Posts Tagged ‘Negura Bunget’

Artikel: EPs – “Halbes Album, halber Preis”

Mai 29th, 2011

Halbes Album, halber Preis

Gamma Ray tun es, U.D.O. auch, Impiety und Negura Bunget ebenso wie Marduk. Manowar sowieso. Die Rede ist von EP-Veröffentlichungen. Auf vielen Release-Schedules finden sich diese Mini-Alben derzeit wieder. Sieht die Heavy-Metal-Musikindustrie darin eine neue Möglichkeit, um Umsätze zu generieren? METAL MIRROR hat sich mit Musikern von GAMMA RAY und NEGURA BUNGET sowie mit Mitarbeitern von AFM RECORDS und VIVA HATE RECORDS unterhalten, um dem Phänomen auf die Schliche zu kommen.

Text: Dorian Gorr

Die Musikindustrie sucht nach neuen Erlösmodellen. Das Internet und die mit sich gebrachten illegalen Downloads haben viele Labels an den Rande des Ruins getrieben. Kaum noch Musiker sind in der Lage, ausschließlich von der Musik zu leben. Geld verdienen die meisten Bands nur noch mit Merchandising, physische Tonträger kaufen bei vielen Bands nur noch ein eingeschworener Fankreis. Doch wird das Veröffentlichen von EPs als eine neue Methode gesehen, um die paar wenigen Fans, die noch so couragiert sind, physische Tonträger zu kaufen, doppelt zur Kasse zu bitten? Eine Antwort auf diese Frage fällt nicht leicht. Schon gar nicht, wenn man sie versucht, als Außenstehender zu beantworten. Doch irgendeinen Mehrwert werden Label und Band aus einer EP-Veröffentlichung herausziehen. Anders lässt sich der derzeit spürbare Anstieg dieser Veröffentlichungen kaum erklären. Wenn man Timo Hoffmann, Mitarbeiter bei AFM Records, glaubt, so können es keine rein monetären Gründe sein.

„Wir verdienen an einer EP fast gar nichts. Natürlich zahlen wir auch nicht drauf, aber den dicken Reibach macht man im Heavy Metal nicht mit dem Veröffentlichen von EPs“, ist er sich sicher.

Und doch hat das Label jüngst eine EP von Udo Dirkschneiders Band U.D.O. herausgebracht. Auf ihr enthalten: Songs des bevorstehenden (und in dieser Ausgabe rezensierten) Albums „Rev-Raptor“, bisher nur als Bonus-Versionen erhältliche Tracks und Extra-Videoclips.
„Dass wir eine U.D.O.-EP veröffentlichen, hat bei uns fast schon Tradition. Das haben wir bisher bei jedem Album gemacht, das wir gemeinsam mit der Band herausgebracht haben“, erklärt der AFM-Mitarbeiter.
Doch Tradition alleine kann es nicht sein, um eine solche Veröffentlichung zu rechtfertigen. Für AFM steht bei einer solchen Scheibe der Werbeeffekt im Vordergrund. Eine Band in die Köpfe der Fans zurückrufen, auf ein bevorstehendes Album aufmerksam machen – das ist der Zweck, den viele dieser Mini-Veröffentlichungen erfüllen. Neue Fans mit einer solchen EP zu erreichen? Für Timo Hoffmann und AFM Records wäre das zwar ein wünschenswertes, laut Eigenaussage jedoch auch unrealistisches Szenario. Es seien die bereits bestehenden Fans, die man erreichen wolle. Diejenigen, die eine solche EP als Sammelobjekt begreifen und die Sammlung einer ihrer Lieblingsbands auch gerne um eine Scheibe mit geringer Spielzeit erweitern wollen.

