Posts Tagged ‘Oberhausen’

Ozzy Osbourne holt Oberhausen-Konzert nach

November 1st, 2010

Ursprünglich sollte das Ozzy-Osbourne-Konzert am 16. September 2010 stattfinden. Einen Tag vor Veranstaltungsbeginn sagte der Madman des Heavy Metals seine Show in der Oberhausener König-Pilsener-Arena jedoch ab – zum Unmut vieler Fans. Jetzt steht der Nachholtermin für die Show fest. Glaubt man einem Artikel des Metal Hammer, so wird die Show am 12. oder 13. Juni nachgeholt. Der endgültige Termin stünde noch nicht zu hundert Prozent fest.

Ursprünglich wurde die Show verschoben, da Ozzy gesundheitliche Probleme (Gerüchten zufolge der Rücken) hatte und die Ärzte ihm eine Auszeit von bis zu vier Tagen verordnete. Allerdings macht auch das Gerücht die Runde, dass der Ticketvorverkauf zu schlecht gelaufen sei und das der Grund für die Absage gewesen sei.

Nachtrag: Im August wird Ozzy Osbourne außerdem das Wacken Open Air headlinen.

Live-Bericht: Menhir in Oberhausen, Helvete

Oktober 31st, 2010

Menhir Live

MENHIR
(+ STRYDEGOR + HARADWAITH)

15.10. – Oberhausen, Helvete

Text & Fotos: David Dankert

15 Jahre Menhir gilt es am 15.10.2010 im Oberhausener Helvete zu feiern. Der Geburtstag interessiert scheinbar viele, weswegen HARADWAITH den Abend auch vor einer durchaus ansehnlichen Menge eröffnen dürfen.

Diese profitieren sichtlich auch von dem „prominenten“ Zuwachs am Mikrophon in Form von Ex-Endstille-Fronter Iblis. Dass dieser „Bonus“ dennoch bei weitem nicht reicht, um das Publikum zu überzeugen, wird nach nur wenigen Songs klar. Zu charakterlos preschen Haradwaith durch ihre Setlist, und so leert sich nach und nach der Konzertraum des Helvete.
Die nachfolgenden STRYDEGOR trifft es zudem um einiges härter als die vorangegangenen Haradwaith, denn bei ihnen finden sich mehr oder weniger nur eine Handvoll Leute vor der Bühne ein. Mit dem recht unspektakulären (Pagan) Death Metal kann das Quartett sich an diesem Abend auch keine neuen Fans mehr erspielen, weswegen sich nicht wenige die Zeit an der neuen Cocktail-Bar vertreiben.

Dieser Zustand ändert sich jedoch schlagartig, als MENHIR starten. Vor der Bühne wird es schon während des Intros voller, als dann auch noch Heiko und seine Mannen mit dem Bandklassiker „Einherjer“ loslegen, gibt es kein Halten mehr.  Menhir präsentieren sich nicht nur im superben Soundgewand, auch die Laune der Musiker selbst und die Setlist sind einfach top. So werden Songs wie „Das Verborgene Reich“ oder „Menhir“ vom Publikum dankend mitgesungen, ehe mit dem ersten Teil des „Hildebrandliedes“ die reguläre Setlist beendet wird. Doch die Anwesenden lassen nicht lange auf sich warten und schaffen es insgesamt ganze dreimal Menhir zum weitermachen zu animieren. So werden Hits wie „Valhalla“, „Ziuwari“ oder aber das laut Heiko seit 15 Jahren nicht mehr gespielte „Winter“ ausgekramt, was zwar nur holprig gelingt, aber dennoch bei vielen für Freudentränen sorgt. Als das Ende mit „Thuringia“ besiegelt wird, wissen anscheinend selbst die Fans nicht mehr, welche Songs sie sich noch wünschen sollen und entlassen die Geburtstagskinder nach rund 90 Minuten glücklich in den Feierabend.

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Artikelserie: “Heavy Metal Location” – Helvete

Oktober 31st, 2010

Helvete

Ein Besuch in der Hölle

In Oberhausen mischt seit einigen Jahren das HELVETE die örtliche Heavy-Metal-Szene auf und bietet einen Anlaufpunkt für alle Fans der härteren Gangart. Aus einer ehemaligen Brauerei hat Besitzer Predi einen Laden entwickelt, in dem Konzerte stattfinden, Metaller Cocktails trinken und Bands mit Eingeweiden um sich werfen.

