Posts Tagged ‘Overkill’

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 17. April 2012

April 17th, 2012

Interview mit Peter Tägtgren (Pain)1. Pain auf  Tour

Peter Tägtrens Industrial-Metal-Band Pain ist diesen Herbst auf großer Europatournee. Mit auf der Into Darkness Tour 2012 sind : Moonspell, Swallow The Sun, Lake Of Tears.

2. Before The Dawn veröffentlichen Video-Clip

Die finnischen Dark-Melodic-Death-Metaller Before The Dawn präsentieren ihren Videoclip zum Song “Pitch-Black Universe”, der ihrem anstehenden, siebenten Studioalbum, “Rise Of The Phoenix”, das am 27. April 2012 via Nuclear Blast veröffentlicht wird, entnommen ist.

3. Overkill entern die Charts

Die US-Legenden Overkill sind mit ihrer neuesten Thrash-Bombe „The Electric Age“ in die Charts eingefallen.

Deutschland: #34
Schweiz: #62
Österreich: #73

4. Kataklysm veröffentlichen Trailer zur neuen DVD

Die kanadischen Death Metaller Kataklysm werden diesen Sommer zum 20-jährigen Bandjubiläum eine DVD mit dem Titel “The Iron Will: 20 Years Determined” via Nuclear Blast veröffentlichen. Der Output enthält neben einer Dokumentation, welche die turbulente Karriere der Band mit allen Höhen und Tiefen aufzeigen wird, auch Aufnahmen der letztjährigen Summer Breeze Show in Dinkelsbühl.

5. Six Feet Under: Musikalischer Vorgeschmack

Guitar World hostet die exklusive Premiere von “18 Days”, der zweiten Single aus dem neuen Six-Feet-Under-Album “Undead”. In Europa erscheint die Scheibe am 18./21. Mai auf Metal Blade Records.

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 29. Februar 2012

Februar 29th, 2012

Interview mit Barney Greenway von Napalm Death1. Napalm Death veröffentlichen Video-Clip

Napalm Death haben einen neuen Video-Clip zu “Analysis Paralysis” veröffentlich.

2. Overkill bieten Appetizer an

Overkill haben ihren brandneuen Song “Electric Rattlesnake” in voller Länge zur Verfügung gestellt.

3. Mnemic präsentieren Studio-Report

Mnemic haben sich gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Tue Madsen in die Antfarm Studios im dänischen Aabyhøj begeben, um ihr fünftes, bis dato unbetiteltes Studioalbum einzuspielen.

4. Paradise Lost präsentieren Teil 2 des Studio-Reports

Paradise Lost haben inzwischen den zweiten Teil ihres Studio-Reports veröffentlicht, welcher hinter die Kulissen der Arbeiten an ihrem kommenden Album “Tragic Idol” blicken lässt.

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 22. Februar 2012

Februar 22nd, 2012

Interview mit Axel Rudi Pell1. Axel Rudi Pell: Neues Album und Tour-Daten

Nach dreiundzwanzig Jahren sind die Herren um Axel Rudi Pell noch lange nicht müde und bringen zum 23.03.2012 ihr neues Album, namens “Circle Of Oath” heraus.

2. 3 Inches Of Blood präsentieren neuen Song

Jetzt kann man den ersten Song aus dem neuen “Long Live Heavy Metal”-Album anhören. “Dark Messenger” ist eins von insgesamt zwölf Liedern und erscheint am 23.03.2012 im Handel.

3. The Black Dahlia Murder präsentieren neuen Clip

Jetzt gibt es das Video zu “Moonlight Equilibrium” der Band The Black Daliah Murder zu sehen.

4. Overkill präsentieren zweiten Studio-Report

Hier gibt den zweiten Teil einer Serie von Studio-Reports zu den Aufnahmen des neuen Overkill-Albums, “The Electric Age”, das am 30. März 2012 via Nuclear Blast Records erscheinen wird.

5. Dark Tranquillity präsentieren neuen Video-Clip

Dark Tranquillity haben das mittlerweile fünfte Video aus ihrem immer noch aktuellen Album, “We Are The Void”, ausgekoppelt, das bereits Anfang 2012 erschienen ist.

Feuer frei: Die Metalnews des Tages – 24. Januar 2012

Januar 24th, 2012

1. Iced Earth feiern Video-Premiere

Das neue Musikvideo zum Song “Anthem”, das während des europäischen Teils der Iced Earth Welttournee in Köln gedreht wurde, feiert heute Premiere.

2. Running Wild liefern Details zum Comeback-Album

Running Wild haben die Tracklist zum Comeback-Album “Shadowmaker” verraten:

1.  Piece Of The Action
2.  Riding On The Tide
3.  I Am Who I Am
4.  Black Shadow
5.  Locomotive
6.  Me & The Boys
7.  Shadowmaker
8.  Sailing Fire
9.  Into The Black
10.  Dracula 

Der Silberling wird in Deutschland am 20.04.2012 über SPV/Steamhammer erhältlich sein.

Die limitierte Erstauflage im Jewelcase mit silbernem Druck kommt inklusive einer 40-minütigen Bonus-DVD mit einem Making-of und einem Track By Track-Kommentar von Rock’n'Rolf. Das Werk erscheint auch als Double Gatefold LP in durchsichtigem Vinyl mit bedrucktem Einlegeblatt.

3.  Graveworm: Das Bandkarussel dreht sich

Gründungsmitglied und Gitarrist Stefan Unterpertinger kehrt nach fast zehn Jahren wieder in die Band zurück. Stefan übernimmt den Part des aus persönlichen Gründen ausgestiegenen Thomas Orgler an der Gitarre. Ebenfalls aus persönlichen Gründen ausgestiegen ist Keyboarderin Sabine Mair.

4. Lamb Of Gods neues Album im Stream

Lamb Of God haben ihr aktuelles Werk “Resolution” im Stream verfügbar gestellt. Das Werk, das im Hause Roadrunner Records erscheint, ist seit heute im Handel erhältlich.

5. Overkills nächster Streich kommt im März

Still und leise haben die aus New Jersey stammenden Thrasher Overkill an ihrem neuen Album gearbeitet. “The Electric Age” wurde abermals in den Gain Studios von Overkill-Bassist D.D. Verni aufgenommen und wird am 3. März via Nuclear Blast veröffentlicht.