So weit scheint der Gedanke des Doppelt-zur-Kasse-gebeten also gar nicht hergeholt zu sein. Doch Timo sieht es gelassen: „Kritik an diesen Vorgeschmacks-EPs habe ich seit Ewigkeiten nicht gehört. Ich glaube eher, dass sich die Fans beschweren würden, wenn wir auf einmal keine EP von beispielsweise U.D.O. veröffentlichen würden. Wir sprechen einen klar fixierten Kreis an Leuten an. Wenn man bedenkt, dass man bei einer EP für rund sechs Euro durchschnittlich fünf Songs geboten bekommt, dann muss man auch erkennen, dass wir uns da fast auf Preishöhe eines Downloads bewegen. Wie gesagt: Das Label verdient an einer solchen EP nicht viel.“

Ripp-off-Charakter?
Eine ganz ähnliche Aussage trifft auch Thomas Respondek, Inhaber des Underground-Labels Viva Hate Records. Anfang Juli wird er über sein Label die neue EP der aufstrebenden Black-Metal-Band Der Weg Einer Freiheit veröffentlichen. Große Gewinne erwartet er dabei nicht. Thomas rechnet vor: „Die Herstellungskosten sind bei einer EP genau so hoch, wie bei einem Album. Die Hülle, das Artwork, die Pressung, der Vertrieb, das alles muss wie bei einem vollwertigen Album bezahlt werden. Auf der anderen Seite kostet die EP vielleicht die Hälfte eines Full-Length-Albums. Man kann sich leicht vorstellen, dass da nicht übermäßig viel für uns abfällt.“
Von EPs, die zu großen Teilen aus Songs des bevorstehenden Albums bestehen, hält er jedoch nichts. „So etwas erhält sehr schnell diesen Rip-Off-Charakter und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Wenn man schon eine EP macht, dann sollte diese EP ein abgeschlossenes, eigenes Produkt sein, nicht nur ein Auszug eines bevorstehenden Albums. Der Konsument darf sich nie verarscht fühlen. Und bei solchen EPs ist die Gefahr, dass das passiert, leider sehr groß.“
Thomas deutet es an: Eine EP ist nicht gleich eine EP. Bei Der Weg Einer Freiheit sei diese dafür gedacht, um zu zeigen, dass die Band sich nach dem Release ihres oft gelobten Debüts nicht auf den Lorbeeren ausruhen möchte, sondern dabei ist, das eigene musikalische Schaffen zu fokussieren. Die EP stünde jedoch für sich allein.
Und damit sind Der Weg Einer Freiheit nicht die einzige Band, die diesen Weg wählt. Auch die rumänischen Black-Metal-Waldschrate Negura Bunget veröffentlichten kürzlich „Poartă De Dincolo“, eine EP, die laut Bandchef Negru ein geschlossenes Werk darstellt: „Wir haben jeden einzelnen Song ganz gezielt nur für diese Mini-CD geschrieben. Wir hatten nicht vier Songs übrig und wollten sie verheizen. Diese Songs verbindet ein Konzept, das nur so für sich alleine stehen kann.“
Geld habe bei der Veröffentlichung gar keine Rolle gespielt, beschwört Negru. Auch mit Werbung für zukünftige Werke habe „Poartă De Dincolo“ nichts am Hut. „Für uns war das lediglich eine willkommene Gelegenheit, einmal mit diesem Konzept und neuen Ideen zu spielen. Unsere kommenden Alben werden nicht unbedingt ähnlich klingen.“

Die Werbetrommel rühren
Als Vorschau für kommende Alben kann man auch die EP von Gamma Ray nicht deuten. Zumindest werden Fans das inständig hoffen. Auf „Skeletons & Majesties“ präsentieren die Hanseaten zwei normal neu aufgenommene Stücke sowie zwei als Akustikversion neu aufgenommene Bandhits. Dirk Schlächter, Bassist bei Gamma Ray, gesteht: „Das sollte Werbung sein, aber nicht für eine kommende Scheibe, sondern für ein Tourkonzept, das wir uns überlegt hatten.“ Derzeit planen Gamma Ray, geteilte Shows auf die Bühne zu bringen: Neben dem normalen Set soll es auch einen Akustikpart geben. Den meisten Veranstaltern gefiel das jedoch nicht. „Die haben das nicht verstanden oder machten sich Sorgen, dass die Fans das nicht mögen würden. Also wollten wir das Konzept erst einmal mit diesem Mini-Album bewerben und etwas greifbarer machen“, erklärt Dirk.
Dass eine EP eigentlich immer für Werbezwecke eingesetzt wird, bestätigt auch er. „Meistens soll das doch ein Vorgeschmack aufs neue Album sein. Das haben wir auch schon gemacht.“
Kann man also ein Fazit ziehen? Nur schwer. Der Sinn und Zweck einer EP scheint so vielschichtig wie die Musikszene selbst zu sein. Die EP ist ein Kurzwerk, dessen Veröffentlichungsintention zwischen künstlerischem Anspruch und Werbemaschine schwankt. Nur eines scheint gesichert: Ein neues Erlösmodell für die Labels ist das Veröffentlichen von EPs keineswegs. Wie groß der Werbeeffekt für Folgewerke ist, lässt sich natürlich kaum messen, doch die von Thomas Respondek ins Feld geführte Rechnung leuchtet ein. Ein halbes Album zum halben Preis, bei gleichen Herstellungskosten – man muss nicht BWL studiert haben, um zu erkennen dass sich das kaum rentiert. Dennoch: Auch zukünftig werden etliche EPs, je nach geliefertem Inhalt, nicht drum herum kommen, nicht nur bei Rezensenten, sondern auch bei Fans den bitteren Nachgeschmack der Fan-Abzocke nach sich zu ziehen. Aber: Zum Kauf wird ja glücklicherweise niemand gezwungen.

