dong Open Air und haben entsprechend leichtes Spiel. Songs wie „Return Of The Demon“ oder „Legion Of Rock“ haben Ohrwurmpotenzial genug, um das Publikum vor der Bühne mitzureißen. Rampensau Birx ist zwar stimmlich nicht in jedem einzelnen Moment auf der Höhe. Dem Partyfaktor des Auftritts schadet das jedoch nicht.

Nach dem Heimspiel können Evile eigentlich nicht mehr gewinnen. Der britische Thrash wird zwar ambitioniert und mit genügend Old-School-Attitüde vorgetragen, scheitert aber letztlich daran, dass er die entfachte Partystimmung nicht ausreichend bedient. Obendrein sind die Besucher durchnässt und frieren.

Freitag, 15. Juli
Am nächsten Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus. Die Sonne strahlt. Der Matsch an den Schuhen trocknet und bildet harte Schutzkrusten. Und der Bierdurst ist zurück. Als Harasai zum Melo-Death-Angriff blasen, sitzen manche bereits beim ersten Bier, für manche ist es aber auch das letzte, bevor man sich ins Zelt verkriecht, um auszunüchtern. Viel Action geht vor der Bühne jedenfalls nicht. Ob es am modernen Sound liegt oder ob die Leute einfach noch zu müde sind, keine Ahnung. Trotz Anfeuerung des Sängers bleiben die Reaktionen jedenfalls verhalten.

Auf der Suche nach dem Publikumsgeschmack versagen auch Past M.D. Mittagshitze und theatralischer Melodic Rock – irgendwie geht das nicht zusammen. Und auch Ichor können wenig reißen. Aggressiver Doppelgesang und Blastbeats in allen Ehren, aber wenn man diese Genreklischees so einseitig bedient, darf man sich über die entstehende Langeweile im Publikum nicht wundern.

Contradiction sind die erste Band des Tages, die einen zumindest musikalisch mit auf große Fahrt nehmen. Zwar durchaus altbacken, aber eben mit der notwendigen Portion Originalität gesegnet, feuern die Wuppertaler ihr Old-School-Thrash-Brett ab. Richtig viel Zuspruch erntet die Band dabei aber komischerweise nicht. Es bleibt die Ahnung, dass hier sehr viel mehr drin gewesen wäre. Vielleicht hätte man die Band später am Abend spielen lassen sollen. Scheinbar fehlt Contradiction der nötige Partyfaktor. Das eingängige, tanzbare Element. Das liefern nämlich kurze Zeit später Vogelfrey. Die aus Hamburg kommenden Folk-Metaller bedienen zwar überaus oberflächlich alle Mittelalter-Plattitüden, stoßen damit aber auf Begeisterung beim Publikum. Ist ja auch klar: Zu den Songs der Marke Schandmaul und Letzte Instanz lässt sich wunderbar bechern.

Diese These sieht sich beim Auftritt von Virgin Snatch schnell bestätigt: der Thrash Metal, den die polnische Band mit Urgewalt herauskloppt, ist überaus amtlich und druckvoll, findet aber bei kaum Besuchern wirkliches Gefallen. Null Eingängigkeit, nur das volle Brett, in der Nachmittagssonne können die Jungs damit nur verlieren.

Eine Schnittstelle zwischen musikalischer Ernsthaftigkeit und eingängigen Folk-Parts versuchen Balfor aus der Ukraine zu schaffen. Und auch wenn es in diesem Genrewust aus Black und Pagan Metal etliche Bands gibt, die das um Längen besser machen, laufen Balfor nicht völlig auf. An den schüchternen Ansagen sollte die Band jedoch zukünftig arbeiten.

Genügend Selbstbewusstsein strahlen Artas hingegen aus. Die Thrasher aus Österreich kommen erstaunlicherweise besser an als Virgin Snatch und Contradiction zuvor. Über die Gründe kann man nur spekulieren, denn musikalisch sind sie zumindest Contradiction weit unterlegen. Aber: Artas strahlen jugendliche Frische, hohe Energie und eine moderne Herangehensweise an das Genre aus. Was manch einen Kuttenträger nur den Kopf schütteln lässt, kommt vor allem bei aufgeschlossenen Moderne-Liebhabern gut an.

Dass man nicht modern sein muss, nur weil man jung ist, stellen Hackneyed unter Beweis. Die Jungspunde werden oft als Hype verschrien, von ergrauten Death-Metal-Fans belächelt und von ihren älteren Konkurrenten verflucht. All das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass Hackneyed live eine Macht sind. Zumindest heute. Wie ein Automatismus legt sich ein Schalter um, als die Jungs und das Mädel die Bühne betreten. Ob das alles noch ehrliche Emotion, ehrlicher Hunger und ehrliche Energie ist, die man da sieht, darüber mag man in so einem Moment gar nicht nachdenken. Die Songs fetzen, die Band wirbelt über die Bühne, von so viel Frische dürfen sich die Lästermäuler eine dicke Scheibe abschneiden.

Allerdings müssen sich auch Hackneyed dem Headliner geschlagen geben. Iced Earth mischen in diesem Sommer die Festivalsaison auf. Ein letztes Mal, könnte man vermuten. Denn ohne Matt Barlow hat diese Band verloren. Auch ohne seine lange Matte ist er pures Charisma. Sein Schwager und Iced-Earth-Chef Jon Schaffer sorgt parallel für die nötigen Rockstar-Posen. Kein Wunder, dass das Zelt aus allen Nähten platzt und die Besucher durchzudrehen scheinen. Die Stimmung ist von Sekunde eins an unschlagbar, die Setlist ein Traum für alle Fans: „Melancholy“, „Watching Over Me“, „I Died For You“, „Vengeance Is Mine“ und zum Abschluss „Iced Earth“ – ein absoluter Traum, der die Messlatte für die Headliner im nächsten Jahr sehr hoch hängt. Ob Overkill das am nächsten Tag schlagen können?