Text: & Fotos: David Dankert

Welcher Liebhaber extremen Metals, der aus NRW kommt, kennt das Helvete nicht? Den „Siegeszug“, so möchte man die Geschichte des Helvetes beinahe nennen, den der Oberhausener Club seit seinem Start hingelegt hat, sucht nahezu seinesgleichen. Dabei lief der Start alles andere als glatt. „Beim ersten Mal sollte das Helvete in Dortmund am 1.9.2006 eröffnen, aber das Gebäude wurde einen Monat vor der Eröffnung zwangsversteigert. Wir hatten den Laden soweit fertig und mussten dann alles wieder rauskloppen“, erzählt Helvete-Chef Gregor „Predi“ Woitzik. Nach diesem ersten Misserfolg machte sich das Helvete-Gründungsteam, bestehend aus Predi, seiner Freundin sowie Lars (dem jetzigen Techniker), über ein halbes Jahr auf die Suche nach neuen Locations, bis man schließlich – eher als Notlösung – ein ehemaliges Brauhaus erwarb. Kompliziert war bei der Suche nach geeigneten Räumen vor allem das von Anfang an feststehende Konzept des Helvetes, das die Suche einengte: „Es gab nichts, wo man Konzerte und Pub trennen konnte. Alle Locations hatten immer nur einen Raum, aber darauf hatte ich keinen Bock. Weil wenn du ein Konzert hast, dann warten die Party-Leute draußen und das ist doof. Wir wollten einfach das machen, was wir selbst immer vermisst haben, wenn wir abends weggegangen sind.“

Billardtisch statt Kupferkessel

Das Konzept, Konzert-Location und Party-Pub strikt voneinander zu trennen, entstand schon in der Zeit vor dem Helvete, als Predi noch auf 400€-Basis in Kneipen jobbte und nebenbei Konzerte veranstaltete. Durch die Organisation eines der ersten Viking-Metal-Festivals, das Ultima Ratio, holte er schließlich genug Startkapital herein, um den Grundstein für das Helvete zu legen. Massiver Umbau war nötig: „Wir haben mit drei Leuten insgesamt anderthalb Jahre umgebaut. Da wo jetzt die Billardtische stehen, waren zwei riesige Kupferkessel. Unten im Keller wurde früher das Bier gebraut. Da mussten wir viele Wände herausreißen, um die Location zu vergrößern. Wir hatten Glück, dass der Vermieter da mitgespielt hat. Das Gebäude stand vorher ja sieben Jahre lang leer.“

Dass der Laden ursprünglich eine Brauerei war, davon zeugen heute kaum noch Überbleibsel. Im Gegenteil: Seit Mitte des Jahres steht sogar eine Cocktail-Bar im Helvete – ein spontaner Einfall von Predi. „Eigentlich wollten wir einen größeren Backstage-Bereich einrichten, aber wir hatten so viele Ideen und ich kam irgendwann darauf, eine Tikki-Bar zu bauen. An Pfingsten haben wir sie eröffnet.“

Die neue Idee verdeutlicht: das Helvete ist keinesfalls ein Minus-Geschäft – trotz der Auslegung auf die härteren Gangarten im Metal. Rund 20 Mitarbeiter, vom Kellner über den Security bis zum Tontechniker, beschäftigt Predi – eine Notwendigkeit, wenn man beinahe jedes Wochenende Konzerte veranstaltet und gleichzeitig den Pub geöffnet hat. „Wenn ein Konzert stattfindet, dann sind insgesamt circa 500 bis 600 Leute im gesamten Helvete verteilt, in den Konzertraum passen maximal 350 Leute. Wie voll es wird, da spielen natürlich noch einige Faktoren mit, wie Monatsende, Monatsanfang oder Konkurrenzveranstaltungen. Wenn beispielsweise das Wacken stattfindet, ist es hier natürlich auch leerer als sonst.“
Ein Problem, mit dem nahezu jeder Metal-Pub zu kämpfen hat. Über Besuchermangel kann sich Predi jedoch selten beklagen. Dennoch möchte man zukünftig noch mehr Leute ins Helvete locken. Demnächst stehen große Veränderungen an. Derzeit wird geplant, einen zweiten Konzertraum zu eröffnen, der nochmal 400 bis 500 Leuten Platz bieten könnte. Dadurch sollen größere Bands ins Helvete gelockt werden.