 

Festival-Bericht: Dong Open Air 2011 – “Die Macht der Veränderung”

August 1st, 2011

Iced Earth auf dem Dong Open Air 2011

Die Macht der Veränderung

Es ist ein Jahr des Ausprobierens für das DONG OPEN AIR: größere Bands, teurerer Ticketpreis, größere Bühne und ein Tag mehr. Im Gästebuch auf der offiziellen Webseite wurden bei so viel Veränderung nicht nur positive Stimmen laut. Viele befürchteten, dass das Dong Open Air seinen Charakter verlieren würde. Zu Unrecht? METAL MIRROR war vor Ort.

Text: Dorian Gorr & Jenny Bombeck
Fotos: Dorian Gorr

Donnerstag, 14. Juli
Dass sich das Dong in den vergangenen Jahren verändert hat, wird einem spätestens bewusst, wenn man sich auf dem asphaltierten Weg befindet, der den Dongberg hochführt. Vor einigen Jahren lag hier noch Schotter und Kies. Doch sonst ist die Atmosphäre nach wie vor intakt. Die fleißigen Besucher schwitzen, während sie mit Bollerwagen und Riesenrucksäcken versuchen, den Berg zu bezwingen. Die gemütlicheren fahren mit dem Shuttle-Bus. An der Bergspitze angekommen ist alles wie immer: Festivalstimmung. Ein Dixiklo begrüßt einen umgekippt (war das Mutter Natur oder übereifrige Besucher?), vor einem liegt eine Campingfläche voll von grölenden Besuchern und bunten Zelten. Das Klirren aneinanderschlagender Bierflaschen und der Durcheinander-Mix hunderter CD-Anlagen sind der Soundtrack in dieser Atmosphäre. Am Rande: das große Partyzelt. Wirkt von außen allerdings nicht größer als in den Jahren davor. Überraschend ist: Trotz dem Genöle vieler, man würde nicht am Donnerstag anreisen können, ist der Dongberg bereits proppevoll.

Vor wirklich vielen Nasen spielen die beiden Opener, Crosshead und Shraphead, jedoch trotzdem nicht. Dabei ist das vor allem bei Crosshead schade, denn der groovige Thrash aus der Nachbarstadt Krefeld wirkt erstaunlich frisch. Die modernere Ausrichtung des Festivals verkörpern anschließend Bloodwork. Dass die Band sich mittlerweile auf den Festivalbühnen zuhause fühlt, lässt die routinierte, wenn auch musikalisch unspektakuläre Performance erahnen. Im Zelt ist es zu dem Zeitpunkt aber so oder so ziemlich voll. Draußen tobt nämlich das Unwetter. Zelte fliegen davon, Pavillons werden auseinander gerissen und der Regen prasselt einem seitlich ins Gesicht. Festivalbesucher hüpfen in Regencapes über Pfützen und versuchen sich ins Trockene zu retten. Und dafür ist das Zelt die beste Adresse. Zumal mit MOTORJESUS die erste Band auf der Bühne steht, die ausnahmslos zu punkten vermag. Die Heavy-Rocker aus dem nahen Mönchengladbach sind seit Jahren Stammgäste auf dem Dong Open Air und haben entsprechend leichtes Spiel. Songs wie „Return Of The Demon“ oder „Legion Of Rock“ haben Ohrwurmpotenzial genug, um das Publikum vor der Bühne mitzureißen. Rampensau Birx ist zwar stimmlich nicht in jedem einzelnen Moment auf der Höhe. Dem Partyfaktor des Auftritts schadet das jedoch nicht.

Nach dem Heimspiel können Evile eigentlich nicht mehr gewinnen. Der britische Thrash wird zwar ambitioniert und mit genügend Old-School-Attitüde vorgetragen, scheitert aber letztlich daran, dass er die entfachte Partystimmung nicht ausreichend bedient. Obendrein sind die Besucher durchnässt und frieren.

Freitag, 15. Juli
Am nächsten Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus. Die Sonne strahlt. Der Matsch an den Schuhen trocknet und bildet harte Schutzkrusten. Und der Bierdurst ist zurück. Als Harasai zum Melo-Death-Angriff blasen, sitzen manche bereits beim ersten Bier, für manche ist es aber auch das letzte, bevor man sich ins Zelt verkriecht, um auszunüchtern. Viel Action geht vor der Bühne jedenfalls nicht. Ob es am modernen Sound liegt oder ob die Leute einfach noch zu müde sind, keine Ahnung. Trotz Anfeuerung des Sängers bleiben die Reaktionen jedenfalls verhalten.

Auf der Suche nach dem Publikumsgeschmack versagen auch Past M.D. Mittagshitze und theatralischer Melodic Rock – irgendwie geht das nicht zusammen. Und auch Ichor können wenig reißen. Aggressiver Doppelgesang und Blastbeats in allen Ehren, aber wenn man diese Genreklischees so einseitig bedient, darf man sich über die entstehende Langeweile im Publikum nicht wundern.

Contradiction sind die erste Band des Tages, die einen zumindest musikalisch mit auf große Fahrt nehmen. Zwar durchaus altbacken, aber eben mit der notwendigen Portion Originalität gesegnet, feuern die Wuppertaler ihr Old-School-Thrash-Brett ab. Richtig viel Zuspruch erntet die Band dabei aber komischerweise nicht. Es bleibt die Ahnung, dass hier sehr viel mehr drin gewesen wäre. Vielleicht hätte man die Band später am Abend spielen lassen sollen. Scheinbar fehlt Contradiction der nötige Partyfaktor. Das eingängige, tanzbare Element. Das liefern nämlich kurze Zeit später Vogelfrey. Die aus Hamburg kommenden Folk-Metaller bedienen zwar überaus oberflächlich alle Mittelalter-Plattitüden, stoßen damit aber auf Begeisterung beim Publikum. Ist ja auch klar: Zu den Songs der Marke Schandmaul und Letzte Instanz lässt sich wunderbar bechern.