Samstag, 16. Juli
Bis man eine Antwort auf diese Frage bekommt, dauert es noch einige Stunden, die man mit guten und weniger guten Bands verbringen kann. Zur letzteren Kategorie gehören Shellycoat, die den letzten Dongtag eröffnen und als Punk-Band angekündigt werden. Wer an Bad Religion, NofX, Wizo, die Sex Pistols oder Exploited dachte und sich deswegen zu früher Stunde aus dem Zelt gequält hat, macht nach dem ersten Song schleunigst wieder Kehrt. Weichgespülter Rock, weibliche Plastikstimme, angepasste Songs – mit Punk hat das kaum Schnittmenge. Die anschließenden Symbolic halten immerhin, was sie versprechen: Melo-Death mit einer Menge Growls und leichtem Thrash-Einschlag. Wirklich spannend wird die Musik dadurch aber nicht. Die Riege belangloser Bands wird mit Red Circuit fortgesetzt. Die Power-Metaller sind hochmotiviert, treffen aber zu nullkommanull Prozent den Geschmack des Publikums. Wie schon am Vortag Past M.D. ist das hier zu versteift und theatralisch, um wirklich jemanden ins Zelt zu bewegen.

Die erste Band, die zu begeistern weiß, ist Canopy. Die britischen Melo-Deather greifen nicht ganz so tief in die Klischeekiste, haben einen sehr druckvollen Sound gepachtet und genügend Spannweite von eingängig bis frickelig, um irgendwie anders zu sein als die Vielzahl an Melo-Death-Bands, die man hier und woanders sieht.

Die größte Überraschung des Tages sind jedoch Vulture Industries. Und es ist bezeichnend, dass es wieder eine experimentierfreudige Truppe ist, die solch eine Begeisterung hervorrufen kann. Die Norweger gehen ihren Black Metal überaus avantgardistisch an, streuen sehr progressive Parts ebenso ein wie den direkten Black-Metal-Knüppel. Was sonst auf Festivalbühnen regelmäßig versagt, entpuppt sich hier als Überraschungshit und sorgt für einen regelrechten Ansturm auf den Merchandise-Stand, wo nach kurzer Zeit alle mitgebrachten CDs vergriffen sind. Das Wetter (erneut strömender Regen und starker Wind) mag den Norwegern übrigens zusätzlich in die Karten gespielt haben.

Mit charakterstarkem Death Metal geht es weiter. The Rotted sehen zwar ziemlich groggy aus, als sie auf der Bühne stehen, lassen aber dennoch ein Brett vom Stapel, das an Dynamik und Tempo mit der gestrigen Hackneyed-Show mithalten kann. So viel Begeisterung wie Vulture Industries lösen die Prügelfetischisten aber nicht aus. Dass Gitarrist Tim trotz ernsthafter Handverletzung übertrieben schnell und weitgehend tight spielt, nötigt zusätzlichen Respekt ab.

Orden Ogan sind die Partyband des Tages. Eine Power-Metal-Band, die mit Eingängigkeit und tanzbaren Songs, wie „We Are Pirates“, zum Tanzen einlädt. Die ständigen Blind-Guardian-Vergleiche wirken zwar wie aus der Luft gegriffen, aber tatsächlich schaffen Orden Ogan es, musikalische Qualität mit flacher Unterhaltung zu kombinieren, wenn auch mit einer etwas zu selbstverliebten Attitüde.

In eine ganz andere Richtung schießen Dew-Scented. Leif Jensen und seine Thrash-Kollegen haben mittlerweile auf so ziemlich allen Brettern Deutschlands gespielt, klar dass da das Dong Open Air nicht fehlen darf. Auf anderen Festivals hat man zwar schon mehr Zuspruch auf Songs wie „Cities Of The Dead“ gesehen, ein ordentliches Aufwärmprogramm für die beiden nachfolgenden Bands ist das aber in jedem Fall. Zumal es so leichter fällt, sich mit den doch noch weitaus brutaleren Hatesphere anzufreunden. Die dänische Brutalo-Kapelle, einst optimistisch als die nächsten Slayer gehandelt, fordert Action und kriegt Action. Den Songs geht zwar immer wieder der Charakter und die Individualität verloren, aber wer sich einfach mal herrlich simpel die Rübe abschrauben möchte, wird mit den Stakkato-Beats, der wütenden Aura und dem Death-Thrash-Tornado bestens bedient.

Und dann sind wir auch schon an dem Punkt angekommen, an dem die alles entscheidende Frage beantwortet werden kann: Können Overkill den phänomenalen Auftritt von Iced Earth noch einmal toppen? Natürlich können sie. Bobby Blitz ist der einzige Mensch auf dem Festival, der noch charismatischer ist als Matt Barlow. Die Energie, die die New-York-Thrasher entfesseln, ist verboten gut. Bobby posiert, geht theatralisch mit, singt so unverkennbar grandios, dass das ganze Zelt einem Kollektivausraster verfällt. „Hello From The Gutter“, „Rotten To The Core“, das partytaugliche „Old School“, die Metalhymne „In Union We Stand“ – Overkill decken mühelos alle wichtigen Geschmäcker des Heavy Metals ab und spielen sich um Kopf und Kragen. Als es nach anderthalb Stunden Thrash Metal der Güteklasse A heißt „We don‘t care, what you say. Fuck You!“ taumeln die Thrash-Fans freudetrunken aus dem Partyzelt. Da stört selbst Matsch und Regen nicht. Heute Nacht schläft man mit einem Lächeln auf den Lippen und der Gewissheit, den bisher besten Headliner-Auftritt auf dem Dong Open Air gesehen zu haben. Ja, es hat sich verändert, das kleine Festival in Neukirchen-Vluynn. Aber nicht zum Schlechten. Veränderung ist gut, solange Auftritte wie die von Iced Earth und Overkill dabei herauskommen. Wird das im nächsten Jahr nochmal zu toppen sein?