www.afm-records.de
www.vivahaterecords.com
www.negurabunget.com
www.gammaray.org

Live-Bericht: Black Trolls Over Europe

Oktober 31st, 2010

Negura Bunget Live

NEGURA BUNGET
(BLACK MESSIAH + ADORNED BROOD)

15.10. – Oberhausen, Helvete

Text & Fotos: David Dankert

Auch im Turock legt die „Black Trolls Over Europe“-Tour eine Stop ein, doch auch wenn ein Großteil der Konzerte im Turock gewohnt gut besucht sind, sieht es diesmal nicht ganz so rosig für den Veranstalter aus.
Als ADORNED BROOD nach einem Pagan-Vorprogramm die Bühne besteigen, finden sich gerade mal rund 60 Leute  zusammen. Trotzdem lässt sich das Sechstett nicht einschüchtern, denn gerade „Hammerfeste“ oder aber auch das „7 Tage“-Cover mit Unterstützung von Black-Messiah-Sänger Zagan an der Violine sorgen  für ordentlich Stimmung, ehe Adorned Brood nach rund 35 Minuten den Platz für die nachfolgenden BLACK MESSIAH frei machen.

Diese profitieren dann deutlich von ihrem Heimspiel-Status in Essen, können die Stimmung nochmals steigern und zeigen sich selbst auch energiegeladen und motiviert. Zwar meckert Sänger Zagan kurz über den strikten Curfew, der wohl alle Bands dazu zwingt, ihre Setlist um ein bis zwei Songs zu kürzen, dennoch haben die Fans vor der Bühne durchgehend Spaß und feiern bis zum abschließenden „Moskau“ durch.

Nach einer Viertelstunde Umbaupause haben sich unglücklicherweise schon einige auf den Heimweg gemacht, doch auch NEGURA BUNGET lassen sich davon nicht beirren und schleppen kiloweise traditionelle Folkinstrumente auf die Bühne, um ihre komplexen Songs darzubieten. So legen die Rumänen auch gleich mit dem atmosphärischen „Cara De Dincolo De Negura“ vom neuen Album „Virstele Pamintului“ los, während sich die Bühne langsam in einen dichten Schleier aus Kunstnebel legt. Die Musiker selbst spielen bei fast jedem Song alle verschiedene Instrumente im Wechsel, sodass es viel zu sehen gibt. Auch die scheinbar live kaum umsetzbaren Songs werden perfekt dargeboten. Zwar besteht die Setlist aufgrund des starken Line-Up-Wechsels lediglich aus den Alben „Om“ und dem neusten Werk, dennoch liefern Negura Bunget hier eine durchweg überzeugende Show. Als dann auch noch das geniale „Hora Soarelui“ und das abschließende „Dacia Hiperboresana“ gespielt werden, verlässt keiner der Anwesenden enttäuscht das Turock.

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Neue Fotostrecke: Negura Bunget live in Essen

Oktober 14th, 2010

Gestern Abend spielten Negura Bunget im Essener Turock. David Dankert war vor Ort und hat sich die rumänische Black-Metal-Speerspitze angeschaut. Fotos von dem Konzert findet ihr schon heute bei uns.

Erste Bandbestätigungen für Party San 2011

Oktober 14th, 2010

Vom 11. – 13. August 2011 findet das 12. Party San Open Air statt.