Große Namen haben allerdings auch schon jetzt den Weg ins Helvete gefunden: Predi konnte schon Bands wie Mayhem, Paul Di‘Anno oder Exciter zu Gigs im Helvete verpflichten. Verbesserungsbedarf sieht er dennoch. Auch eine Pension, die zum Helvete gehören soll, ist in Planung und soll vor allem den häufig anreisenden Niederländern einen Schlafplatz bieten, würde aber natürlich auch die Planung und Organisation von Konzerten und den dazugehörigen Bandunterkünften vereinfachen.

Maden und Eingeweide

Probleme ganz anderer Art gehören mittlerweile zum Alltag: Die Zusammenarbeit mit Musikern und Bands verläuft nicht immer reibungslos. Mayhems Auftritt kam beinahe nicht zustande, da der ursprüngliche Tourpromoter mit der kompletten Gage durchbrannte. Das Helvete rettete den Auftritt in letzter Minute, indem es selbst Flüge, Vans und Unterkunft organisierte, um die Tour nicht platzen zu lassen und das Schlimmste zu verhindern. Dies gelang allerdings nicht im Falle Denial Of God. Als die dänische Black-Metal-Institution vor einigen Jahren im Helvete spielte, schmissen diese während des Gigs mit Eingeweiden und Maden um sich. Als dann auch noch Besucher des Konzertes diese Eingeweide einsammelten, in Tüten einschweißten und selbige dann einen Monat später bei ihrem eigenen Gig im Helvete öffneten und wieder über dem Publikum entleerten, war das Chaos perfekt. „Die Bands danach konnten hier natürlich an dem Abend nicht mehr auftreten. Die Leute haben sich auch sofort verpisst, das hat so gestunken. Über einen Monat hat es trotz durchlaufender Lüftung und Desinfizieren gedauert, bis der Gestank hier raus war. Die haben sogar noch von den anderen Bands auf die Fresse bekommen, aber das ist ja auch klar, wenn du 400 Kilometer fährst, um ein Konzert zu spielen und es dann nicht geht, weil die erste Band mit so etwas herumschmeißt und das auch noch lustig findet.“

Ultima Ratio auf Eis

Predis Wunschliste an Bands, die er gerne einmal auf der Bühne des Helvetes sehen würde, ist trotz solcher Geschichten noch lange nicht abgearbeitet: So würde er immer noch gerne die Belgier Ancient Rites für ein Konzert verpflichten. Diese machen sich derzeit allerdings mehr als rar, sieht man einmal von ihrem Auftritt auf dem zweiten Ultima-Ratio-Festival ab. Das von Predi organisierte Festival liegt derzeit allerdings weiterhin erstmal auf Eis, da durch den großen Pagan-Hype die Preise für die Bands zu stark angestiegen seien. „Das Ultima Ratio war eigentlich ein Fanprojekt, von Fans für Fans. Kostengünstige Preise, Wikingerstripperin, Frei-Met und solche Geschichten und da haben sich auch viele Leute drüber gefreut, aber dann jetzt die Preise zu erhöhen wegen Konkurrenzveranstaltungen, das wollten wir nicht.“ Allerdings stellt Predi ein Helvete-Fest in Aussicht. Ob und wann dies jedoch starten wird, steht noch in den Sternen, zumal die Stadt Oberhausen nicht ganz so begeistert vom Heavy Metal ist, wie der expansionsfreudige Helvete-Chef selber.
Dass sich allerdings auch davon das Helvete-Team nicht abschrecken lassen wird, insbesondere Predi selbst, sollte ohnehin klar sein. Das Helvete ist scheinbar noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Ein Besuch im Helvete macht jedenfalls deutlich: der Slogan „Die Nr. 1 im Pott“, der über dem Eingang prangt, kommt bei weitem nicht mehr so überzogen herüber, wie es ursprünglich der Fall war.

www.helvete.de

Neue Fotostrecke: Menhir in Oberhausen

Oktober 20th, 2010

Vergangenen Freitag spielten Menhir im Oberhausener Helvete. David Dankert war vor Ort. Nachfolgend einige Impressionen des Konzerts. Einen Bericht gibt es in der Ausgabe am 31. Oktober.

Ozzy Osbourne Tickets für 15 Euro

September 9th, 2010

Der Fürst der Dunkelheit Ozzy Osbourne tourt diesen Monat durch Deutschland. Der normale Ticketpreis liegt bei knapp 73 Euro, doch auf Viagogo kann man nun für das Konzert am 16.09. in der König Pilsener Arena in Oberhausen Karten für grandiose 15 Euro ergattern.

Hier gehts zum Link.