Nicht verpassen: METAL MIRROR #56

ARCHIV – METAL MIRROR #56

August 1st, 2011

METAL MIRROR #56

Ausgabe als PDF herunterladen[Download als PDF]

TITELSTORY

Interview mit Francis Rossi (Status Quo)

Für STATUS QUO scheint es besser denn je zu laufen. Neues Album, ständig prall gefüllte Konzerthallen und dann war da noch die Sache mit der Adelung seitens der Queen. Bandchef Francis Rossi über die Motivation des Weitermachens, neue Arbeitsweisen und das soziale Engagement für verletzte Veteranen.

>> Die ganze Titelstory lesen


ARTIKEL & INTERVIEWS

Erfahrungsbericht Metalcamp

Metal-Festival trifft auf Erholungsurlaub: Drei Jahre lang dachte unser Mitarbeiter Elvis Dolff darüber nach, endlich einmal das METALCAMP zu besuchen. Dieses Jahr hat es endlich geklappt. Seine Erlebnisse hat er für uns zusammengefasst.

>> Den ganzen Artikel lesen


Interview mit Ghoul (Ghost)

GHOST sind das derzeit größte Phänomen der Rockmusik: Mysteriös, dunkel, eingängig. Die Musik der sechs Geheimniskrämer spricht Musikfans unterschiedlichster Stilrichtungen an. Obendrein wird viel gerätselt, wer sich hinter den fünf namenlosen Ghouls und dem im Papstkostüm auftretenden Sänger namens Papa Emeritus verbirgt. Spekulationen und Gerüchte gibt es viele. Sicher ist nur: die Band kommt aus Schweden und die Band begeistert die Massen. METAL MIRROR hatte die Chance, mit einem der Ghouls ein telefonisches Interview zu führen.

>> Den ganzen Artikel lesen


Interview mit Matt Gonzo Roehr

MATT ROEHR – Vollblutmusiker, Auswanderer und Böhser Onkel a.D. geht schon lange seinen eigenen Weg. Nach zwei besonders in Amerika erfolgreichen, englischsprachigen Soloplatten zieht es ihn mit „Blitz & Donner“ zurück zu den Wurzeln. Der vielen als Gonzo bekannte Gitarrist und neuerdings auch Sänger plaudert über seine aktuelle Arbeit und stellt klar, dass es völlig in Ordnung ist, ein Böhser Onkel zu sein.

>> Das ganze Interview lesen


Iced Earth auf dem Dong Open Air 2011

Es ist ein Jahr des Ausprobierens für das DONG OPEN AIR: größere Bands, teurerer Ticketpreis, größere Bühne und ein Tag mehr. Im Gästebuch auf der offiziellen Webseite wurden bei so viel Veränderung nicht nur positive Stimmen laut. Viele befürchteten, dass das Dong Open Air seinen Charakter verlieren würde. Zu Unrecht? METAL MIRROR war vor Ort.

>> Den ganzen Artikel lesen


Interview mit Djerv

DEBÜTASTISCH! In dieser Artikelserie stellen wir in unregelmäßigen Abständen talentierte Bands vor, die uns mit ihrem ersten Album beeindruckt haben. Den Anfang machen DJERV aus Norwegen.

>> Den ganzen Artikel lesen


Artikelserie: Alex Kreit

In dieser Artikelserie stellen Musik-Fans Accessoires vor, mit denen sie eine besondere Geschichte verbinden. Diesmal berichtet Alex Kreit von einem Plektron, das ihn gleichermaßen an eine tolle Band und an Freundschaft erinnert.

>> Den ganzen Artikel lesen


Interview mit Joel Grind (Toxic Holocaust)

Gegen den Strom: Seit seinen Jugendtagen gibt sich Joel Grind seinem post-apokalyptischen Thrash hin. Der Geschmack der restlichen Welt interessiert den Vinyl-Sammler nicht. Mit TOXIC HOLOCAUST hat der aus Portland stammende Einzelgänger das ideale Vehikel für seine musikalische Retro-Visionen gefunden. Im Interview spricht Joel darüber, wie es ist, als wirkliche Band zu arbeiten, warum er mit Label weniger Geld verdient als ohne und warum die Band temporär ein neues Logo hat.

>> Den ganzen Artikel lesen


Interview mit Benji (Skindred)

SKINDRED spiegeln das Zusammenleben der verschiedensten Kulturen wider. Und das nicht nur innerhalb der Band und ihres Lebensraums, sondern auch musikalisch: Reggae und Metal. Eine Ausnahmeerscheinung.

>> Das ganze Interview lesen


Kyuss Lives! live in Hannover

Ursprünglich stand Hannover gar nicht auf dem Tourplan der Reinkarnation von Kyuss. Als dann jedoch fast alle Shows schon Monate vor Tourbeginn ausverkauft waren, entschieden sich Booker und Band dazu, weitere Shows zu buchen. Dass das keine schlechte Idee war, beweist eine schier endlose Masse an Menschen, die sich vor dem Capitol dicht an dicht drängen. „Hast du noch was zu dampfen?“, fragt ein Dreadlockträger. Na, das kann doch nur ein super Abend werden.

>> Den ganzen Artikel lesen


Pro-Pain in Köln

Das Underground sollte brennen! Bei einem Line-Up dieser Güte war die Marschrichtung klar: keiner sollte heute Abend auch nur eine Sekunde lang stillstehen – außer eventuell in den Umbaupausen. Doch die kann man ja damit verbringen, immer wieder zwischen den Bierversorgungsstellen zu pendeln.