Diese These sieht sich beim Auftritt von Virgin Snatch schnell bestätigt: der Thrash Metal, den die polnische Band mit Urgewalt herauskloppt, ist überaus amtlich und druckvoll, findet aber bei kaum Besuchern wirkliches Gefallen. Null Eingängigkeit, nur das volle Brett, in der Nachmittagssonne können die Jungs damit nur verlieren.

Eine Schnittstelle zwischen musikalischer Ernsthaftigkeit und eingängigen Folk-Parts versuchen Balfor aus der Ukraine zu schaffen. Und auch wenn es in diesem Genrewust aus Black und Pagan Metal etliche Bands gibt, die das um Längen besser machen, laufen Balfor nicht völlig auf. An den schüchternen Ansagen sollte die Band jedoch zukünftig arbeiten.

Genügend Selbstbewusstsein strahlen Artas hingegen aus. Die Thrasher aus Österreich kommen erstaunlicherweise besser an als Virgin Snatch und Contradiction zuvor. Über die Gründe kann man nur spekulieren, denn musikalisch sind sie zumindest Contradiction weit unterlegen. Aber: Artas strahlen jugendliche Frische, hohe Energie und eine moderne Herangehensweise an das Genre aus. Was manch einen Kuttenträger nur den Kopf schütteln lässt, kommt vor allem bei aufgeschlossenen Moderne-Liebhabern gut an.

Dass man nicht modern sein muss, nur weil man jung ist, stellen Hackneyed unter Beweis. Die Jungspunde werden oft als Hype verschrien, von ergrauten Death-Metal-Fans belächelt und von ihren älteren Konkurrenten verflucht. All das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass Hackneyed live eine Macht sind. Zumindest heute. Wie ein Automatismus legt sich ein Schalter um, als die Jungs und das Mädel die Bühne betreten. Ob das alles noch ehrliche Emotion, ehrlicher Hunger und ehrliche Energie ist, die man da sieht, darüber mag man in so einem Moment gar nicht nachdenken. Die Songs fetzen, die Band wirbelt über die Bühne, von so viel Frische dürfen sich die Lästermäuler eine dicke Scheibe abschneiden.

Allerdings müssen sich auch Hackneyed dem Headliner geschlagen geben. Iced Earth mischen in diesem Sommer die Festivalsaison auf. Ein letztes Mal, könnte man vermuten. Denn ohne Matt Barlow hat diese Band verloren. Auch ohne seine lange Matte ist er pures Charisma. Sein Schwager und Iced-Earth-Chef Jon Schaffer sorgt parallel für die nötigen Rockstar-Posen. Kein Wunder, dass das Zelt aus allen Nähten platzt und die Besucher durchzudrehen scheinen. Die Stimmung ist von Sekunde eins an unschlagbar, die Setlist ein Traum für alle Fans: „Melancholy“, „Watching Over Me“, „I Died For You“, „Vengeance Is Mine“ und zum Abschluss „Iced Earth“ – ein absoluter Traum, der die Messlatte für die Headliner im nächsten Jahr sehr hoch hängt. Ob Overkill das am nächsten Tag schlagen können?

Samstag, 16. Juli
Bis man eine Antwort auf diese Frage bekommt, dauert es noch einige Stunden, die man mit guten und weniger guten Bands verbringen kann. Zur letzteren Kategorie gehören Shellycoat, die den letzten Dongtag eröffnen und als Punk-Band angekündigt werden. Wer an Bad Religion, NofX, Wizo, die Sex Pistols oder Exploited dachte und sich deswegen zu früher Stunde aus dem Zelt gequält hat, macht nach dem ersten Song schleunigst wieder Kehrt. Weichgespülter Rock, weibliche Plastikstimme, angepasste Songs – mit Punk hat das kaum Schnittmenge. Die anschließenden Symbolic halten immerhin, was sie versprechen: Melo-Death mit einer Menge Growls und leichtem Thrash-Einschlag. Wirklich spannend wird die Musik dadurch aber nicht. Die Riege belangloser Bands wird mit Red Circuit fortgesetzt. Die Power-Metaller sind hochmotiviert, treffen aber zu nullkommanull Prozent den Geschmack des Publikums. Wie schon am Vortag Past M.D. ist das hier zu versteift und theatralisch, um wirklich jemanden ins Zelt zu bewegen.

Die erste Band, die zu begeistern weiß, ist Canopy. Die britischen Melo-Deather greifen nicht ganz so tief in die Klischeekiste, haben einen sehr druckvollen Sound gepachtet und genügend Spannweite von eingängig bis frickelig, um irgendwie anders zu sein als die Vielzahl an Melo-Death-Bands, die man hier und woanders sieht.

Die größte Überraschung des Tages sind jedoch Vulture Industries. Und es ist bezeichnend, dass es wieder eine experimentierfreudige Truppe ist, die solch eine Begeisterung hervorrufen kann. Die Norweger gehen ihren Black Metal überaus avantgardistisch an, streuen sehr progressive Parts ebenso ein wie den direkten Black-Metal-Knüppel. Was sonst auf Festivalbühnen regelmäßig versagt, entpuppt sich hier als Überraschungshit und sorgt für einen regelrechten Ansturm auf den Merchandise-Stand, wo nach kurzer Zeit alle mitgebrachten CDs vergriffen sind. Das Wetter (erneut strömender Regen und starker Wind) mag den Norwegern übrigens zusätzlich in die Karten gespielt haben.

Mit charakterstarkem Death Metal geht es weiter. The Rotted sehen zwar ziemlich groggy aus, als sie auf der Bühne stehen, lassen aber dennoch ein Brett vom Stapel, das an Dynamik und Tempo mit der gestrigen Hackneyed-Show mithalten kann. So viel Begeisterung wie Vulture Industries lösen die Prügelfetischisten aber nicht aus. Dass Gitarrist Tim trotz ernsthafter Handverletzung übertrieben schnell und weitgehend tight spielt, nötigt zusätzlichen Respekt ab.

Orden Ogan sind die Partyband des Tages. Eine Power-Metal-Band, die mit Eingängigkeit und tanzbaren Songs, wie „We Are Pirates“, zum Tanzen einlädt. Die ständigen Blind-Guardian-Vergleiche wirken zwar wie aus der Luft gegriffen, aber tatsächlich schaffen Orden Ogan es, musikalische Qualität mit flacher Unterhaltung zu kombinieren, wenn auch mit einer etwas zu selbstverliebten Attitüde.