Das Angebot gilt nur noch bis Morgen!

Quelle: viagogo.de

Live: Dead Congregation

Mai 3rd, 2010

Pentacle live in Oberhausen

DEAD CONGREGATION
(NECROS CHRISTOS + PENTACLE + CRUCIAMENTUM)

24. April – Oberhausen, Helvete

Text & Fotos: David Dankert

Das Helvete entpuppt sich zunehmend als das Zentrum für extremen Metal in NRW. Fast schon im Wochen-Takt geht es mittlerweile in den Oberhausener Club, zu einem der zahlreichen Underground-Events.

An diesem Abend locken Dead Congregation, Necros Christos und Pentacle bei sommerlichen Wetter in ein stickiges Helvete, das schon beim Opener CRUCIAMENTUM zur frühen Stunde gut gefüllt ist. Die von Grave-Miasma-Leuten gegründete Death-Metal-Truppe aus Großbritannien erwischt trotz schwachem Sound einen guten Start, kann jedoch auf Dauer nicht das Interesse der Zuschauer komplett für sich gewinnen. Zeitweise sind die Gitarren zu knarzig und der Helvet’sche Sound tut sein übriges, sodass nur wenige traurig sind, als sich PENTACLE bereit machen, die Bühne zu entern.

Die Niederländer um Wannes Gubbels geben wie gewohnt von der ersten Sekunde an Vollgas und zeigen mehr als nur Spielfreude. Egal ob neuere Songs wie „Into The Fiery Jaws“ oder Klassiker wie das euphorisch abgefeierte „Black At Heart“: Pentacle und das gut gefüllte Helvete bangen was der Nacken hergibt. Glücklicherweise hat sich der Sound auch im Vergleich zur Vorgänger-Band gebessert, weswegen nur wenige mit Pentacles etwas sperrigerem Death Metal nicht warm werden. Kein Wunder also, dass die Band nach 50 starken Minuten mit einem dicken Applaus verabschiedet wird, ehe kurze Zeit später Necros Christos schon wieder in den Startlöchern stehen.

Mittlerweile ist auch der letzte freie Fleck im Helvete besetzt und so hätten NECROS CHRISTOS eigentlich leichtes Spiel, die Stimmung zum Kochen zu bringen. Allerdings entscheiden sich die Berliner dazu, viele neue bis dato unbekannte Songs zu spielen, weswegen nur langsam Stimmung aufkommt. Als jedoch Klassiker wie „Black Mass Desecration“ oder „Impure Burials Prevail“ gespielt werden, haben Necros Christos die Leute voll auf ihrer Seite, sodass wenigstens zum Ende des Sets die meisten zufrieden sind, als das Quartett die Bühne verlässt.

Es ist schon kurz vor Mitternacht und viele Besucher sind sichtlich durchgeschwitzt und geschafft vom langen Abend, doch nun sind DEAD CONGREGATION an der Reihe. Und wie! Die Griechen holzen los wie die Feuerwehr, kompromissloser Highspeed-Death-Metal der alten Schule zerlegt das Helvete innerhalb weniger Songs in seine Einzelteile. Ohne Erbarmen zeigen die Griechen, wieso sie zurecht beim Lärm-Label Nummer eins, Nuclear War Now! Productions, unter Vertrag stehen und zocken ohne große Ansagen einen brutalen Song nach dem nächsten. Die vordere, noch Energie besitzende Hälfte des Helvetes dreht am Rad, die Haare fliegen wie den ganzen Abend noch nicht, allerdings lichtet sich das Publikum nach und nach, was aber wohl weniger an der Leistung der Band liegt, sondern sich damit erklären lässt, dass die letzten Bahnen, die einen nach Hause bringen, fahren. Dead Congregation stört das wenig. Sie walzen bis zum Ende ihres Sets alles nieder, ehe sowohl Band als auch der Rest des Publikums schweißgebadet das Helvete verlassen und zufrieden nach Hause pilgern.

Live: Barbatos

April 12th, 2010

Live Infernäl Death

BLIZZARD
(+ BARBATOS + INFERNÄL DEATH + CRUEL FORCE)

10. April – Oberhausen, Helveete

Text & Foto: Benjamin Gorr

Trotz stilistischer Konkurrenzveranstaltung finden sich am 10. April doch viele Hardliner zusammen, um sich das Konzert der deutschen Blizzard und dem japanischen Ein-Mann-Projekt Barbatos anzutun. Zuerst gibt es jedoch lokalen Support von Infernäl Death und Cruel Force.