>> Den ganzen Artikel lesen


REVIEWS

Rival Sons – PRessure & Time (Killer-Album)

Chthonic – Takasago Army
Toxic Holocaust – Conjure And Command
Communic – The Bottom Deep
Powerwolf – Blood Of The Saints
A Pale Horse Named Death – And Hell Will Follow Me
Exhumed – All Guts, No Glory
Vader – Welcome To The Morbid Reich
Unearth – Darkness In The Light

All Shall Perrish – This Is Where It Ends
Bai Bang – Livin’ My Dream
Black Crucifixion – Hope Of Retaliation
Black September – The Forbidden Gates Beyond
Black Water Rising – Black Water Rising
Blood Stain Child – Epsilon
Book Of Black Earth – The Cold Testament
Braindeadz – Born From Damnation
Byfrost – Of Death
Consfearacy – Consfearacy
Decapitated – Carnival Is Forever
Deep Black Seas – Inside Outisde
Def Leppard – Mirrorball (Live)
Der Weg Einer Freiheit – Agonie (EP)
Dying Fetus – History Repeats (EP)
Eat The Gun – Runner
Fleshgod Apocalypse – Agony
Furor Gallico – Furor Gallico
Horde Of Hel – Likdagg
Hunted – Welcome The Dead
Infinight – Like Puppets
Jasta – Jasta
Jungle Rot – Kill On Command
Karmakanic – A Perfect World
Lock Up – Necropolis Transparent
Malefice – Awaken The Tides
Matt Roehr – Blitz & Donner
Medeia – Abandon All
Next Life – Artificial Divinity
Outloud – Love Catastrophe
Queensryche – Dedicated To Chaos
Sabaton – World War Live – Battle Of The Baltic Sea
Secret Illusion – Illusion
Skalmöld – Baldur
Skindred – Union Black
Solitude Aeternus – In Times Of Solitude
Stonelake – Marching On Timeless Tales
Suicide Silence – The Black Crown
The Konsortium – The Konsortium
The Quill – Full Circle
These Hearts – Forever Ended Yesterday
Tombs – Path Of Totality
Voices Of Extreme – Break The Silence
World Under Blood – Tactical

Bad Company – Live At Wembley (DVD)
Twisted Sister – Double Live (DVD)

Interview: Stephan Liehr vom Dong Open Air – “Die Dinge entwickeln sich”

März 27th, 2011

Interview Dong Open Air (Stephan Liehr)

“Die Dinge entwickeln sich”

Seit Jahren ist das DONG OPEN AIR binnen kürzester Zeit ausverkauft. Das Festival scheint am Limit angekommen zu sein. Dachte man zumindest. Doch dann verkündeten die Organisatoren nicht nur, dass man mit Overkill und Iced Earth die beiden größten Headliner in der Historie der Veranstaltung verpflichtet hat, obendrein wird das Kultfestival vom Niederrhein um einen Tag verlängert. Zum Unmut mancher Fans, die sich über den erhöhten Ticketpreis ärgern und befürchten, dass das Dong seinen Charakter verliert. Wir konfrontierten Veranstalter Stephan Liehr.

Interview & Fotos: Dorian Gorr

Stephan, ihr habt dieses Jahr Overkill und Iced Earth als Headliner verpflichten können. Ich habe da zuerst meinen Augen nicht trauen können. Wie bezahlt ihr das?
Genau so wie in jedem Jahr: Durch die Ticketeinnahmen und den Bierverkauf. Mit Booking ist es nicht immer so einfach. Manchmal hat man Glück, manchmal Pech. In diesem Fall hat einfach alles zusammengepasst. Die Bands sind zwar an unserem oberen Limit, aber wir können das noch bezahlen.

Im Gegenzug ist der Ticketpreis teurer geworden. Mittlerweile wollt ihr 39,90 € für eine Karte haben. Im Gästebuch gibt es da etliche negative Stimmen, die befürchten, dass das Dong Open Air seinen Charakter verliert, nur um große Bands zu verpflichten. Ist der Gedanke berechtigt?
Diese Diskussion haben wir auch wahrgenommen. Wir freuen uns auch über die Reaktionen, das macht es uns leichter. Als die Leute befürchteten, dass wir unseren Spirit verlieren, sahen wir da Erklärungsbedarf. Deswegen haben wir ein großes Statement auf unserer Webseite veröffentlicht, in dem wir auf all die Punkte, also Zukunft, Preise, Planung und Bands, eingehen. Wir nehmen es niemanden übel, wenn er sagt, dass er wegen des erhöhten Preises nicht mehr anreist, aber die Wahrheit ist: Wir sind dieses Jahr nicht teurer, weil wir die beiden Bands gebucht haben. Es geht uns nicht darum, dass wir um jeden Preis expandieren.

Das hätte man ja durchaus vermuten können. Eure Kapazitäten sind seit Jahren ausgeschöpft. Da liegt es doch nahe, dass man vermutet, ihr würdet euch deswegen in anderen Bereichen entwickeln und eben expandieren wollen. Das ist aber nicht der Fall?

Nein. Das Festival wäre so oder so teurer geworden, weil wir in Sachen Technik nachrüsten müssen. Als wir das gesagt haben, haben die Leute auch gleich Panik bekommen, ob wir jetzt das größere Zelt holen, weil wir mehr Leute auf den Berg bekommen wollen. Aber das ist nicht der Fall. Das Zelt wird größer, weil die Bühnenfläche größer wird. Bei den Apokalyptischen Reitern hast du doch letztes Jahr gesehen, dass den halben Tag deren Kram schon auf der Bühne stand, aber eben abgedeckt. Das musste gemacht werden, weil die abendliche Umbaupause nicht gereicht hätte. Solche Abläufe wollen wir mit einer größeren Bühne und Roll-Raisern verbessern. Dann kann man schon hinter der Bühne aufbauen, während vorne noch eine Band spielt. Außerdem waren wir mit unserem Licht am unteren Minimum. Wir standen vor drei Optionen. Erstens: So weiter machen wie bisher, aber dadurch Gefahr laufen, dass Headliner unzufrieden sind. Zweitens: Die Gefahr umgehen und eher mit kleinen Bands zusammenarbeiten. Da wir das aber nicht wollten, weil für uns als Ehrenamtliche das Programm die Belohnung ist, haben wir uns für Variante drei entschieden: Die Gegebenheiten dem anpassen, was wir buchen. Nur: Das kostet eben Geld. Und als der Preis dann anstieg, dachten wir uns, dass wir den Besuchern dann wenigstens einen weiteren Tag bieten wollen. Das diesjährige Dong Open Air hat also Pilotcharakter.