In eine ganz andere Richtung schießen Dew-Scented. Leif Jensen und seine Thrash-Kollegen haben mittlerweile auf so ziemlich allen Brettern Deutschlands gespielt, klar dass da das Dong Open Air nicht fehlen darf. Auf anderen Festivals hat man zwar schon mehr Zuspruch auf Songs wie „Cities Of The Dead“ gesehen, ein ordentliches Aufwärmprogramm für die beiden nachfolgenden Bands ist das aber in jedem Fall. Zumal es so leichter fällt, sich mit den doch noch weitaus brutaleren Hatesphere anzufreunden. Die dänische Brutalo-Kapelle, einst optimistisch als die nächsten Slayer gehandelt, fordert Action und kriegt Action. Den Songs geht zwar immer wieder der Charakter und die Individualität verloren, aber wer sich einfach mal herrlich simpel die Rübe abschrauben möchte, wird mit den Stakkato-Beats, der wütenden Aura und dem Death-Thrash-Tornado bestens bedient.

Und dann sind wir auch schon an dem Punkt angekommen, an dem die alles entscheidende Frage beantwortet werden kann: Können Overkill den phänomenalen Auftritt von Iced Earth noch einmal toppen? Natürlich können sie. Bobby Blitz ist der einzige Mensch auf dem Festival, der noch charismatischer ist als Matt Barlow. Die Energie, die die New-York-Thrasher entfesseln, ist verboten gut. Bobby posiert, geht theatralisch mit, singt so unverkennbar grandios, dass das ganze Zelt einem Kollektivausraster verfällt. „Hello From The Gutter“, „Rotten To The Core“, das partytaugliche „Old School“, die Metalhymne „In Union We Stand“ – Overkill decken mühelos alle wichtigen Geschmäcker des Heavy Metals ab und spielen sich um Kopf und Kragen. Als es nach anderthalb Stunden Thrash Metal der Güteklasse A heißt „We don‘t care, what you say. Fuck You!“ taumeln die Thrash-Fans freudetrunken aus dem Partyzelt. Da stört selbst Matsch und Regen nicht. Heute Nacht schläft man mit einem Lächeln auf den Lippen und der Gewissheit, den bisher besten Headliner-Auftritt auf dem Dong Open Air gesehen zu haben. Ja, es hat sich verändert, das kleine Festival in Neukirchen-Vluynn. Aber nicht zum Schlechten. Veränderung ist gut, solange Auftritte wie die von Iced Earth und Overkill dabei herauskommen. Wird das im nächsten Jahr nochmal zu toppen sein?

Nicht verpassen: METAL MIRROR #56

Festival-Bericht: RockHard Festival 2011

Juni 27th, 2011

Triptykon live RockHard

Das Theater rockt hart

Aus dem Ruhrpott ist es genau so wenig wegzudenken wie Frittenbuden, Adiletten und Fußball: Im neunten Jahr ist das RockHard Festival abermals ausverkauft. Mit seiner zunehmend klassischen Ausrichtung zieht das Festival 7500 Besucher ins Gelsenkirchener Amphitheater. METAL MIRROR war vor Ort, berichtet von allen Bands und führte obendrein ein Interview mit Chef-Veranstalter Götz Kühnemund.

Tag 1, Freitag, 10. Juni
Alle Jahre wieder rockt das RockHard-Festival. Und jeder Festival-Anfang ist schwer und eine große Ehre für denjenigen, der eröffnen und die headbangwütige Meute das erste Mal zum musikalischen Buffet bitten darf. Diese Ehre wird dieses Jahr CONTRADICTION zuteil, die mit ihrem Oldschool-Thrash einen mehr als guten Job vollbringen. Mit Songs wie „Voice Of Hatred“, „Warchitect“, „Demon“ oder dem saftigen Abschluss „Nation Of Fear“ sind Amphitheatristen direkt richtig gepolt und knallhart eingestimmt.

Damit dem Publikum aber nicht gleich bei der zweiten Band die Puste ausgeht, bringen die chilenischen Doom-Metallisten PROCESSION eine direkte Entschleunigung ins Programm. Mit „Raven Of Disease“ oder „Chants Of The Nameless“ färben die Südamerikaner die Atmosphäre genauso düster wie den Himmel. Einher mit dem Auftritt geht nämlich eine kontinuierliche Verdunklung. Passend dazu ruft der Fronter dazu auf, sich bei dieser Atmosphäre auf keinen Fall Primordial entgehen zu lassen.

Mit dem Regeneinbruch rücken die Massen nun näher vor die überdachte Bühne und den nächsten Auftritt der Berliner Death-Thrasher POSTMORTEM. Von Götz noch einmal als deutsche Antwort auf Slayer betitelt, stehen die Jungs dann auch schon auf den Brettern. Solide rocken sie „Give Us Hate“, „Lobotomy“, „The Way Of The Knife“, „Der Totmacher“, „Hate, Kill, Destroy“ oder „Revolution“ runter. Leider springt der Funke nicht wirklich zum Publikum über. Das liegt zum einen an der niederprasselnde Feuchtigkeit, die fast das ganze Amphitheater leer gefegt hat und zum anderen daran, dass die meisten Leute im Bereich vor der Bühne eher nur Unterschlupf unter dem Dach suchen als Postmortem sehen wollen.

PRIMORDIAL stellen sich anschließend der schwierigen Aufgabe, ihre komplexen Songs auch am hellen Nachmittag so darzubieten, dass diese an Intensität und Atmosphäre nichts einbüßen. Für jede andere Band wäre das ein Problem, für Alan „Nemtheanga“ Averill ist das hingegen ein Kinderspiel. Blutüberströmt und mit irrem Blick zeigt einer der derzeit weltbesten Fronter, was es heißt, ein Publikum für sich einzunehmen. Mit theatralischer Gestik, grandiosem Gesang und einer Reihe geiler Songs (auch wenn das ein oder andere Highlight mangels Zeit fehlt) stellen Primordial klar, wer Chef im Ring ist. Einziges Manko: Der Soundmischer kommt mit der Band nicht zurecht und verpasst denen teils einen zu wummernden, matschigen Bass-Sound.