Mit ENSIFERUM, NACHTMYSTIUM, NEGURA BUNGET(Foto) und HAIL OF BULLETS stehen nun auch die ersten Bands fest.

Weitere Informationen über neue Bandbestätigung und Location werden demnächst folgen.

Quelle: party-san.de

Black Trolls Over Europe Tour

Juni 24th, 2010

Das Black Troll 2010 ist Geschichte und bis zum Winterfest sind es noch gute 6 Monate. Doch die Fans müssen solange nicht warten, denn die Black Trolls Over Europe Tour steht ins Haus.

Mit dabei sind Black Messiah, Negura Bunget, Adorned Brood, Nomans Land, Heathen Foray, Dyrathor und Wolfchant.

Und hier die Daten:

08.10.2010  DE Bonn – Klangstation

09.10.2010  DE Gera – Sächsischer Bahnhof

10.10.2010  DE Darmstadt – Steinbruchtheater

11.10.2010  DE Hamburg – Headbangers  Ballroom

12.10.2010  DE Flensburg – Roxy

13.10.2010  DE Essen – Turock

14.10.2010  DE Ludwigsburg – Rockfabrik

15.10.2010  CH Uster – Stadthofsaal*

16.10.2010  DE Ruhla – Waldeshall Festival*

17.10.2010  NL Rotterdam – Baroeg

18.10.2010  TBA

19.10.2010  TBA

Quelle: Black Bards

Live: Black Troll Festival

Juni 21st, 2010

Live: Black Troll Festival

BLACK TROLL FESTIVAL

11. & 12. Juni – Bornstedt, Schweinsburg

Text & Fotos: Carolin Teubert

Die Sonne strahlt über Bornstedt, als am Freitagmorgen die ersten Besucher den Campingplatz betreten. Die Stimmung ist von vorne herein bombastisch. Neben den Konzerten gibt es ein Wikingerlager mit einer speziellen Merowingerausstellung. Außerdem sind die sehr humanen Preise aus dem Vorjahr geblieben. Gute Ausgangsvoraussetzungen für die hundert Mann, die sich bereits auf dem Festivalgelände sammeln, als FIMBULTHIER pünktlich um 16 Uhr beginnen. Viel Bewegung ist zwar noch nicht vor der Bühne zu sehen, jedoch ist ein einzelner Die-Hard-Fan die ganze Zeit dabei, die Death Metaller energisch zu unterstützen. Und als zum Abschluss „Death In Fire“ von Amon Amarth covern ist der Opener gelungen.

Gleich darauf soll schon ein erstes Highlight folgen. FIMBULVET hatten im Voraus angekündigt, dass Heiko von Menhir als Gastsänger dabei sein wird. Nach einigen Songs, wie „Das letzte Feuer“, betritt er dann auch die Bühne und der Song „Budskap Fra Vinden“ wird mit ihm ein echter Genuss.

Danach verliert sich die Stimmung ein wenig. Es kommen zwar immer mehr Menschen auf die Burgruine, während IGNIS FATUU ihren ziemlich einfachen Mittelalter-Rock zum Besten geben, aber irgendwie will der Funke nicht so ganz überspringen.

Erst bei NORTHLAND kommt richtig Stimmung auf, denn die Spanier haben im wahrsten Sinne des Wortes Feuer im Blut. Vorwiegend nutzen sie ihren Auftritt, um neue Songs wie „Revenge“ von ihrem neuen Album zu präsentieren. Aber auch die alten Sachen kommen beim Publikum gut an. Man merkt, dass die Musiker viel Spaß am Auftritt haben.

Diese gute Atmosphäre setzt sich bei FJOERGYN fort, die bereits das zweite Mal auf dem Festival spielen. Songs wie „Jahr um Jahr“ und „Der Herbst ist da“ werden erfreulich aufgenommen und „Katharsis“ bleibt das altbewährte Highlight der Band.

Weiter geht es mit XIV DARK CENTURIES. Authentisch wie immer geben die Pagan Metaller ihre Musik zum Bestens. Auch wenn nach dem dritten Song erstmal kurz ein technisches Problem gelöst werden muss, bleibt die Stimmung am Kochen. Gespielt wird von jedem Album etwas. Das Publikum wünscht sich am meisten „Falsche Propheten“ und die Band lässt selbstverständlich keine Wünsche offen. Aber auch Songs wie „Toringi“ kommen gut an. Und ehe man sich versieht stehen schon WOLFCHANT auf der Bühne.