Wie gespannt hast du dem Vorverkauf nach den vielen kritischen Stimmen im Gästebuch entgegengeblickt?
Ich war gespannter als im Vorjahr. Ich war aber durchaus zuversichtlich, dass wir wieder ausverkauft sein würden. Aber ich hätte nicht gedacht, dass das wieder so schnell gehen würde (Nach 16 Minuten waren alle Karten vergriffen – dg).

Letztes Jahr hast du mir angedroht, dass ihr in diesem Jahr mehr Metalcore-Bands ins Billing holen wollt. So schlimm ist das jetzt aber gar nicht geworden…
Wir haben das probiert, aber es hat nicht geklappt. Wahrscheinlich weil uns diese Szene noch nicht so auf dem Schirm hat. Für uns gehört Metalcore genau so dazu wie jede andere Richtung auch. Das würde das Billing noch bunter machen. Also schreib ruhig, dass sich die Bands im nächsten Jahr gerne bei uns bewerben dürfen.

Besteht die Möglichkeit, dass nächstes Jahr wieder alles anders wird?
Das ist natürlich möglich. Wir sammeln da jetzt erstmal die Erfahrungen. Wir werden den dritten Tag nicht um jeden Preis am Leben erhalten. Wenn wir merken, dass das nicht den gewünschten Mehrwert bringt, dann lassen wir das. Vielleicht wird der dritte Tag noch ausgeweitet, vielleicht ganz abgeschafft. Die Dinge entwickeln sich.
www.dongopenair.de

Iced Earth auf dem Dong Open Air

März 1st, 2011

Iced Earth wurden als Headliner für das diesjährige Dong Open Air bestätigt, das am 15. und 16. Juli in Neukirchen-Vluyn stattfinden wird. Bisher wurden 20 Bands bestätigt, weitere sollen folgen und in Kürze wird der VVK-Starttermin bekannt gegeben werden.

Dong Open Air: Line-Up

Februar 24th, 2011

Das Line-Up zum diesjährigen Dong Open Air steht nun zur Hälfte fest. Vom 15.-16. Juli wird es erneut in Neukirchen-Vluyn ( Niederrhein) stattfinden.

Hier die Bands:

Overkill
Hackneyed
Artas
Balfor
Harasai
Red Circuit
Shellycoat
Symbolic
Virgin Snatch
Vogelfrey

Quelle:  http://www.dongopenair.de

Festival: Dong Open Air 2010 (Titelstory)

August 2nd, 2010

Dong Open Air

Kaum zu glauben: Das DONG OPEN AIR wird zehn Jahre alt. Weiterentwickelt hat sich das Festival in all den Jahren auf jeden Fall. Die Bands wurden etwas größer, die Infrastruktur besser und die Durchführung der Veranstaltung professioneller. Und doch ist auch bei der Jubiläumsausgabe der Veranstaltung deutlich spürbar, dass das Dong noch immer ein Event ist, das ehrenamtlich von Musik-Fans für Musik-Fans stattfindet.

Tag 1, Freitag, 23. Juli

Das zehnte Dong Open Air startet mit einem recht ungewöhnlichen Set, das aus zwei Bands besteht: CHAINHEART und FOLKEDUDL geben sich nacheinander die Ehre, um das Jubiläumsfestival gebührend zu eröffnen. Die Reihen vor der kleinen Dong-Bühne sind während Chainheart noch spärlich gefüllt. Dennoch tut das der Stimmung keinen Abbruch, denn die Truppe hat feierwütige Die-Hard-Fans mitgebracht. Und diese feiern, dass ihre Band nach über fünf Jahren mal wieder auf der Bühne steht. Songs der Marke „Beautyfied“ werden dementsprechend bangend seitens des Publikums entgegen genommen. Folkedudl wollen mit folkloristischen Klängen und bösen Growls ihr Bühnencomeback feiern. Jedoch soll es das nach diesem Comeback auch schon wieder gewesen sein. So wird zeitgleich der Abschied gefeiert und jedes Bandmitglied wird von den eingesessenen Fans mit Sprechchören gewürdigt. Sängerin Frauke kann die Donger Fangemeinde mit ihrem klaren Engelsgesang und ihren plötzlich auftretenden bösen Vocals beeindrucken und auch die spontan eingesetzte Flötistin lässt das ersetzte Saxophon nicht vermissen.

Die ersten Thrash-Höhepunkte sollen anschließend die miteinander verwachsenen ALL WE HATE und GUERILLA bieten. Den Anfang machen All We Hate mit Marcello White am Gesang und jeder Menge liebevoller Seitenhiebe gegen Guerilla und den Rest der Welt. Mit der Ansage, dass nur egoschwache Pussys Songs covern, präsentiert man Panteras „New Level“.  Eigene Songs sind unter anderem „All I Hate“ oder „War Is Calling“. Den direkten Anschluss machen die deutlich thrashigeren Guerilla. Neben eigenen Songs wie „Guardian Demon“, springt auch Ex-Sänger und All-We-Hate-Fronter Marcello White für ein Medley ein und gibt „La Bamba“ zum Besten. Insgesamt ein starkes Doppelpack mit leichtem qualitativem Übergewicht bei Guerrilla.

Quoten-Wikinger am Nachmittag: ADORNED BROOD können sich zwar über die loyale Fanbasis, die die Band zu dem Heimspiel begleitet haben, freuen, so richtig zünden will der schnelle Wikinger-Metal, der sich irgendwo zwischen schwarzen Schreien und Melo-Death-Parts einpendelt, jedoch nicht. Gute Laune kommt erst auf, als die Truppe „Was wollen wir trinken“ covert und dafür für diverse Tanzeinlagen vor der Bühne sorgt. Der obligatorische Abschlusstrack „Under Yggdrasil“ beschert der Band ebenfalls nochmal ein paar Bonuspunkte.