ENSLAVED haben es auf Festivals ebenfalls nicht leicht. Ihre stimmungsgeladenen und komplexen Songs sind nicht gerade für die Freiluftsaison prädestiniert. Dennoch geben Ivar und Grutle alles auf der Bühne, um das Trüppchen davor zu unterhalten. Den Anfang macht das geniale „Ethica Odini“ vom aktuellen Album, das selbst ein paar Headbanger auf den Treppen dazu bewegt, ihre Nackenmuskeln zu beanspruchen. Es ist schade, dass die einzigartige Atmosphäre der Alben nicht komplett auf die Bühne übertragen werden kann. Dennoch mindert das keineswegs die Qualität des Auftritts und vor allem der Songs. „Ruun“ ist zwar nicht partytauglich, aber immer noch wunderschön anzuhören.
Als erster Headliner stehen TRIPTYKON bereit. Quasi als Versöhnungsgeste für die in der Vergangenheit abgesagten Celtic-Frost-Auftritte. Trotz Wolkenbruch und klitschnassem Amphitheater präsentieren Tom G. Warrior und seine Band einen unvergesslichen Auftritt, bei dem nicht nur fast das gesamte Debütalbum „Eparistera Daimones“ gespielt wird, sondern man neben zwei Celtic-Frost-Covern auch noch drei unsterbliche Hellhammer-Songs zu hören bekommt – ein Ausnahme-Set, das man laut dem Bandchef so nie wieder hören wird. Schade ist nur, dass „Into Crypts Of Rays“ ausbleibt.

Tag 2, Samstag, 11. Juni
Das Schweizer Sextett DREAMSHADE eröffnet mit einer geballten Ladung Melo-Death den zweiten Tag. Auch wenn dieses Genre in den letzten Jahren sehr inflationär zum Vorschein kam, bieten die jungen Schweizer den Fans dennoch einen routinierten Auftritt. Nur Fronter Iko zerbrüllt gerne den ein oder anderen melodischen Gitarrenpart, wodurch eher der Eindruck einer 08/15-Hardcore-Band entsteht.

Viele erhofften sich Kind Diamond auf dem diesjährigen RockHard Festival. Dass der King wegen Herzproblemen nicht kommen konnte, ist schade, aber war nicht zu vermeiden. IN SOLITUDE sind jedoch für Fans des Genres ein kleines Trostpflaster. Von Fenriz hochgelobt und mit etlichen Mercyful-Fate-Zitaten gespickt, legt die Band einen soliden Auftritt hin, dem aber noch ein bisschen die Hits fehlen.

Bei DISBELIEF gibt es Death-Metal-Extravaganz. Sänger und einzig verbliebenes Gründungsmitglied Karsten Jäger brüllt, singt und verleiht dem Live-Auftritt die nötige Flexibilität. Manch ein Song wirkt aber eher zäh und manchmal wirkt die Band zu routiniert – nach 20 Jahren Bandgeschichte ist das entschuldbar. Immerhin geht in den vorderen Reihen viel Party.

EPICA sind im Gegensatz dazu die musikalischen Exoten auf dem Festival – was schon alleine deswegen ironisch ist, weil diese Band außerhalb des RockHard-Festival-Universums natürlich weit mehr Anerkennung genießt als unter den Kutte tragenden Old-School-Fans, die schon freudig Bullet erwarten. In diesem Spannungsfeld können Epica nur verlieren. Tun sie auch. Elsengejammer, ab und an eingeworfene „harsh vocals“, den meisten geht dieser Mix am Allerwertesten vorbei. Auf dem RockHard Festival hat diese Band schlichtweg nichts verloren. Schon aus reinem Eigennutz nicht.

BULLET gehören hingegen zum erweiterten Inventar. Bereits zum dritten Mal stolpert der wuschelige Fleischklopps Hell Hofer auf unverkennbare Weise auf die Bühne und zelebriert mit seinen Jungs (alle stilecht im Achtziger-Look) eine Classic-Metal-Orgie, die beim dritten Gastspiel der Band zwar nicht mehr überrascht, aber durchweg Freude bereitet. Die Matten werden geschüttelt, die Spandex-Hosen gedehnt und die Teufelshörner gen Himmel gereckt. Bullet nutzen sich nicht ab und sind gerne auch im nächsten Jahr willkommen.

MORGOTH sind wieder da – und tödlich wie eh und je. Die gute Portion Death Metal darf ja auch auf dem RockHard nicht fehlen. Mit mehreren Perlen ihres Prunkstückes „Cursed“ wird so dann auch der Zuschauer todesmetallisch verwöhnt. „Body Count“, „Isolated“ oder „Cursed“ sind nur einige Auszüge. Die Stimmung ist generell wohl zwiegespalten ob dieser weiteren Reunion, doch machen die Sauerländer ihren Job am heutigen Tage gut.

Einer der intimen Headliner und melancholischen Höhepunkte des RockHard sind AMORPHIS. Nach der Veröffentlichung ihres nächsten Hit-Albums „The Beginning Of Times“ kommt man nun auch live in den Genuss der neusten Werke. Bevor auch nur einer der Finnen zu entdecken ist, erzeugt schon die Melodie des Übersongs vom neuen Album „Battle Of Light“ für Gänsehaut. „My Enemy“, „Sky Is Mine“, „You I Need“, „Three Words“, „Silver Bride“, „Crack In A Stone“, „The Castaway“ und „House Of Sleep“ machen dann das Übrige. Als Outro und Bruch zur durchweg zum Wetterszenario passenden Atmosphäre bringt die Polkaversion von „House Of Sleep“ der Finnen Eläkeläiset die allumfassende Freude auf die meisten Gesichter.

ICED EARTH sind mit Matt Barlow auf Abschiedstournee. Dieses Mal wird es definitiv kein „Auf Wiedersehen“ mit dem sympathischen Sänger geben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Herren aus Florida nochmal all ihre Energie in ihre Songs legen, um dem RockHard-Publikum ein einmaliges Erlebnis zu bereiten. Herr Barlow ist stimmlich bestens aufgelegt und singt sich oft bis in die höchsten Tonlagen, ohne dabei so quietschig wie einst Tim Owens zu klingen. Besonders die traurig-starken Balladen wie „Watching Over Me“ oder „Melancholy“ machen den Abschied schwer. Aber auch Matt wird es durch die minutenlangen Sprechchöre, die lautstark seinen Namen ertönen lassen, nicht anders ergehen. Iced Earth legen einen perfekten Headliner-Gig ab.