Den Anfang machen INFERNÄL DEATH, pünktlich um kurz nach acht. Zwar sind die Räumlichkeiten im Keller des Helvete noch sehr spärlich besucht, jedoch gibt die Band umso mehr, um dies zu kaschieren und im Laufe des Konzertes gesellen sich auch immer mehr Leute zu den treuen Anhängern, die die Band sowieso abfeiern. Die hasserfüllte Stimme paart sich perfekt mit dem restlichen Sound der Band, welcher wohl auch der beste des Abends ist. Vor allem die groovigen Thrash-Parts gehen super ab. Songs wie „Necrolord“, „Nekroblasphemer“ und „Evil As Fuck“ gehen richtig steil. Verbunden wird die authentische Musik mit den schwarz untermalten Augen und nach gefühlten 10 Minuten, die aber wohl in Echtzeit etwas länger waren, gehen die Jungs mit einer Zugabe von der Bühne, um für CRUEL FORCE Platz zu machen, welche aber etwas weniger Glück haben.

Diese sehr jung aussehenden Typen haben vor allem Pech mit dem Sound und ihren Instrumenten. So muss schon während des ersten Songs abgebrochen werden, weil die Gitarre defekt ist. Schnell ist eine neue besorgt und es geht weiter. Einen Song später muss jedoch wieder abgebrochen werden. Diesmal hört man keinen Gitarrensound, sondern nur ein hässliches Kratzen. Man sieht die Motivation der Band deutlich unter dem Frust leiden. Nervlich geschwächt geht es mit viel zu leiser Gitarre weiter und eigentlich scheint der Gig schon gelaufen zu sein. Jedoch spielen die vier Jungs ihren Trumpf aus und covern Bathorys „Necromancy“, was dann doch riesigen Anklang findet. Die Stimmung wird besser und plötzlich hört man die Gitarre auch wieder. Was die Band dazu veranlasst, noch ein Cover drauf zusetzen: Venoms „Black Metal“. Die Menge tobt. Und jetzt killen auch die eigenen Songs, wie „Leather And Metal“ oder der absolute Hit „Victim Of Hellfire“, welcher wie eine Weiterführung von Hellhammer und Bathory klingt.

Es folgt die zusammengewürfelte Rock-Rotz-Kapelle BLIZZARD, welche Motörhead in einfach (!) und roh (!) spielen. Klar, dass die Jungs damit die stilistischen Außenseiter sind, was das Publikum jedoch nicht stört. Es ist inzwischen prall gefüllt und die Band um Atze und Balor (Morrigan) spielt ihre Songs wie „Booze Blues“, „No Alcohol Until Metal“ und „Tank Commander“. Im Gegensatz zu den Jungspunden zuvor wirken diese älteren Herren aber eher eingerostet und inklusive dem schlechten Sound, bei dem man fast nur Bass und Drums hört, wirkt die ganze Geschichte sehr monoton.

Monotonie gibt es bei BARBATOS eigentlich nicht. Die Band, die nur aus einem kleinen Japaner plus Gastmusiker besteht, rockt zum Abschluss richtig los. Ein grooviger Song folgt auf den nächsten und dazu gibt es eine Black-Metal-Stimme vom Feinsten, wodurch das Publikum völlig ausrastet. Andauernd rennen Leute auf die Bühne und springen wild runter und ein tobender Moshpit entsteht. Zwar versteht man kein einziges Wort, aber darum geht es hier nicht. Der kleine Japaner rennt umher und gibt alles, um die Leute richtig fertig nach Hause gehen zu lassen. Absolutes Highlight ist „Rocking Metal Motherfucker“. So muss punkiger Black Metal klingen.

Live: Forgotten Tomb

April 12th, 2010

Forgotten Tomb live in Oberhausen

FORGOTTEN TOMB
(+ NOCTURNAL DEPRESSION)

9. April – Oberhausen, Helvete

Text & Fotos: Dorian Gorr

In Folge des Auftritts beim „Kings Of Black Metal“-Festivals spielen Forgotten Tomb einen Tag zuvor im Oberhausener Helvete zusammen mit Nocturnal Depression.
Zwar passen NOCTURNAL DEPRESSION genau ins Programm des Abends, allerdings können die Franzosen aufgrund der doch zu langgezogenen und abwechslungsarmen Songs nicht durchweg überzeugen. Ein paar Fans „feiern“ die Band trotzdem ab, sofern man bei Depressive-Black-Metal von feiern sprechen kann.