HATE FACTOR sind wieder da und grunzen das Publikum zurecht – wer hat diesen Tag nicht schon herbeigesehnt. Mit dem Klassiker „Psychopath Massacre“ oder dem Hatebreed-Cover „Last Breath“ erspielt man sich Punkte beim Publikum. Durchweg knallt hier ein Ohrmuschel-Spalter an den anderen. Die Stimmung im Zelt wird mit dem Hate Factor multipliziert und ändert die Vorzeichen. Ein bisschen Todesschnitzel geht immer.

Weiter geht es mit Lokalgrößen aus dem Heavy-Rock-Bereich. MOTORJESUS dürfen sich mittlerweile über eine sehr loyale Anhängerschaft freuen, die die Riff-Rocker mit viel Eifer abfeiern. Die Stimmung ist auch bei diesem Auftritt durchweg gut. Sänger Birx hatte zwar schon mal bessere Tage am Mikrofon, Spaß machen Songs wie „Legion Of Rock“ und natürlich „Return Of The Demon“ dennoch.

Willkommen im Land der Unterwelt: BLOOD RED ANGEL thrashen das Dongzelt mit ihren Musikmonstern „Ceremony Of The Condemned“ und „Enforced“ von der „Abyssland“-Scheibe zusammen. Konsequent wie eh und je werden hier die Nacken gebrochen und das schale Fleisch gerockt. Da bleibt kein Bier trocken und das Auge schmeckt umso besser! Thrash, der die Synapsen durchrüttelt. Zu Ehren des Dongs durfte der Engel in jedem Fall nicht fehlen. Starker Auftritt. Leider auch der letzte.

Anschließend erfolgt die Rückkehr der Blödelbarden. Vor fünf Jahren triumphierten die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS auf dem Dong Open Air. Damals war es bei ihnen sogar voller als bei den später am Abend spielenden Headlinern. Zum Dong-Jubiläum soll diese Erinnerung aufgefrischt werden. Und abermals zieht das Katastrophenkommando die Besucher magisch an. Dem Bekloppten-Charme der Hannoveraner kann sich anscheinend kaum einer entziehen. Und selbst wenn einen der ulkige Mix aus Schlager und Grindcore kalt lässt, ist es alleine die Sensationslust, die viele Besucher dazu antreibt, sich das bunte Treiben auf der Bühne einmal genauer anzuschauen. Him, Scherzpapst der Grindfuckers, turnt im Leopardenmuster-Dress über die Bühne, sein nach Fußball-Schläger aussehender Grunzkollege blickt wütend in die Runde, nur um im nächsten Moment fröhlich das Tanzbein zu schwingen. Gespielt werden herrlich bekloppte, das Hirn zermürbende Songs wie „Looking For Grindcore“, „Halb & Halb“, „Grindcore Blitz“ und zum Abschluss „The Final Grindcore“. Gelacht wird dabei viel, getanzt auch. Und doch bestätigt die Band damit einmal mehr den Eindruck, dass man sich diese akustische Freakshow gerne eine Dreiviertelstunde lang live gibt, danach ist‘s aber auch genug. Das T-Shirt-Motiv der Band sagt es bereits: „Musik machen andere“.

DARK AGE machen sich in schicken Hemdchen gekleidet auf die Bühne, um die Leute mit ihrem Melodic Death Metal zu begeistern. Das Zelt ist gut gefüllt und die stylische Truppe rund um Fronter, Aushängeschild und Frauenschwarm Eike Freese zünden auf der Bühne ein musikalisches Feuerwerk, das aus Songs wie „Seven“, „Zero“ oder „Outside The Inside“ besteht. Dank der guten Songauswahl herrscht ausgelassene Mitgrölstimmung im Publikum und auch Sänger Eike gibt sichtlich alles, um die Fans zufrieden zu stellen. Zum Abschluss gibt es noch den Dark Age‘schen Evergreen „Suidcide Crew“ auf die Ohren und alle scheinen glücklich.

VAN CANTO gehören zweifellos zu den größten Aufsteigern, die es in den vergangenen Jahren in die Metal-Welt geschafft haben. Zwischen Rakka-Takka-Chören, melodischem Uh-Hu-Gesang und Dam-Dam-Dam-Bassstimme versucht die Truppe, die aus fünf Sängern und einem Drummer besteht, ihr Konzept des A-Capella-Metals an den Mann und (vor allem) die Frau zu bringen. Und in der Tat: Das Zelt ist gerappelt voll. Das mag sich auch durch den Hinguck-Faktor und die Sensationsgier der Besucher erklären lassen, denn vor allem wenn man die Truppe noch nie in Aktion erlebt hat, staunt man während der ersten paar Minuten nicht schlecht, wenn Gitarrensolos und Keyboard-Teppiche nur durch menschliche Stimmen simuliert werden. Das erste Staunen weicht aber schnell der blanken Ernüchterung. Das Konzept mag innovativ sein, dennoch würde jeder der Power-Metal-Eigenkompositionen mit einer anständigen Gitarre eine ganze Menge mehr Spaß machen. Die das Set abrundenden Cover-Versionen von unter anderem Manowar, Metallica und Nightwish wirken obendrein wie akustische Vergewaltigungen diverser Meisterwerke. Es hat schon seinen Grund, warum diese Stücke normalerweise mit richtigen Instrumenten dargeboten werden.

ROTTING CHRIST sind nach dem Vokal-Klamauk eine willkommene, seriösere Abwechslung. Die griechische Black-Metal-Speerspitze mag sich im Laufe der Spielzeit zwar in den eigenen Riffs verlaufen, grundsätzlich machen die Songs, die gerne auch musikalisch noch stärker mit griechischer Mythologie und Ästhetik liebäugeln dürften, aber Spaß. Sympathiepunkte gibt es vor allem für Fronter Sakis Tolis, der trotz gebrochenem Bein das Set durchzieht, auf einem Barhocker sitzend.