Tag 3, Sonntag, 12. Juni
Scheiß auf Müdigkeit! Den dritten Festivaltag zu eröffnen, mag eine besondere Herausforderung sein, VANDERBUYST tun dies aber mit so einer unfassbar aufbrausenden Energie, dass man von der ersten Sekunde an Feuer und Flamme für die Band ist. Siebziger-Rock wird hier mit so viel Stage-Athletik präsentiert, dass einem die Spucke wegbleibt. Den Augenringen von Gitarrist Willem Verbuyst nach zu urteilen, war die Band zwar selbst nicht im Bett, dem Energiepegel tut das jedoch nicht schlecht. Willem spielt hinter dem Kopf Gitarre, posiert, haut Solos raus – einen besseren Opener kann man sich nicht wünschen.

ENFORCER haben danach eindeutig einen schweren Stand, vor allem da der zweite Gitarrist zu fehlen scheint und Sänger Olaf demnach zur Klampfe greift und weniger Energie ausstrahlt. Die Bühnenperformance wird dadurch statischer, der Auftritt verliert an Power. Und auch musikalisch macht sich die Doppelbelastung des Frontschönlings bemerkbar. Immer wieder verfehlt er einen Ton, wirkt etwas überfordert. Beim nächsten Mal bitte wieder nur singen. Danke!

Dass ATLANTEAN KODEX auf dem RockHard Festival spielen würden, war nach der geballten Lobhudelei nicht verwunderlich. Und die Begeisterung geht nicht nur von den Veranstaltern, sondern auch vom Publikum aus. Die Old-School-Fraktion kriegt einen Kollektivorgasmus als die schweren Heavy-Metal-Klänge, die ab und an frühe Manowar zitieren, auf sie losgelassen werden. Sänger Markus Becker singt zwar durchaus passabel, hat aber sonst die Ausstrahlung eines Knäckebrots. Egal, immerhin zählt ja die Musik. Und auch wenn der Hype etwas übertrieben und die Musik in der Sonne doppelt zäh wirkt, geht die Meute steil. So schnell scheint die Begeisterung für diese Truppe nicht abzuflachen.

Die deutschen Heavy-Metal-Ikonen und mehr als unterbewerteten Metallwerker METAL INQUISITOR haben – Metalgott sei dank – auch ihren Platz im Billing des diesjährigen Ruhrpott-Metal-Mekkas gefunden. Mit ordentlich Eiern, einmaligem Sound und einem Paar grandios-kultiger weißer Stiefel an den Füßen des Klampfers brennen die Jungs ihr Set runter. Mit Songs wie „Betrayed Batallion“, „Quest For Vengeance“, „Casualty Evacuation“, „Restricted Agony“ oder „Daze Of Avalon“ ist das ganze auch (fast) nur noch reine Formsache – nein, die Jungs veredeln den Metall ihrer Songs und haben mit Sicherheit heute noch weitere Fans gewonnen.

Technikfetischisten bitten anschließend zum Tanze. ANACRUSIS legen einen ihrer seltenen Auftritte aufs Parkett und verscheuchen damit diejenigen, die sich nicht für die progressive Thrash-Ausrichtung erwärmen können. Und eigentlich ist das auch verzeihbar. Nach fast drei Festivaltagen mag das zwar technisch einwandfrei sein, ab und an ist die Mucke dennoch arg schwer verdaulich. Allerdings gilt das nur für die Besucher, die ernüchternd auf den Rängen zuschauen. Vor der Bühne geht eine Menge Action. Anacrusis haben – so scheint es beinahe – einen eigenen Fanclub mitgebracht, der der Band huldigt.

Einen weiteren Power-Metal-Höhepunkt bieten beim diesjährigen Festival die US-Amerikaner VICIOUS RUMORS. Neben Mastermind Geoff Thorpe schafft es besonders Vokalist Brian Allen durch seine Gestik und Mimik das Publikum zusätzlich zur Musik mitzureißen. Das Set unterstützt den Eindruck und schlägt sich von Klassikern wie „Soldiers Of The Night“ bis hin zu Songs vom aktuellen Release „Razorback Killers“. Neben dem Titelsong des Debüts treffen auch noch „Digital Dictator“, „Razorback Blade“, „Dust To Dust“, „Out Of The Shadows“, „Worlds And Machines“, „Hellrazor“ oder „Don’t Wait For Me“ auf die fast tauben Ohren der Altmetaller.

Und wenn das Trommelfell bis hierhin noch nicht geplatzt ist, wird es von OVERKILL endgültig in Stücke zerfetzt. Die Band hat einen speziellen Auftritt angesagt und verdammt nochmal, speziell soll es auch werden. Natürlich hat Bobby Blitz recht, wenn er sagt, dass jeder Overkill-Auftritt pures Dynamit ist, aber heute zünden die Thrasher wirklich jedes Register, hauen nicht nur ihre unsterblichen Hits wie „Rotten To The Core“, „In Union We Stand“ und „Hello From The Gutter“ raus, sondern spielen auch vorher noch nie gehörte Demo-Songs, wie „Death Rider“ und „The Beast Within“. Die werden zwar bei weitem nicht so abgefeiert wie die bekannten Evergreens, unterstreichen aber die Einmaligkeit des gesamten Auftritts, der das Amphitheater ohnehin in einen Hexenkessel verwandelt. Bis hoch auf den Rängen wird Luftgitarre gespielt, die Matte geschüttelt, mitgesungen. Bobby Blitz rauscht dabei im Adrenalinrausch über die Bühne und verweist alle Jungspunde des Vormittags auf ihre Posten. Overkill haben in diesem Jahr keinen Gegner. Schlichtweg ein grandioser Auftritt!
Der anschließende Karaoke-Jam, bei dem sich die Gewinner des Wettbewerbs auf der Hauptbühne beweisen dürfen, wird dieses mal mit einem Gesangduo von Mara, die das „Dicke-Dinger-Rock Hard-Cover“ zierte, und ihrer Freundin Betty. Zusammen singen die beiden Iced Earths „Watching Over Me“ und obwohl bei weitem nicht jeder Ton sitzt, lässt sich Jon Schaffer im Fotograben mit einem breiten Lächeln blicken. Gefolgt und getoppt wird das jedoch von dem 11-jährigen Paul, der seinen Mut zusammenfasst und Iron Maidens „Fear Of The Dark“ singt. Ab dem ersten Ton ist er der Held der Stunde und erntet mehr Zugabe-Rufe als so mancher Headliner.