Diese beginnen ihr Set mit „World In Ice“, bei dem ein Gastsänger auftaucht. Dieser ist niemand geringeres als Michael Seifert von Rebellion, der bereits am letzten Album von Wolfchant mitgewirkt hat. Aber wer dachte, dass es bei diesem einen kurzen Auftritt bleibt, hat sich gewaltig geirrt. Immer wieder taucht der gute Herr auf der Bühne auf, als wäre er das sechste, inoffizielle Mitglied der Band. Schaden kann es ja nicht, allerdings ist das Mikro des Herren teilweise zu laut eingestellt. Einen perfekten Abschluss liefern Wolfchant mit dem Cover „The Clans Are Marching“ von Grave Digger.

Aber das richtige Highlight kommt erst noch, denn THRUDVANGAR warten bereits hinter der Bühne. Auch wenn nur noch die Hälfte des Publikums anwesend ist, erreicht die Stimmung bei ihnen den Höhepunkt. Zunächst spielen sie viele neue Sachen vom letzten Album, wie „Drachen und Runenstein“ und „Thorwald“. Dazu gibt es eine Menge Bewegung auf der Bühne und beim Publikum. Aber auch die alten Songs, wie „Piraten des Nordens“, kommen immer noch gut an. Es wird bis zum letzten Song gebangt, was das Zeug hält. Erst um 1.30 Uhr ist dann für den ersten Tag Schluss. Auf dem Campingplatz geht die Party aber noch weiter. Es wird gegrillt, getrunken und unterhalten bis zum Morgengrauen.

Kein Wunder also, dass am nächsten Tag nur wenige Besucher vor der Bühne stehen, als um kurz nach 13 Uhr THORMESIS diese betreten. Diejenigen, die die Pagan-Black-Metaller begutachten wollen, werden nicht enttäuscht, denn wieder einmal sind Thormesis ein guter Opener.

Danach dürfen DEN NORDISKA SJEL ran. Die Band ist kurzfristig für Adorned Brood (die aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten) eingesprungen. Ein gleichwertiger Ersatz ist das allerdings nicht. Die Band ist instrumental sehr gut, jedoch ist das Mikro des Sängers zu laut eingestellt und überhaupt wirkt der Sänger ziemlich hilflos auf der Bühne. Es kommt einfach nicht gut, wenn man sich nebenbei auf das Ablesen der Lyrics konzentrieren muss. Was ebenfalls merkwürdig auffällt ist, dass bei dem Soundcheck ein Dudelsack getestet wird, dieser dann aber nicht zum Einsatz kommt.

DYRATHOR scheinen anderweitig vom Pech verfolgt. Erst verfährt sich die Band und kommt im anderen Bornstedt an, dann fängt es an dauerhaft zu regnen und der Zeitplan setzt sie mächtig unter Druck. Doch dafür glänzen sie live umso mehr. Die Band nutzt natürlich die Gelegenheit, um ihr neues Album, das einen Tag vorher erschienen ist, zu promoten. So geben sie passend zum Wetter „Im Auge des Sturms“ und „Ariovist“ zum Besten. Die treuen Fans bleiben trotz des Regens bis zum letzten Song. Der Auftritt selbst ist leider viel zu kurz.

Als der Regen kurzfristig aussetzt, dürfen TARABAS ran. Doch kaum haben diese begonnen, müssen sie auch schon wieder ihr Konzert unterbrechen. Der Verstärker des Schlagzeugers hat einen kleinen Stromausfall verursacht. Zum Glück nimmt die Band das Problem gelassen, zieht anschließend ohne Pause ihr Ding durch und spielt unter anderem Songs wie „Die Wiederkehr“.

An CUMULO NIMBUS scheiden sich dann die Geister. Es stehen gut hundert Mann vor der Bühne und feiern die Mittelalter-Rock-Band, die restlichen Besucher runzeln nur die Stirn. Zugegeben, ziemlich einfach wirkt die Musik schon, aber die Instrumentenvielfalt sollte man auch nicht vergessen. Und immerhin tanzen sogar einige vor der Bühne, als der Sänger sie dazu auffordert. Als zum Abschluss „Flüssig Gold“ gespielt wird, ist es tatsächlich etwas voller vor der Bühne geworden.