Still sitzen, das kann Mikael Stanne, Chef von DARK TRANQUILLITY, keinesfalls. Der blonde Schwede hat Hummeln im Hintern. Wie von der Tarantel gestochen eilt er über die Bühne, baut seinen Körper auf, tänzelt auf Zehenspitzen über die Bretter und bringt seine blonde Lockenpracht zum Rotieren. Die Energie springt dadurch binnen weniger Minuten über. Auch wenn das Dong-Publikum einen anstrengenden Tag hinter sich hat, werden noch einmal die Kräfte mobilisiert – zumindest in den vorderen Reihen. Dass die Songs der Schweden zwar in Live-Situationen zünden, aber grundsätzlich nur wenige Nummern dabei sind, die wirklich Hit-Potenzial haben, macht die Band durch ihre energiegeladene Show wieder wett. Fans freuen sich über „Terminus“, „The Endless Feed“, „Lost To Apathy“ oder „The Lesser Faith“, außerhalb ihres Genres gewinnen die Schweden aber kaum neue Fans dazu.

Tag 2, Samstag, 24. Juli

GUN BARREL eignen sich am frühen Morgen des zweiten Dong-Tages als hervorragende Katerkur für all jene, die am Vorabend zu tief ins Glas geschaut haben. Der Heavy Rock der Kölner wirkt durch sein On-the-road-Feeling wie eine angenehm kühle, aufweckende Brise. Gitarrist Rolf Tanzius ist abermals das charismatische Aushängeschild dieser Truppe und begeistert durch seine Solos und die lässige Gestik.

Die ungekrönten Meerjungfrauen selbstloser Brutal-Musik-Salven geben anschließend sich die Ehre. JACK SLATER überzeugen immer wieder durch ihre authentische Art, die fulminante Konsequenz in ihrer Selbstironie und nicht zuletzt ihre überdurchschnittliche Spielkunst. Philosophische Ansagen wie „Ihr seid jung, ihr seid hässlich, was macht ihr hier?“ regen die letzten noch nicht ertrunkenen Gehirnzellen zum freudigen Diskussionszirkel an. Songs wie „Eisenwichser“ oder die „Kinderfresser“-Partitur in zwei Akten verbreiten hingegen banalere Freude und Frohlocken. Zusammen entsteht das Yin und Yang des perfekten Auftritts, der schmackhafte Cocktail zum zweiten Dong-Tag. Zum Wohl!

INSIGNIUM gleichen weniger einem Cocktail, sondern eher einem Bier: Solide, wenig exotisch, bewährt und gerne konsumiert. Der Seitenableger von Nordafrost schwingt die Death-Black-Metal-Keule. Das Zelt ist zu diesem Zeitpunkt zwar kaum gefüllt, die wenigen Anwesenden schauen jedoch interessiert dem Treiben zu. Richtig wach werden diese jedoch erst, als die Band zum Abschluss Sodoms „Sodomized“ covert.

SYNASTHASIAs Auftritt gleicht eher einem Heimspiel und ist daher eine sichere Sache. Die Band genießt sichtlich ihren besonderen Status und feuert zu Beginn erst einmal Songs ihrer neuen Platte „Instructed By The Devil“ ins Publikum. Der Titel „In Beer We Trust“ wird auch gleich passenderweise an die Location angepasst und so singt das Publikum lautstark „In Dong We Trust“ mit. Ein weiteres Highlight ist die temporäre Wiedervereinigung mit einigen Ex-Mitgliedern der Band, um gemeinsam den Dongianern noch einmal ordentlich einzuheizen. Mit dem wunderschönen „Discovery Of The Mask“ und dem Klamauk-Song „I Want To Fuck You In The Ass“ wird schließlich das sympathische Set beendet.

Klamauk gibt es bei ORPHAN HATE nicht. Die Berliner hatten bereits im vergangenen Jahr beinharten Thrash Metal im Gepäck und entpuppten sich schon damals als eine der größten Überraschungen des Festivals – einen Status, den die Truppe mühelos verteidigen kann. Shouterin Sina Niklas verwandelt sich vom unscheinbaren Metal-Fan in eine wütende Fronterin mit viel Kraft in den Lungenflügeln und der richtigen Gestik, um die Zuschauer aufzupeitschen. Hinzu kommt Bassist Jan Sadler, der sich seinen Fünfsaiter besonders hoch angelegt hat und durch wilde Fingerübungen brilliert. Kurzum: Mission erfüllt, Orphan Hate zählen auch 2010 zu den Höhepunkten des Festivals.

Zu diesen zählen RAINTIME nicht. Die Italiener spielen zwar durchaus ambitioniert auf, in ihrem Wust aus Power-Metal-Strukturen und viel Melo-Death-Riffing inklusive etlicher Keyboard-Teppiche, findet sich jedoch kaum ein Moment wieder, in dem sich die Band abheben kann.

ELVENKING heben sich hingegen durchaus ab – in erster Linie durch ihren typisch italienischen Kitsch. Die Folk-Klänge, gepaart mit viel Power Metal, wirken zum Teil schon so klebrig, dass man es der Truppe kaum noch übel nehmen kann. Dennoch erfordert es viel Kitsch-Toleranz, um sich hier vollkommen drauf einlassen zu können. Handwerklich lässt sich der Band jedoch kaum etwas vorwerfen. Als auch noch zwischendurch Skyclads Georgina auf die Bühne kommt, um die Band zu unterstützen, ist der Jubel groß.

Gastbeiträge haben PERSEFONE nicht nötig, um zu begeistern. Das erledigt der progressive Melo-Death von ganz alleine. Die zum Teil schwer zu verdauende Mixtur ist zwar nicht für jeden etwas, doch vor allem Technik-Fetischisten schauen hier begeistert zu. Für viel Freude sorgt auch das abschließende Star-Wars-Medley.