Zum sprichwörtlichen „DOWN kommen“ und noch mal richtig die Sau raus lassen, beenden die Southern Metaller um Fronter und Profi-Arschloch Phil Anselmo (ex-Pantera) das Festival. Phils Ego füllt auch heute Abend wie erwartet das ganze Amphitheater und präsentiert auf überzeugende Weise die Outlaw-Attitüde der Jungs. Hinzu kommen wohl auch noch der Slot als Headliner und Abschluss des ganzen Wochenendes und das dementsprechend gut gefüllte Amphitheater. Musikalisch ist den Jungs wie eh und je kein Vorwurf zu machen. Die Songs zünden, die Riffs rocken und die Grooves grooven. Mit Songs wie „New Orleans Is A Dying Whore“, „Lifer“, „Temptations Wings“, „Stone The Crow“ oder dem abschließenden „Bury Me In Smoke“ kann die Band einfach nichts falsch machen. Noch kurz „Sweet Home Alabama“ im Sample als „Sweet Home Louisiana“ vertont und das Set steht in seinen Grundfesten. Ein guter Auftritt, der in mancher Facette dem Charakter eines Headliners etwas zu gerecht wurde – doch Bescheidenheit steht auch einfach keinem Phil Anselmo.
Damit geht das RockHard Festival 2011 zu Ende. Das Amphitheater leert sich. Hier und da wird eine Bierleiche aufgeweckt, die letzte Runde am Getränkewagen geholt oder bereits die Abreise angetreten. Es war ein nasses Jahr für das RockHard Festival. Da ist die Erschöpfung bei vielen groß. Wer noch Energie hat, feiert in den Pfingstmontag hinein. Für den Rest ist Zapfenstreich. Die Fortsetzung gibt es im nächsten Jahr. Mit dabei sind dann auch:
Dorian Gorr, Jenny Bombeck, Benjamin Gorr, Elvis Dolff und Bastian Gorr


Dong Open Air: Line-Up

Februar 24th, 2011

Das Line-Up zum diesjährigen Dong Open Air steht nun zur Hälfte fest. Vom 15.-16. Juli wird es erneut in Neukirchen-Vluyn ( Niederrhein) stattfinden.

Hier die Bands:

Overkill
Hackneyed
Artas
Balfor
Harasai
Red Circuit
Shellycoat
Symbolic
Virgin Snatch
Vogelfrey

Quelle:  http://www.dongopenair.de

Festival-Saison 2011: Zuwachs an allen Fronten

November 1st, 2010

Festivals 2010 im ÜberblickDie Vorbereitungen bei den deutschen Heavy-Metal-Großveranstaltungen laufen auf Hochtouren. Schon jetzt beginnt der Kampf um die Gunst der Fans. Nachdem das Wacken Open Air bereits mit Ozzy Osbourne den ersten wirklichen Hammer auspacken konnte, legen auch viele andere Festivals mit großen Namen nach. Hier ein kurzer Überblick über den aktuellen Status der wichtigsten Festivals der deutschen Szene-Landschaft.

RockHard Festival: Nachdem bereits Enslaved, Triptykon und Agent Steel musikalisch hochwertige Kost versprechen, legt das Festival, das vom 10. bis 12. Juni im Gelsenkirchener Amphitheater stattfinden wird, nach und holt sich die aufstrebenden Atlantean Kodex und die Thrash-Metal-Legende Overkill ins Billing. Letztere versprechen eine Special-Show, wie man sie nur auf diesem Festival zu sehen bekommen wird.

Summer Breeze: Der kleine Bruder vom Wacken Open Air wird im nächsten Jahr erneut Ende August (18. bis 20. August) die Stadt Dinkelsbühl richtig durchrocken. Die ersten fünf Bands wurden vor wenigen Tagen bestätigt. Folgendes Line-Up markiert den Startschuss: Saltatio Mortis, Caliban, Primordial, The Haunted, Vomitory.

Bang Your Head: Die Traditionsveranstaltung für Old-School-Fans präsentiert sich diesmal ungewohnt schwarz. Bei dem Festival, das im nächsten Jahr am 15. und 16. Juli stattfinden wird, wurden die Black-Metal-Protagonisten Immortal bestätigt. Weitere Bands, die mit dabei sein werden, sind: Overkill, D-A-D, Asphyx, StormWarrior und Crashdiet.

Party San Open Air: Das Festival zieht nicht nur auf ein neues Gelände um (siehe entsprechenden News-Beitrag), sondern präsentiert gleich die ersten richtig dicken Brocken im Line-Up. Neben den österreichischen Black-Death-Perverslingen Belphegor und den geächteten Taake werden sich Morbid Angel höchstpersönlich auf dem Festival blicken lassen.

Live: Devilside Festival: Campus To Hell

August 2nd, 2010

Live: Devilside Festival: Campus To Hell (Amon Amarth)

DEVILSSIDE FESTIVAL: CAMPUS TO HELL
(+ AIRBOURNE + AMON AMARTH + OVERKILL + FEAR FACTORY + AGNOSTIC FRONT)

4.7. – Essen, Campus

Text: David Dankert
Fotos: Dorian Gorr (Archiv)

Neues Jahr, neue Location heißt es beim Devilsside Festival 2010. Dieses Jahr findet das Open-Air-Spektakel auf dem Essener Campus-Gelände statt, was insgesamt als gelungene Entscheidung zu verbuchen ist.
Zwar steht die kleinere der beiden Bühnen auf einem auf einem kleinen Hang, weswegen die Sicht teilweise eher suboptimal ist, ansonsten gibt es allerdings kaum etwas zu meckern. Das Gelände ist glücklicherweise bei den vorherrschenden Temperaturen sehr schattig und auch der Sound ist  den ganzen Tag über durchweg mindestens in Ordnung.
Dass man allerdings auch bei Ein-Tages-Events wie dem Devilsside Festival nicht um die für Festivals üblichen Preise herumkommt, ist zwar keine Überraschung, aber dennoch schade.