Bei BRAN BARR sieht das anders aus. Wer das Album der Franzosen bereits kennt, erwartet ebenfalls eine breite instrumentale Vielfalt, nicht zuletzt die Flöte. Aber stattdessen hat die Truppe  nur eine Geigerin dabei. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen soll. Der Song „Celebration“ eröffnet das Set der Celtic-Metaller und kommt gut beim Publikum. Weiter geht es unter anderem mit „Rebirth“. Bran Barr liefern insgesamt einen soliden Auftritt, der den Abschlussabend des Festivals sehr gut einläutet.

Es folgt das nächste Highlight: NEGURA BUNGET gelten als Headliner des Festivals und machen ihrem Namen und dieser Position alle Ehre. Eine bessere Location für den Auftritt der Rumänen hätte man zudem gar nicht finden können. Musikalisch bieten sie zudem eine Menge toller Songs und Instrumente. Von Xylophon über die Panflöte bis zu rumänischen Folkloreinstrumenten hinweg haben sie ein ganzes Arsenal außergewöhnlicher Musikinstrumente dabei. Ein Traum für jeden Fan, ein Genuss für das Publikum.

Etwas rauher wird es bei EMINENZ. Die Black Metaller scheinen sogar den letzten Fan vom Campingplatz zu holen, denn der Platz vor der Bühne ist voll. Es wird gebangt und Songs wie „Darkness Comes Over Us“ und „Blasphemy“ sind nur ein Teil eines gelungenen Konzerts. Als der Sänger noch Feuerkunststücke zeigt, haben Eminenz das Publikum endgültig erobert.

Das abschließende Highlight des Abends sind ARKONA. Diese sollen das diesjährige Black Troll Festival abschließen. Bereits während der Umbaupause drängen sich viele Fans der Band nach vorne, um auch ja nichts zu verpassen. Dann betreten die Russen die Bühne und legen mit „Pokrovy Nebesnogo Starca“ los, gefolgt von mehreren Stücken des letzten Albums. Bereits nach diesem Auftakt kocht die Stimmung. Bevor Arkona mit „Po Siroy Zemle“  fortfahren, fordert Sängerin Masha alle zum Springen auf und natürlich wird das von einem Großteil umgesetzt. Bei „Yarilo“ und „Maslenita“ scheinen alle vom Tanz- und Bangfieber befallen. Den krönenden Abschluss bietet das altbewährte „Rus“. Auf eine Zugabe wird natürlich nicht verzichtet.

Doch dann wird es leider ernst. Das Festival neigt sich dem Ende. Vereinzelt wird auf dem Zeltplatz noch gefeiert. Wie letztes Jahr wird auch wieder ein Lagerfeuer geboten und sogar der Bürgermeister von Bornstedt gesellt sich für einige Minuten dazu. Das ist es halt, was das Black Troll so besonders macht. Es ist ein schönes, kleines, familiäres Festival, das  nächstes Jahr hoffentlich in die dritte Runde geht.

CD-Review: Negura Bunget – Maiestrit

April 12th, 2010

Atmospheric Black Metal

NEGURA BUNGET
Maiestrit
8 Songs (73:25) / erschienen am 15.3.
(Lupus Lounge|Prophecy)

Neben ihrem fantastischen neuen Album gibt es auch einen weiteren Release der rumänischen Black-Metal-Speerspitze. „Maiestrit“ ist die überarbeitete Version des Albums „Măiastru Sfetnic“ von 2000 und damit die letzte Aufnahme der Band in ihrem alten Line-Up. Geboten wird, wie schon auf dem Original-Tonträger, atmosphärischer Black Metal, vor dem beinahe alle anderen vermeintlichen Konkurrenten nur hoffnungslos kapitulieren können. Negura Bunget verstehen sich wie keine andere Band auf diesem Planeten darauf, ihren Black Metal gleichzeitig und abwechselnd mit viel Gefühl, Atmosphäre und brachialer Härte vorzutragen. Als zusätzlicher Kaufanreiz dienen zwei bisher unveröffentlichte Akustik-Versionen, die das tolle Album abrunden.
8 / 10 (Dorian Gorr)