Kontrastprogramm: Nach dem Technik-Spektakel geht es bei DEBAUCHERY sehr viel weniger technisch versiert, dafür frontal und rockig zu. Blutüberströmt und mittlerweile als Trio agierend tritt die Band um Thomas Gurrath den Anwesenden in die Eier. Der Mix aus Death Metal und Rock‘n‘Roll-Riffs sowie einer gewaltigen Portion Groove zündet von Sekunde eins an. Songs wie „Blood For The Blood God“ oder „Back In Blood“ werden von den Fans, die die ersten Reihen bevölkern, lautstark gefordert. Thomas erfüllt die Wünsche gerne. Vor ihm liegt keine Setlist, die er blind herunterspielt. Stattdessen wird den Zuschauern die Wahl gelassen. Das Resultat aus dieser Kollaboration ist eine starke Setlist, die sowohl neuere Songs („Death Metal Warmachine“) als auch ältere Klassiker („Kill Maim Burn“) berücksichtigt.

Ein Highlight folgt aufs nächste: Die GRAILKNIGHTS erobern abermals den Donghügel. Mittlerweile ins späte Nachmittagsprogramm vorgestoßen, ist es auch in diesem Jahr bei keiner anderen Band so voll wie bei den Melo-Death-Superhelden. Zugegeben: Ein bisschen albern ist das Gepose, die Show mit all den Orks, Pferden und Verkleidungen schon. Aber eben auch unterhaltsam. Und es scheint sich auszuzahlen, Woche um Woche den Superhelden zu markieren: Mittlerweile hat die Band professionell angefertigte Rüstungen, zum Teil speziell angefertigte Instrumente und eine Heerschar an Fans, die mit fast schon religiösem Eifer die Schlachtrufe des Quartetts erwidern. Erklären lässt sich das auch dadurch, dass die Band nicht nur viel fürs Auge bietet, sondern auch richtig gute Songs, wie „When Good Turns Evil“ oder „Moonlit Masquerade“ dabei hat, die mit viel Epik und Melo-Death-Härte überzeugen können.

Danach ist es Zeit für den Besuch der Hausband: SKYCLAD sind wieder da. Vielen ein nerviger Dorn im Auge, ein Unkraut, das vom Dongberg nicht mehr weg zu bekommen ist. Immer das alte Lied – doch zum Glück haben Skyclad nicht nur eins davon: „Thinking Allowed“ oder „Spinning Jenny“ bringen den Saal zum Tanzen. Dieses Unkraut wird niemals vergehen! Zu Ehren des Jubiläums schlägt sich Liehr auch noch mal an den Drums und lässt damit einen lang gehegten Wunsch wahr werden. Skyclad sind und bleiben ein Unikat – live wie auf Platte. Traditionell, origineller und authentischer wirkt kaum eine Folk-Band.

Das Ende naht: Als letzte Band des Festivals stehen schließlich nach einer schier endlosen Umbaupause DIE APOKALYPTISCHEN REITER in den Startlöchern. Der Auftakt glückt: Während ein episches Intro vom Band dudelt, Dr. Pest sein Sadomaso-Outfit enthüllt und die Band unter schummerigem Licht  die Bühne betritt, spricht Fuchs vom Bühnenrand ein Intro, bevor mit „Wir sind das Licht“ all die aufgestaute Energie entfesselt wird. Bassist Volk-Man eilt in Windeseile über die Bühne, schleudert seine lange Matte über die Schultern. Fuchs galoppiert wie ein Pferd von links nach rechts, strahlt dabei wie ein Honigkuchenpferd und weicht nur knapp Keyboarder Dr. Pest aus, der die ersten Reihen mit seiner Peitsche malträtiert, wenn er nicht gerade hinter seiner Sadomaso-Keyboard-Schaukel Platz nimmt. Eineinhalb Stunden lang fahren die Reiter einen Hingucker nach dem nächsten auf. Bei „Roll My Heart“ werden große Luftballons in die Menge geschmissen, während „Revolution“ lässt sich Fuchs in die Höhe schrauben und wedelt eine Fahne über den Köpfen der Besucher. In das Set haben sich zwar auch so Rohrkrepierer wie „Der Seemann“ eingeschlichen, Entschädigung erfolgt jedoch in Form von „Der Wicht“, „We Will Never Die“, „Reitermania“ und zu guter Letzt „Unter der Asche“ sowie „Metal Will Never Die“. Dass die Reiter damit lediglich ihr routiniertes Programm abspulen, vertuschen die Jungs aus Weimar mit viel Energie und zur Schau gestellter Spielfreude gekonnt. Und vielleicht macht ja das einen würdigen Headliner aus?

Diese Frage beschäftigt allerdings nur wenige, als nach neunzig Minuten Reitermanie Schluss ist. Im Zelt herrschen nach so viel Action beinahe tropische Temperaturen. Abkühlung verschafft die Nachtluft auf dem Dongberg, wo das zehnte Dong Open Air sein Ende findet. Mit dabei waren:

Dorian Gorr, Jenny Bombeck, Benjamin Gorr & Elvis Dolff

Dong Open Air: In Rekordzeit ausverkauft

März 15th, 2010

Das diesjährige Dong Open Air ist mal wieder in Rekordzeit ausverkauft. Ursprünglich für 12:00 Uhr am Sonntagmittag vorhergesagt, startete der Vorverkauf aufgrund der zu vielen gleichzeitigen Anfragen erst mit rund einstündiger Verspätung. Nach offizieller Meldung hat der Ausverkauf gerade einmal eine halbe Stunde gebraucht. Tickets sind ab jetzt nur noch im Forum des Dong Open Airs erhältlich, in dem überflüssige Tickets zwischen Besuchern gehandelt werden.

Quelle: www.dong.walismus.de

Dong Open Air mit neuer Bandbestätigung

März 1st, 2010

Auch das kultige Dong Open Air kann eine neue Band verkünden. Die schwedischen Melodic-Deather DARK TRANQUILLITY wurden für das Festival bestätigt. Dieses wird am 23. und 24. Juli 2010 in Neukirchen-Vluyn nahe Krefeld stattfinden.

Der Vorverkauf beginnt am 14. März 2010.

Quelle: Dong Open Air

  • Page 1 of 2
  • 1
  • 2
  • >