Dieser kleine Wermutstropfen ist allerdings beim Startschuss von AGNOSTIC FRONT sofort verschwunden. Die New Yorker Hardcore-Urgesteine präsentieren sich wie gewohnt routiniert und gut gelaunt. Frontmann Miret und Vinnie Stigma ziehen die meisten Blicke auf sich und so fällt es der Kult-Truppe auch nicht schwer, die zahlreich erschienenen Fans ordentlich anzuheizen. Sowohl alte als auch einige neuere Songs finden den Weg in die Setlist von Agnostic Front und als diese auch noch das unvermeidliche und legendäre „Gotta Go“ anstimmen, zieht der Pit vor der Bühne sofort größere Kreise. Zwar sind die Amis nach nur 35 Minuten wieder von der Bühne, hinterlassen allerdings dafür einen durchweg positiven Eindruck.

Während also auf der gegenüberliegenden Bühne Snapcase lärmen, zieht es einige direkt vor die kleinere Bühne, um auf FEAR FACTORY zu warten. Diese lassen sich auch nicht lange bitten und legen im teilweise neuen, alten Line-Up los wie die Feuerwehr. Mit „Mechanize“, dem Titeltrack der aktuellen Scheibe, legen Fear Factory los und erwischen von Anfang an einen klaren Sound. Drum-Monster und -Legende Gene Hoglan prügelt mit unfassbarer Präzision auf seinem Drumkit herum, so dass nicht wenige mit offenen Mündern vor der Bühne stehen. Doch viel Zeit zum Staunen bleibt nicht, Fear Factory legen mit „Shock“, „Powershifter“ und „Martyr“ ordentlich nach und feuern den Pit deutlich an. Auch Dino ist für seine Körperfülle äußerst agil auf der Bühne unterwegs und Burton erwischt sogar mal einen akzeptablen Tag, was seine stimmliche Leistung betrifft. Zwar ist man immer noch weit von der Qualität der cleanen Vocals auf Platte entfernt, allerdings muss man sich diesmal nicht die Ohren beim Refrain zuhalten. Dies kommt vor allem dem puren Klassiker-Paket zum Ende hin zugute. Mit „Demanufacture“, „Self Bias Resistor“ und „Replica“ zaubern Fear Factory zum Abschluss nochmal Hits aus ihrem Hut, so dass das Devilsside ordentlich Dampf macht. Als Fear Factory dann nach knappen 45 Minuten unter großem Applaus die Bühne verlassen, wird deutlich, dass die Truppe deutlich vom Line-Up-Wechsel profitiert und live an Stärke hinzugewonnen hat.

Kurze Verschnaufpause, neue Getränke holen und schon stehen auch schon OVERKILL auf den Brettern. Wie gewohnt motiviert bis in die letzte Haarspitze legen Bobby Blitz und Co. erst einmal mit „The Green And Black“ los, lassen aber sofort den Klassiker „Rotten To The Core“ folgen. Die Stimmung steigt sofort, allerdings können Overkill das hohe Niveau diesmal nicht halten. Zu viele neue, noch unbekannte Songs von „Ironbound“ finden diesmal den Weg in die Setlist, weswegen das Publikum nicht ganz so euphorisch reagiert wie sonst. Mit „Wrecking Crew“ und „Hello From The Gutter“ schaffen es Overkill zwar nochmal mehr Stimmung in ihr Set zu kriegen, trotzdem will diesmal nicht ganz der Funke überspringen. Als nach „Elimination“ auch noch das finale „Fuck You“ aufgrund von Zeitmangel wegfällt, bleiben nicht wenige Overkill-Fans verdutzt vor der Bühne stehen. Trotz allem hinterlassen die Thrasher einen guten Eindruck, allerdings haben viele die Amis auch live schon deutlich besser gesehen.

Danach haben die Metal-Fans erst einmal Pause, ehe die Band auftritt, deren Shirts bei den Besuchern am häufigsten vertreten sind: AMON AMARTH betreten unter großem Jubel die Hauptbühne des Festivals und legen sich wie immer von Beginn an ins Zeug. Mit vielen Klassikern wie „Death In Fire“ oder „The Pursuit Of Vikings“ im Gepäck haben Amon Amarth leichtes Spiel und die Masse geht ordentlich steil. Zwar haben die Schweden trotz des Co-Headliner-Status‘ gerade mal 50 Minuten Spielzeit zur Verfügung, diese knapp bemessene Zeit nutzen die Schweden allerdings optimal und stellen ihre Fans zufrieden.

Als dann um 22 Uhr der Headliner, AIRBOURNE, die Bühne betritt, ist das Gelände nach dem langen Tag zwar nicht mehr ganz so prall gefüllt wie es noch bei Amon Amarth der Fall war, von nur wenigen Airbourne-Fans kann man trotzdem keineswegs sprechen. Die Australier fackeln auch nicht lange und starten direkt mit „Raise The Flag“, „Hellfire“ und „Chewin‘ The Fat“. Auch bei der letzten Band des Festivals gehen die Zuschauer nochmal ordentlich mit und feiern die Senkrechtstarter des Hard-Rock-Sektors. Als am Ende auch noch „Too Much, Too Young, Too Fast“ und „Runnin‘ Wild“ vom Stapel gelassen werden, fällt der Vorhang endgültig gegen 23 Uhr auf dem Essener Campus.

Bleibt festzuhalten, dass lediglich die knappen Spielzeiten der vielen großen Bands negativ ins Auge fielen. Beim nächsten Mal wären durchaus ein paar Bands weniger und dafür ein paar Minuten mehr für Bands der Größenordnung Fear Factory oder Overkill eine sinnvolle Änderung.

Wacken Open Air mit neuer Bandbestätigung

März 1st, 2010

Die Thrash-Veteranen OVERKILL wurden heute für das diesjährige Wacken Open Air bestätigt. Das Festival wird vom 5. bis 7. August 2010 im schleswig-holsteinischen Wacken stattfinden.

Quelle: Wacken Open Air