CD-Review: Negura Bunget – Virstele Pamintului (Killer-Album)

April 12th, 2010

Atmospheric Black Metal

NEGURA BUNGET
Virstele Pámíntului
9 Songs (59:35) / erschienen am 31.3.
(code666|Aural)

Nach dem mehr oder weniger Hollywood-reifen Split zwischen Hupogrammos, Sol und Negru liefern Negura Bunget beziehungsweise das was von ihnen übrig geblieben ist, jetzt den Nachfolger zu „Om“ ab. Mit neuen Leuten im Schlepptau misst sich Negru nun an den hohen Erwartungen, die nach einem solchen Meisterwerk wie „Om“ nun enmal aufkommen und um es gleich vorweg zu nehmen: „Virstele Pamintului“ entwickelt gleich von der ersten Sekunde eine unbeschreiblich fesselnde Atmosphäre, wie sie ihresgleichen sucht! Mit den ersten Klängen breitet sich sofort ein düsterer Schleier aus, der einen während des ganzen Albums nicht mehr loslässt. Was Negura Bunget auf ihrem mittlerweile sechsten Album abliefern, ist schlichtweg unbeschreiblich. Im Vergleich zu „Om“ haben sich die avantgardistischen, atmosphärischen Parts nahezu verdoppelt, der Black-Metal-Anteil wurde etwas zurückgefahren und somit wurde der Platz für Songs geschaffen, die sich weder in Genregrenzen noch sonstige Vorschriften pressen lassen. Die vielen verschiedenen Folk-Instrumente, welche bei Negura Bunget zum Einsatz kommen, überraschen einen immer wieder mit ihrer Intensität und ihrem Klang. Jede Minute des Albums klingt in sich so schlüssig und perfekt durchdacht, dass mir im Prinzip die Worte fehlen, um dieses Album zu beschreiben. Gemessen an den hohen Erwartungen, die wohl nahezu jeder Negura-Bunget-Fan an dieses Album hatte, bleibt nur zu sagen, dass „Virstele Pamintului“ konsequent den Weg weitergeht, der bereits mit dem Line-Up-Wechsel eingeschlagen wurde. Lediglich die Vocals wirken nicht ganz so erhaben wie die von Hupogrammos, was jedoch nicht heißen soll, dass diese nicht zu Negura Bunget passen würden.
Somit liefern die Rumänen mit diesem Album ein fantastisches Stück Musik ab, welches definitiv mit den beiden Vorgängern mithalten kann und bei weitem keine Kopie von diesen Platten darstellt, sondern durchweg beeindruckend und eigenständig neue Elemente in die Musik einbindet. Absoluter Pflichtkauf!
9 / 10 (David Dankert)

Neuzugänge beim Black Troll Festival

März 25th, 2010

Vor kurzem erst wurden Adorned Brood für das Black Troll Festival bestätigt. Doch nun konnten die Organisatoren mit Negura Bunget ein weiteres Highlight gewinnen. Somit sei das Billing fast komplett.

Das Festival wird dieses Jahr vom 11. – 12. Juni zum 2. Mal auf der Schweinsburg stattfinden. Die Karten sind dabei streng auf 600 Stück limitiert.

Und hier das derzeitige Line Up:

Adorned Brood

Arkona

Bran Barr

Cumulo Nimbus

Fimbulvet

Fjoergyn

Hammer Horde

Ignis Fatuu

Negura Bunget

Northland

Tarabas

Thormesis

Thrudvangar

Wolfchant

XIV Dark Centuries

Quelle: www.blacktrollfestival.de

Festung Open Air: Bandbestätigungen

März 22nd, 2010

Für das Festung Open Air, das vom 22. Mai – 23. Mai 2010 in Bitterfeld stattfindet, wurden heute Negura Bunget, Kill, The Jailbreaker, Nocturnal und Ketzer bestätigt.

Das Billing sieht bisher wie folgt aus:

AFFLICTION GATE
BAPHOMET’S BLOOD
DIE HARD
GEHENNA
GOSPEL OF THE HORNS
KETZER
KILL
NACHTMYSTIUM
NEGURA BUNGET
NOCTURNAL
SAHG
THE JAILBREAKERS
TULUS
VOMITOR

Quelle: Festung Open Air