Gegen halb elf entern dann auch FORGOTTEN TOMB die Bühne im gerade mal halbgefüllten Helvete. Mit für diesen Club ungewöhnlich gutem Sound und einer starken Querbeet-Setlist bieten die Italiener von Anfang an eine fesselnde und überzeugende Show. Gerade Songs wie „Solitude Ways“ oder „Negative Megalomania“ werden großartig dargeboten und vom Publikum nahezu euphorisch aufgenommen. Als nach etwas mehr als einer Stunde die Italiener mit ihrem regulären Set fertig sind, wird zum Abschluss noch ein Blackflag-Cover drangehängt. Zwar passt das mit nur einer Gitarre gespielte Cover nicht wirklich in die Setlist von Forgotten Tomb, trotzdem wird der Gesamteindruck keineswegs durch diesen Song getrübt. Unterm Strich also ein klasse Gig der italienischen Depressions-Meister.

Live – Steelpreacher

März 7th, 2010

Live-Bericht Steelpreacher Oberhausen

STEELPREACHER
(+ FATAL EMBRACE + METALHEAD + ERAZOR)

12. Dezember – Oberhausen, Helvete

Text & Fotos: Dorian Gorr & Benjamin Gorr

Die Preacher sind zurück: Deutschlands vielleicht kultigste und aus irgendeinem Grund noch nicht unter Vertrag stehende Heavy-Metal-Band hat es zwischen ihren privaten Bitburger-Exzessen einrichten können, sich Mitte Dezember in Oberhausen einzufinden, um ein extralanges Set zu absolvieren.

Vorher starten jedoch die schwarzen Lokal-Thrasher ERAZOR, die mit ihrem Auftritt die Spannung auf ihr in Kürze erscheinendes Album erhöhen.

Anschließend dürfen METALHEAD ran, die sich mit Haut und Haar dem Heavy Metal der klassischen Schule verschrieben haben. Der Sound spielt dem Quintett zwar hier und da einen Streich, aber nachdem sich das erste Battallion Fans in Richtung Kneipe verabschiedet, gewinnen Metalhead noch einmal an Fahrt. Die Quietsche-Stimme von Sänger Stefan ist jedoch nach wie vor auf Dauer sehr anstrengend.

Nicht weniger Old-School, aber eine ganze Ecke härter schreiten FATAL EMBRACE zu Werke. Die Berliner haben sich in Kutten und jede Menge Nieten gehüllt und geben vor allem mit den Songs des aktuellsten Albums „Dark Pounding Steel“ Vollgas. Für kurzweilige Nackenwirbel-Action scheinen die Songs auch geeignet, auf Dauer fehlt hier jedoch jeder Funken einer eigenen Idee.

Keine Ahnung, ob die Musik der STEELPREACHER als „neu“ oder „ideenreich“ bezeichnet werden darf, aber Fakt ist, dass die Koblenzer mehr Charakter haben, als alle ihre Mitstreiter. Die drei Kuttenträger veranstalten auf der kleinen Helvete-Bühne eine unglaubliche Privatparty, bei der nicht nur jede Menge Bier in die Bandmünder gekippt wird, sondern auch die Fans den ein oder anderen Schluck abbekommen. Und Lust auf Bier kriegt man in der Tat, sobald das Trio in einen x-beliebigen Song einsteigt. Partyhymnen wie „Hammered And Down“, „Hell Bent For Beer“, „Drinking With The Devil“, „Drunk On Arrival“ oder „Start Raising Hell“ sind einfach der perfekte Soundtrack, um sich die Kante zu geben. Wer für so viel Laune im Club sorgt, dem verzeiht man auch glatt, wenn nicht jedes Solo perfekt sitzt oder hier und da die Verstärker kratzen. Dass die Band heute eine der längsten Shows in ihrer jungen Karriere spielt, merkt man ihr leider gegen Ende des Sets an. Die Stimme von Preacher hat während des Gigs nur während weniger Songs eine Pause (beispielsweise bei dem genialen „Bitchcraft“) machen dürfen, sodass am Ende nicht mehr viel Power durch die Wand aus Gitarre, Bass und Schlagzeug dringt. Für den Abschluss ist das jedoch gar nicht schlimm, AC/DCs „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ kennt ohnehin jeder Anwesende auswendig, weswegen hier die Fans das Singen übernehmen. Unterm Strich bleibt ein authentischer, ehrlicher und stimmungsvoller Gig. Kommt bald wieder, liebe Stahlprediger!